Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
450 Peiner demonstrierten für eine bunte Stadt

Bündnis für Toleranz 450 Peiner demonstrierten für eine bunte Stadt

Etwa 450 Bürger haben sich am Samstag am Peiner Busbahnhof versammelt, um an der Kundgebung unter dem Motto „Peine - Bunt statt Braun“ teilzunehmen. Diese war als Gegenveranstaltung zur Mahnwache der rechtspopulitischen AfD kurzfristig organisiert worden.

Voriger Artikel
Schwerer Unfall am Weißen Kreuz
Nächster Artikel
Einbruch in Vereinsheim des MTV Vater Jahn Peine

Rund 450 Menschen waren am Samstag auf dem Bahnhofsvorplatz dabei. Gesprochen hat unter anderem Frank Raabe-Lindemann (r.)

Quelle: Antje Ehlers

Peine. Hintergrund: Nur wenige Meter weiter und rund eine Stunde später traf sich die Jugend der rechtspopulistischen AfD aus dem Bezirk Braunschweig zu einer Mahnwache (siehe auch Seite 10). Sie demonstrierten gegen die Krawalle in der Südstadt vor einer Woche (PAZ berichtete).

Demonstrationen am Bahnhof: nach den Ausschreitungen in der Peiner Südstadt eine Woche zuvor hatte die AfD/JungeAlternative zu einer Demonstration aufgerufen. Eine Gegendemo hatte dagegen das Peiner Bündnis für Toleranz organisiert.

Zur Bildergalerie

Organisiert hatten die Demo das „Peiner Bündnis für Toleranz“ unter der Leitung von Türkes Tosun und Frank Raabe-Lindemann. Während es bei der AfD-Veranstaltung zu Schmährufen und Eierwürfen kam, verlief die Veranstaltung am Busbahnhof friedlich. Im Vorfeld gab es zehn Platzverweise. Gegen einen 22-Jährigen ermittelt die Polizei wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz (siehe Meldung unten).

Die Redner Frank Raabe-Lindemann (IG Metall), Superintendent Dr. Volker Menke, Stefanie Weigand (Grüne), Anwar Guerch (Interkultura), Sebastian Wertmüller (Verdi) und Mehmed Akyalcin (für die Moscheen) betonten, dass Peine für ein friedliches Miteinander stehe. Dieses dürfe sich nicht durch populistische Äußerungen von Anhängern einer politischen Gruppe spalten lassen.

Erschreckend: Am Samstagmorgen warfen Unbekannte einen Brief in der Ditib-Moscheen ein, in dem Migranten auf das Übelste beschimpft und diskriminiert werden. Die Redner waren sich einig, dass Deutschland ein „Grundgesetz-Land“ sei, und der Superintendent betonte: „Wer hier lebt, hat zu akzeptieren dass jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft, die gleiche Würde hat.“ Raabe-Lindemann sagte: „Wer sich wie die AfD gegen Menschenrechte und Religionsfreiheit stellt, stellt sich gegen die Errungenschaften der Zivilisation.“ Als Sprecher für die Moscheen dankte Mehmed Akyalcin den Peinern für ihr Kommen. Auch er forderte mehr Mitmenschlichkeit.

Viele Teilnehmer vermissten Bürgermeister Klaus Saemann und Landrat Franz Einhaus (beide SPD). Saemann besuchte den SPD-Bezirksparteitag in Braunschweig. Dabei war jedoch der SPD-Landtagsabgeordnete Matthias Möhle, der auch stellvertretender Landrat ist.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr