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Sport Überregional Usain Bolts letztes Rennen – Langsam zu Ende
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18:11 06.08.2017
Usian Bolt bei seinem letzten Wettkampf. Quelle: imago
London

Irgendwann, es ging auf Mitternacht zu, waren alle Fragen gestellt, war alles beantwortet. Usain Bolt winkte noch einmal in die Runde und ging. Seine Schuhe mit der Aufschrift „Forever Fastetst“ (Für immer der Schnellste) hatte er da schon lange ausgezogen. Der Schnellste wird er bleiben – aber an diesem Abend bei der Leichtathletik-WM im Londoner Olympiastadion waren zwei schneller. „Der dritte Rang ist wunderbar. Enttäuscht bin ich nur, weil ich es nicht besser machen konnte“, sagt der gealterte Sprintsuperstar nach seinem letzten großen Einzelrennen.

Soll man es dem Mann, der es hasst, zu verlieren, der von sich selbst als Legende spricht, abnehmen? Die Freude über Bronze hinter dem neuen Weltmeister, dem ehemaligen US-amerikanischen Dopingsünder Justin Gatlin (9,92 Sekunden), und dem US-Silbermedaillengewinner Christian Coleman (9,94 Sekunden). „Die beiden waren heute besser als ich“, sagt Bolt, der 9,95 Sekunden lief. Er wird gewusst haben, dass es dieses Mal nicht reichen könnte. „Mein Körper sagt mir, dass es Zeit ist zu gehen“, sagt der 31-Jährige noch. Es war der Abgang eines Großen – und London bereitete ihm einen großen Abschied. Das Protokoll der Nacht.

21.23 Uhr Londoner Zeit: Usain Bolt läuft über den Aufwärmplatz. Langsamen Schrittes. Der Blick fokussiert. Keine Faxen, kein Grinsen. Einen Selfie-Jäger schiebt er beiseite. So angespannt hat man den unbezwingbaren Sprinter lange nicht gesehen.

21.34 Uhr: Auch im Innenbereich des Stadions kein Blick in die ihn ständig begleitende Kamera. Mit Mütze im Jamaika-farbenen Trainingsanzug schreitet Bolt die Warmlaufbahn ab. Spricht kurz mit dem Südafrikaner Akani Simbine, dann kurz mit sich selbst. Als die Kamera wieder aufgerichtet ist, nimmt er den Zeigefinger an den Mund. Ruhe!

21.39 Uhr: Auf dem Weg ins Stadioninnere macht das Maskottchen einen Kopfstand. Es hat auch im Vorlauf und Halbfinale mit Bolt rumgeflaxt. Dieses Mal gibt es vom Jamaikaner nur ein Pflichtlachen und einen kurzen Abklatscher. Im Stadion ertönen die ihn den Abend begleitenden „Usain Bolt“-Rufe.

22.40 Uhr: Bolt zieht den Trainingsanzug aus. Handshake mit einem Volunteer. Er tippt Landsmann Yohan Blake an den Kopf, der hat vergessen, seine Mütze abzunehmen.

22.41 Uhr: Unter dem großen Jubel des Publikums läuft Bolt ins Stadion ein, ringt sich ein Lächeln ab, zeigt auf sein Shirt.

22.43 Uhr: Das Publikum bejubelt den Probesprint, Bolt klatscht über dem Kopf in die Hände. Die Menschen lieben ihn hier in London, wo er bei den Spielen 2012 gleich drei Goldmedaillen gewann. „Danke London für all die Liebe und Anerkennung wird er später sagen.“

22.45 Uhr: Bolt wird vom Stadionsprecher vorgestellt, lächelt in die Kamera, der Welt die zuschaut entgegen.

22.46 Uhr: Der Stadionsprecher haucht ein „Schschschsch!“ ins Mikro. Gebannte Stille im Stadion.

22.46 Uhr: Der Startschuss. Und ein schwacher Start von Bolt. Mit 0,183 Sekunden hat er die zweitschlechteste Reaktionszeit. „Der Start hat mich gekillt“, wird er eine Stunde später sagen. Bolt läuft hinterher. Doch er holt auf, beißt auf die Zähne. Kein lockeres Laufen, kein Grinsen wie in so vielen anderen Läufen. Er muss alles geben, kämpfen. Auf der Ziellinie schaut er nach rechts. Coleman ist gleichauf. Und Gatlin? Das Publikum hält die Luft an. Bolt schaut zur Anzeigetafel. Gatlin steht oben. Das Publikum buht – so wie sie in London jeden Auftritt des zweifachen Dopingsünders ausgebuht haben. Entsetzen in vielen Gesichtern.

22.47 Uhr: Bolt schreitet zum neuen Weltmeister, der auf die Knie gesunken ist, sich vor Bolt verneigt. Die beiden Konkurrenten nehmen sich in den Arm. Bolt gratuliert seinem jahrelangen Herausforderer, sagt ihm, dass er due Buhrufe nicht verdiene. Dann dreht er ab und lässt Gatlin, der am Boden liegend weint, hinter sich.

22.48 Uhr: Wer hat hier eigentlich gewonnen? Die Ehrenrunde macht Bolt – auch wenn es eine Abschiedsrunde ist. Er winkt ins Publikum, das Stadion ruft „Usain Bolt, Usain Bolt!“

22.50 Uhr: Kurzes Stadioninterview von Bolt, während Gatlin mit US-Flagge eine Kurzehrenrunde in entgegengesetzter Richtung einlegt hat. „Was du für den Sport getan hast, ist unglaubliche“, sagt der Stadionsprecher. Das Stadion steht, applaudiert.

22.56 Uhr: Auf Höhe der Ziellinie ein Bad in der Menge seiner Landsleute, die ihm auf die Schulterklopfen, ihn trösten und feiern.

22.01 Uhr: Die meisten Zuschauer sind gegangen. Aber die, die da sind, feiern Bolt, rufen seinen Namen. Der 31-Jährige verneigt sich, geht zur Ziellinie, kniet nieder und küsst sie. Unter dem lauten Jubel seiner Fans zeigt er seine berühmte Jubelgeste. Dass er nicht gewonnen hat? Wen stört das noch.

22.05 Uhr: Dem Sprint folgt der Interviewmarathon. Bolt kennt das - und er nimmt sich Zeit. „Ich habe mein Bestes gegeben“, sagt er in der ARD. Es ist der von ihm an diesem Abend meistgesagte Satz.

22.10 Uhr: Auf den Tribünen neben den TV-Kameras harren Hunderte Fans aus, rufen immer wieder seinen Namen. „Ich glaub das alles nicht“, sagt eine Zuschauerin mit Deutschland-Hut. „Stell dir vor, der Gatlin ist wieder gedopt.“ Dann nimmt sie ihr Handy und zoomt Bolt so nah dran wie möglich.

22.13 Uhr: Bolt zieht seine für „Forever Fastest“-Schuhe aus.

22.47 Uhr: Der TV-Marathon ist beendet. Jetzt geht es in die Mixedzone wo hunderte Journalisten warten. Seine Fans rollen die Jamaika-Flaggen ein und gehen nach Hause. Bei den Spielen in Rio hatten sie noch lange gewartet, auf der Ziellinie hatten die Volunteers auf der Bolt-Bahn Erinnerungsfotos gemacht mit eigener Bolt-Poste. In London sind die Startblöcke längst abgebaut, das Stadion fast leer.

23.25 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Bolt sitzt erstmals nicht in der Mitte, sondern rechts außen. Nippt immer wieder an einem Kaffeebecher, der leer zu sein scheint. Er sitzt nicht im Mittelpunkt und steht es trotzdem.

23.26 Uhr: Nach einer Frage an Gatlin, der sich immer wieder für seine Dopingvergangenheit rechtfertigen muss, geht die zweite Frage an Bolt. Er beantwortet sie wie alle am Abend charmant. Aber es ist nicht die große Bolt-Show. Keine Späße, kein Rumshakern. „Ich habe mein Herz gegeben“, sagt er. „Aber es hat nicht gereicht.“

23.32 Uhr: Wie es jetzt weitergeht? „Ich habe jetzt die Chance zu leben, zu tun, was ich möchte, reisen, wohin ich will, wann ich will“, sagt der entthronte Sprintkönig.

23.47 Uhr: Ein letztes Siegerfoto, ein Winken, dann geht Bolt. Am Sonnabend dann sein letzter großer Auftritt mit der 4x100-Meterstaffel. London wird ihn feiern und ihm wünschen, dass es ein goldener Abschied wird.

Von Manuel Becker

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