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Sport Regional Wenn der Sohn mit dem Vater...
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16:00 08.11.2015
Ihre größte Gemeinsamkeit: Der Ehrgeiz. Marek Rönnefahrt mit seinem Vater Heinrich, der es mit Gegenspielern zu tun bekommt, die nicht mal halb so alt sind. Quelle: rb

Vier Spiele absolvierten sie auch diese Saison schon zusammen, nur eines davon verloren sie. Das Vater-Sohn-Duo träumt vom Aufstieg in die 1. Kreisklasse.

Schalkes Libero Klaus Fichtel organisierte mit 43 Jahren noch die Abwehr seines Teams, Uli Stein parierte mit 42 noch für Zweitligist Bielefeld und Mirko Votava traf für Werder Bremen sogar als 40-Jähriger noch. Was für Jungspunde wird sich Marathon-Spieler Heinrich Sczurek denken. Er ist 57 und stürmt noch immer in der 1. Herren seines Vereins.

Als Trainer und Sohn Marek Rönnefahrt Donnerstagabend zum Training am Parkhausplatz am Neustadtmühlendamm vorfährt, ist sein Vater schon da. Wie immer einer der Ersten. „Mit Fluppe im Mund wartet er - die Zigarette kann ich ihm leider nicht mehr abgewöhnen“, sagt der Coach verschmitzt. Weil der Routinier Nikotin und Bierchen nicht verschmäht, staunt auch Marathon-Pressewart Josef Kuhnert immer wieder über den Fitness-Zustand des Filigrantechnikers. „Aufgrund seiner Kondition und seiner geringen Verletzungsanfälligkeit muss man ihn schon als physiologisches Wunder bezeichnen“, sagt er.

Ein bisschen Wunder, aber vor allem ganz viel Fleiß - das hält Sohn Marek hingegen dafür verantwortlich, dass sein 27 Jahre älterer Vater noch mithalten kann. „Seit Jahren kommt er immer zum Training. Er hat sich auch nicht gescheut, mitzumischen, als unsere erste Mannschaft im Bezirk gespielt hat - das dankt ihm sein Körper jetzt“, betont er.

Mit 57 bürdet sich der dribbelnde Elektriker sogar noch Mehrfach-Belastungen auf. Er mischt in der Ü40 mit und hilft in Marathons 1. und 2. Herren aus. Ein Heinrich-Dampf-in-allen-Gassen, ein echter Vereinsmensch. „Er hat alle Höhen und Tiefen unseres Vereinsfußballs durchlebt“, weiß Marathon-Pressewart Kuhnert. Denn als Heinrich Sczurek mit seiner Familie aus Oberschlesien nach Peine übersiedelte, trat er 1994 gleich als talentierter Fußballer der 1. Herren des TSV Marathon bei. Seine Stärke: filigran Gegenspieler umkurven. Nur manchmal wünschen sich seine Mitspieler, er würde sie dabei nicht übersehen.

Marek Rönnefahrt (er hat den Namen seiner Frau angenommen), inzwischen selber zweifacher Papa, ist stolz auf seinen Vater. „Und auch dankbar“, betont der Spielertrainer, der als Revisor für den Spiel-Casino-Betreiber Löwen-Play arbeitet. Denn der Team-Senior sei immer zur Stelle, wenn er gebraucht werde, könne viele Positionen spielen, ziehe im Training voll mit und sei damit ein gutes Beispiel für die Youngster. Und Gemecker oder Besserwissereien für den jungen Trainer gebe es vom Routinier auch nicht.

Auch wenn sich ihre Spielweise stark unterscheidet, das Fußball-Gen hat Marek Rönnefahrt vom Vater geerbt. Als Zehnjähriger spielte er erstmals für Marathon in der erfolgreichen Truppe des damaligen Jugendtrainers Christian Gleich, der sein Team von der Bubi- bis in die niedersächsische Jugendliga führte. Von Gleich bekam er das Rüstzeug für seinen fußballerischen Werdegang. „Kondition, Einsatzwille und taktische Disziplin in mannschaftlicher Geschlossenheit und Kameradschaft - das ist auch Mareks oberste Maxime. Diese fordert er auch von seinem Vater“, sagt Pressewart Kuhnert.

Für das Vater-Sohn-Gespann läuft es. Während ihr Lieblingsbundesligist Hannover 96 im Bundesliga-Keller dümpelt, mischen sie mit dem TSV Marathon im Aufstiegsrennen der 2. Kreisklasse Nord mit. Rönnefahrt will mit seinen Jungs unbedingt aufsteigen. „Denn wenn ich etwas von meinem Vater abbekommen habe - dann ist es vor allem der Ehrgeiz“, sagt er.

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