Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
50 Jahre Mauerbau: Peiner erinnern sich an 13. August 1961

Kreis Peine 50 Jahre Mauerbau: Peiner erinnern sich an 13. August 1961

Heute vor 50 Jahren begann in Berlin der Bau der Mauer. Viele Menschen im Peiner Land haben deutliche Erinnerungen daran. „Das gab eine Riesenwelle“, sagt etwa Karl-Heinz Grädner aus Hohenhameln.

Voriger Artikel
Einbruch in Supermarkt: Tresor geknackt
Nächster Artikel
Tragischer Autounfall: 20-Jährige stirbt

Familienfoto mit Trabis: Mike (von links), Karl-Heinz, Waltraud und Anke Grädner.

Quelle: A/cb

Kreis Peine. „Berlin war das Tor zur Welt – und plötzlich war es abgeriegelt“, erinnert sich der 69-Jährige. Bis 1960 arbeitete Grädner als Polizist in Ost-Berlin, dann ließ er sich nach Wernigerode versetzen. Von den Vorbereitungen zum Mauerbau habe man in der DDR nichts mitbekommen: „Das war eine Nacht- und Nebelaktion“, so Grädner.

Karla Steinbach stammt aus Schneeberg im Erzgebirge und wohnt heute ebenfalls in Hohenhameln. Zum Zeitpunkt des Mauerbaus war sie vier Jahre alt. „Ich erinnere mich vor allem an Geschichten, die man sich später im Ort erzählt hat“, sagt Steinbach.

„Die Leute konnten das nicht fassen. Sie wussten: So schnell geht die Grenze nicht wieder auf.“ Mehrere Schneeberger hätten sich gerade im Westen befunden und konnten plötzlich nicht mehr ohne Weiteres zurück.

Nachbarn hätten erfahren, dass etwas vor sich ging und sogar ihre Kinder zurückgelassen, um vor dem Mauerbau in die Bundesrepublik zu flüchten.

Mit der Berliner Mauer verschloss die DDR-Regierung ein Nadelöhr, durch das immer wieder Menschen in den Westen flüchteten. Diesen Weg wählte auch Peines Fleischermeister Heinz Böhnisch, der aus Torgau stammt.

Mit der Straßenbahn fuhr er 1956 von Ost-Berlin nach Potsdam. „Unterwegs konnte man im Westen aussteigen“, so der 74-Jährige. Doch der Weg war nicht ungefährlich. Beim ersten Versuch wurde Böhnisch gefasst.

DDR-Grenzer brachten ihn nach Königs-Wusterhausen und sperrten ihn in einem Keller ein. „Ich musste unterschreiben, dass ich beim nächsten Fluchtversuch für drei Jahre ins Zuchthaus komme“, erinnert er sich.

Einige Monate später unternahm Böhnisch einen zweiten Versuch – diesmal mit Erfolg. Doch es gab auch einen Wermutstropfen: „Ich konnte 17 Jahre lang nicht mehr zurück, um meine Geschwister zu besuchen.“

azi

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr