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Von 0 auf Triathlon – Peiner Anfänger quälen sich zum Glück

21. Peiner Triathlon Von 0 auf Triathlon – Peiner Anfänger quälen sich zum Glück

Triathlon statt Töpfern: Im Kreisvolkshochschul-Kursus bereiteten sich erstmals elf Peiner auf ihre Wettkampf-Premiere vor. In acht Monaten schnitzten der Vöhrumer Trainer und Tri-Speedy Carsten Janecke aus Triathlon-Grünschnäbeln stolze Finisher. Alle elf kamen ins Ziel.

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Die letzten Meter waren die pure Freude: Sabine Braun freut sich über den Zieleinlauf beim Härke-Triathlon.

Quelle: Isabell Massel

Vöhrum. Dass ihr die Füße wegen ein paar nervender Blasen wehtaten, haben die Zuschauer ihr auf den letzten Metern nicht angesehen. Mit einem Jubeln und einem Lächeln im Gesicht lief Sabine Braun über die Ziellinie. „Von 0 auf Triathlon“ – die 46-Jährige hat es geschafft! Sie war eine der elf Athleten, die sich in einem neuen Kursus der Peiner Kreisvolkshochschule auf den ersten Triathlon ihres Lebens vorbereitet hatten. „Es war eine Bauch-Entscheidung. Statt Töpfer-Kursus in der Midlife-Crisis ist es dann Triathlon geworden. Es hat riesig Spaß gemacht“, stellte sie fest.

Im Ziel nach 1:41,17 Stunde schlüpfte sie erstmal aus ihren Joggingschuhen. Der weiche Rasen im Vöhrumer Stadion tat Sabine Brauns blasengeschundenen Füßen gut. Die Glückshormone ließen ihr Gesicht strahlen. Doch auf der Laufstrecke war ihr das Lächeln zwischendurch vergangen. „Vor zehn Minuten habe ich die Aktion noch für eine bekloppte Idee gehalten“, gab die Peinerin zu. Die Sonne war schuld. Sie ließ die Athleten leiden. „Meine Innentemperatur sind gefühlt 50 Grad. Das war nicht unser Wetter, wir waren es schließlich gewohnt, bei drei Grad und Nieselregen zu laufen“, erzählte die Triathlon-Anfängerin. Denn: Gestartet war der Kursus der Kreisvolkshochschule im Oktober.

In acht Monaten schnitzte der Vöhrumer Trainer und Tri-Speedy Carsten Janecke aus Triathlon-Grünschnäbeln stolze Finisher. 13 Teilnehmer hatten die Anmeldung gewagt. „Manche konnten laufen, manche konnten schwimmen, manche konnten gut Rad fahren – und manche konnten noch gar nichts. Das war der Reiz. Es hat riesig Spaß gemacht mit dieser Gruppe“, bilanzierte der 46-Jährige, der als B-Lizenz-Inhaber ansonsten auch mit Leistungssportlern zusammenarbeitet. Doch die Anfänger haben ihn in Sachen Tatendrang genauso überzeugt. „Selbst bei Regen waren alle da“, lobte er.

Dreimal die Woche trainierten die Einsteiger mit dem erfahrenen Triathleten. Montags gings zum Lauftraining in den Herzberg, samstags zum Schwimmen ins Peiner Bad, sonntags aufs Rad. „Die Gruppendynamik war immens. Alleine hätte man sich da vermutlich nicht durchgequält“, vermutete Sabine Braun, die dank der professionellen Betreuung auch lernte, im Wasser richtig zu kraulen. An ihren ersten fiesen Muskelkater kann sich die Peinerin noch gut erinnern. „Ich habe gedacht, ich muss am nächsten Morgen zur Arbeit einen Rock anziehen, weil ich befürchtete, dass meine Oberschenkel nicht mehr in die Jeans passen“, verdeutlichte sie. Doch sie hielt durch und meisterte auch die Motivationskrise, als sie vier Wochen vorm Peiner Triathlon-Spektakel mit dem Rad stürzte und sich das Knie aufschlug. Antrieb gab es dann von Mann Uwe und ihren Söhnen Arne (9) und Erik (11). „Bei meinen drei Männern muss ich mich echt bedanken. Sie haben mich toll unterstützt.“ Ihr Mann zum Beispiel habe das Kochen lernen müssen, verriet Sabine Braun. Den Jungs gefiel das: „Für sie gab es in der Zeit einmal häufiger Pommes mit Chicken McNuggets“, scherzte die Mama.

Zwei Sätze ihres Trainers wird sie genauso wenig vergessen wie ihre „Von 0 auf Triathlon“-Mitstreiter. „Wind ist der beste Trainingspartner“ und „Schmerz ist die Schwäche, die den Körper verlässt“, pflegte Carsten Janecke seinen Athleten gerne mit auf den Weg zu geben, wenn es im Training mal besonders hart war. Es half! Und es steht schon fest: Im Oktober startet der nächste Triathlon-Einsteiger-Kursus an der Kreisvolkshochschule.

Die Teilnehmer des Einsteiger-Kurses:

Sabine Braun, Astrid Christophersen, Rauthgundis Har-nagel, Sven Harnagel, Manja Katscher, Carmen Korte, Frank Korte, Toni Koscielni und Heike Lüddeke meisterten den Volkstriathlon mit 500 Meter Schwimmen, 21 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen. Svea Meier und Stephanie Kliem absolvierten die Staffel.

Von Christian Meyer

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