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Sport Regional Ziel: WM-Pokal statt Schlam(m)assel
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23:00 10.07.2009
Da hilft auch keine Waschmaschine mehr: Mit völlig verdreckten Stutzen und Schuhen steht ein Kicker aus Niedersachsen am Spielfeldrand und beobachtet das Spiel seines Teams bei der Schlammfußball-Weltmeisterschaft vor drei Jahren in Finnland. Der Peiner Kai Schwerdtner nimmt in der kommenden Woche bereits zum vierten Mal an dem ungewöhnlichen Turnier teil.
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Schwerdtner ist nicht nur Fußballer des TSV Marathon, er ist auch Teamchef und Spieler der Schlammfreunde Niedersachsen. Zwölf Fußballer aus der Region Hannover wollen ihren internationalen Gegnern eine Schlammpackung verpassen. Viermal hat IT-Fachmann Schwerdtner bereits an der dreckigsten Weltmeisterschaft teilgenommen und gemeinsam mit Bankkaufleuten oder Gärtnern im Schlamm gewühlt. Es ist der Mix aus Volksfest und sportlichem Wettstreit der ihn so fasziniert. 3340 Kilometer legen die Schlammfreunde mit Auto und Fähre zurück, um bei der Gaudi in Hyrynsalmi dabei zu sein. „Es ist eine nette Herrentour, und bei der WM lernen wir viele Menschen aus anderen Ländern kennen“, beschreibt Schwerdtner den Reiz.

Zweimal 13 Minuten dauert eine Partie. Knietief versinken die Spieler dabei im Matsch. „Flachpässe sind unmöglich“, sagt Schwerdtner. Jeder Schritt ist ein Kraftakt und Kondition ist gefragt. Die Oberschenkel brennen. Tore fallen vor allem bei Standards. Und das ist die Stärke der Schlammfreunde Niedersachsen. Das Team tritt mit Fußballern an, die auch noch im Punktspielbetrieb aktiv sind, darunter auch Bezirksoberliga-Kicker. Auch deshalb rechnet sich Schwerdtner gute Chancen aus, das Siegerpodest zu besteigen. Alles andere als der Einzug ins Achtelfinals wie in den Vorjahren wäre hingegen ein Schlam(m)assel. „Aber eigentlich können wir nur Weltmeister werden“, sagt Schwerdtner und verweist auf die Statistik. Bisher ist sein Team immer sonntags ausgeschieden. Das Finale findet in diesem Jahr allerdings an einem Sonnabend statt. „Ein gutes Omen“, meint Schwerdtner.

Besonders hart ist die Konkurrenz aus Finnland und Russland. Profi-Eishockey-Teams nutzen die Schlamm-WM als Konditionstraining für die kommende Saison. „Auch einige Schiedsrichter kommen vom Eishockey. Die lassen dann schon mal etwas durchgehen, was im Fußball abgepfiffen wird“, sagt Schwerdtner.

Die 60 x 35 Meter großen Felder liegen in einem Natursumpf. Eine schmale Teerstraße führt durch einen Wald zur Swamp-Arena, dem WM-Gelände. Donnerstag trifft die Reisegruppe aus Deutschland ein. Bevor die Gruppenspiele am Freitag starten, wollen sich die Schlammfreunde noch ein wenig gegen andere Teams einspielen. Denn für matschige Trainingseinheiten fehlte in Deutschland die Zeit. Lediglich ein Testspiel auf Rasen bestritten die Schlammfreunde. Doch das gewannen sie immerhin durch Tore von Patrick Stolze, Swen Schneider und Henning Schlüter mit 3:2 gegen den SV Gehrden. Das letzte Mal im Dreck gespielt haben die Schlammfreunde im vergangenen Jahr im ZDF-Fernsehgarten, als sie ihren kuriosen Sport vorstellten.

Beim Sumpfkick in Finnland ist nicht etwa Mückenspray das Wichtigste im Gepäck, sondern Klebeband. „Damit muss man Socken und Schuhe am Bein festkleben, sonst bleiben sie im Matsch stecken“, erzählt Kai Schwerdtner. Verloren gehen im finnischen Sumpf nämlich nicht nur Spiele sondern auch ganz viele Schuhe. In der Swamp-Arena gibt es dafür eine eigene Bretterwand an der alle Fundstück am Nagel hängen.

Ergebnisse von der Schlammfußball-WM in Finnland und Infos zum Team gibt’s im Internet www.schlammfreunde-niedersachsen-05.de.

„Weißt du noch, wie du fast von der Außenlinie einen unter die Latte gesetzt hast?“ Mit „Weißt du noch ...“ begannen viele Sätze beim Wiedersehen der Ex-Fußballer der SG Adenstedt, die fast auf den Tag genau vor 50 Jahren mit ihrem Team den Aufstieg in die höchste Spielklasse für Amateure schafften.

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