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Wölfe weiten ihr Revier aus

VfL Wolfsburg Wölfe weiten ihr Revier aus

Die Papp-Kopie der Meisterschale fährt immer mit. Und der Fan-Schal nun auch. Festgeknotet am linken Außenspiegel. Seitdem der VfL Wolfsburg die Titel-Sensation in der Fußball-Bundesliga geschafft hat, ist das Auto von Steffen Sander mehr denn je seine Visitenkarte. Der Vöhrumer führt das „Wolfsrudel Peine“ an, einen von zwei Peiner Fanklubs des VfL Wolfsburg.

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Sein grün-weißes Reich: Der Vöhrumer Steffen Sander inmitten seiner Fan-Utensilien vom VfL Wolfsburg. In der Hand hält er eine Papp-Kopie der Meisterschale.

Quelle: Isabell Massel

Von der Krawatte bis zur Unterhose: Rund 130 Fan-Artikel besitzt der 26-Jährige. „Einmal im Monat gebe ich eine Bestellung im Internet auf“, erzählt er. Lebensgefährtin Melanie nimmt die Liebe ihres Partners zum VfL gelassen. Ihre gemeinsame Tochter Lisanne strampelte schon an ihrem zweiten Tag im Leben für den VfL. „Sie ist am 19. November geboren, am 20. habe ich sie beim VfL als Mitglied angemeldet. Ich bin halt im positiven Sinne Fußball-verrückt“, gibt Steffen Sander zu.

Als Kind habe er für die Bayern geschwärmt, doch mit dem Aufstieg des VfL Wolfsburg in die Bundesliga ist er immer grün-weißer geworden. „Das Stadion war näher dran, ich habe immer Karten bekommen und beim VfL gibt es keine Chipkarte, die ich aufladen muss, um mir eine Bratwurst und ein Bier im Stadion zu kaufen“, zählt der Vöhrumer die Vorteile im Vergleich zum FC Bayern und den meisten anderen Bundesligisten auf. Er schätzt die familiäre Atmosphäre in der Volkswagen-Arena, wo man sich selbst in der Nordkurve noch per Handschlag begrüßt.

Alle Hände zu schütteln ist allerdings längst nicht mehr möglich. Die VfL-Familie wächst und wächst. Die graue Maus bekam in der Meister-Saison ordentlich Farbe. „Früher haben wir auswärts immer noch Karten für unsere Spiele bekommen. Das war in diesem Jahr nicht mehr so“, verdeutlicht Sander, der für den MTV Eddesse auch selber Fußball spielt. Es freut ihn, dass er auf dem Weg zum Training inzwischen Fahnenmasten sieht, an denen die grüne VfL-Flagge im Wind flattert.
In Eddesse gehört Sander als VfL-Fan hingegen noch zu einer Minderheit. Die Mehrheit im Peiner Land drückt Hannover 96 und Eintracht Braunschweig die Daumen. Das Gerede über die VfL-Anhänger als künstliche Fans oder Radkappen nimmt er gelassen. Er plädiert dafür: „Jeder, wie er will.“
Der Fan-Leitwolf des Peiner Wolfsrudels geht zum Wohnzimmertisch und schlägt eine Chronik des VfL Wolfsburg auf. „1997 gab es acht Fanklubs“, zählt er auf. Von den „Söhnen Magaths“ bis zu den „Fußballprofessoren“ – inzwischen sind es mehr als 100.
Das „Wolfsrudel Peine“ gründete sich 2006. Die 15 Mitglieder treffen sich regelmäßig. Entweder in der Peiner Gaststätte „Formel 1“, um gemeinsam Auswärtsspiele ihres Teams zu gucken, oder bei Fahrten zu Auswärts- oder Heimspielen.

Bereits ein Jahr früher schlossen sich 15 VfL-Fans aus Meerdorf zum Klub „Meerwölfe“ zusammen. „Die Identifikation ist dadurch größer. Und es macht mehr Spaß, gemeinsam die Spiele in Wolfsburg anzugucken oder auf Auswärtsfahrt zu gehen“, sagt der Vorsitzende Bastian Hansmann. An seinen ersten Stadionbesuch in Wolfsburg kann er sich noch haargenau erinnern. „Das war 1999. Die D-Junioren des TSV Meerdorf sind als Spalierkinder aufgelaufen. Und der VfL hat nach einem 0:2-Rückstand gegen Stuttgart noch gewonnen“, weiß Hansmann. Die Aufholjagd und der Kampfgeist des Teams hätten ihm so imponiert, dass er künftig häufiger vorbeischaute. Inzwischen hat er eine Dauerkarte und weiß wie es sich anfühlt, VfL-Kapitän Josue zu umarmen. Das tat der Maschinenbau-Student nämlich nach Schlusspfiff des entscheidenden Meisterschaftsspiels gegen Bremen.

Die Dauerkarte für die kommende Saison ist schon vorbestellt. Doch ob der VfL seinen Titel verteidigen kann, da ist der Verteidiger des TSV Meerdorf eher skeptisch. „Wolfsburgs neuer Trainer Armin Veh hat bei Transfers in Stuttgart kein glückliches Händchen bewiesen“, begründet er. Ein bisschen trauert auch Bastian Hansmann Meistertrainer Felix Magath hinterher. Sauer wegen des Wechsels zu Schalke 04 ist er nicht. „Nur die Art und Weise hat mir nicht gefallen. Da hätte Magath früher mit offenen Karten spielen müssen“, kritisiert er.
Doch auch ohne Magath – „Oben mitspielen werden wir auf jeden Fall.“ Stärker als der nächsten Bundesliga-Saison fiebert Hansmann allerdings der Wolfsburger Champions League-Premiere entgegen. „Zu einem Spiel des VfL nach Barcelona oder England zu fliegen – das wäre ein Traum. Und wenn es klappt, erfüllen wir uns den im Fanclub“, betont er.

Der Deutsche Meister kommt: Am Dienstag, 7. Juli, bestreitet der VfL Wolfsburg ein Testspiel beim SV Germania Blumenhagen. Der VfL hat inzwischen die Anstoßzeit bekanntgegeben. Beginn ist um 18.30 Uhr.

Christian Meyer

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