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Vorfreude aufs Bett und Mamas Essen

Leichtathletik-Talent Victoria Sack Vorfreude aufs Bett und Mamas Essen

7000 Flugkilometer von ihrer Heimat Edemissen entfernt arbeitet Leichtathletin Victoria Sack an ihrem Traum - einem Ticket für die U20-Weltmeisterschaft in Barcelona.

Victoria Sack (hinten) mit ihrem Staffel-Team.

Obwohl: Häufig träumt die 19-Jährige derzeit eigentlich gar nicht. „Weil mich das Training komplett ausknockt. Aber wenn ich träume dann witzigerweise immer noch in Deutsch“, sagt die Sport-Stipendiatin, die seit vergangenem Sommer an der Universität von Iowa studiert und trainiert.

Mitte Juni wird Victoria Sack ihrer Heimat einen Besuch abstatten, weil sie bei der Junioren-Gala in Mannheim startet. Auf ihr 2x2 Meter großes Bett in ihrem Jugendzimmer in Edemissen freut sie sich besonders. „Die schmalen Studentenwohnheimbetten sind nicht einmal halb so komfortabel. Und ich freue mich natürlich auf Essen von Muttern und darauf, meine Familie und Freunde wiederzusehen“, sagt die Studentin.

Mal abgesehen von ihrem Bett - aus sportlicher Sicht hat sich der Wechsel in die USA für die ehemalige Silberkamp-Gymnasiastin gelohnt. Victoria Sack führt mit ihrer bei einem 400-Meter-Rennen in Columbia aufgestellten persönlichen Bestzeit von 55,01 Sekunden die offizielle deutsche U20-Bestenliste an. Der schnelle Lauf war das Ergebnis einer knallharten Trainingsarbeit, für die sie „mit viel Stöhnen und Leiden“ fast jeden Tag kurz vor sechs Uhr aufsteht, damit sie vor der ersten Lesung an der Uni noch im Kraftraum schwitzen kann.

Ihre sportliche Entwicklung macht Victoria Sack an der Trainingsumstellung fest. „Ich habe einen Trainer, der konsequent bei der Sache ist, und hartes, offensichtlich effektives Training. Und mit hart meine ich wirklich, wirklich hart“, unterstreicht die 19-Jährige. Dreimal pro Woche stemmt sie beim Krafttraining Hanteln, fünfmal pro Woche sprintet sie im Lauftraining über verschieden lange Distanzen, am Wochenende schiebt sie noch einen Dauerlauf nach.

Auf den Straßen von Iowa begegnet sie dabei vielen Studenten, die stolz ihre schwarz-gelben Pullis mit „Hawkeyes“-Schriftzug tragen. „Falkenaugen“ - so heißen die verschiedenen Sportteams der Hochschule. „Sport in den USA ist ein Aushängeschild für Unis. Ganz oben auf der Liste steht Football. Die Studenten sind sehr sportverrückt. Da kommt es auch um halb acht abends mal vor, dass man gefragt wird: Hey, wollen wir uns das Volleyballspiel ansehen?“, schildert Victoria Sack.

Der Leistungsdruck sei enorm, erzählt die Edemisserin und verweist zum Beispiel auf ein Zitat von Telefon-Erfinder Alexander Graham Bell, das im Umkleideraum der Mädchen an der Wand prangt: „Erfolgreiche Teams erledigen ihre Aufgabe mit Scheuklappen, nichts lenkt sie davon ab, ihre Ziele zu erreichen.“ „Wenn man in so einer Umgebung ist, muss man seine Einstellung etwas justieren, sonst wird man ganz schnell ganz unglücklich“, betont Victoria Sack.

Glücksgefühle erzeugt hingegen die Stimmung bei Wettkämpfen, die in Amerika deutlich intensiver sei als in Deutschland. „Teams feuern ihre Kollegen auf der Bahn an, Fans feiern ihre Sieger. Man kann sich nicht unterhalten ohne zu schreien“, verdeutlicht Victoria Sack. Die Edemisserin hofft, dass es in dieser Saison auch wegen ihr noch einmal richtig laut am Rand der Tartanbahn wird - wenn sie ihre Bestleistung noch einmal verbessert. „Ich will in jedem Fall eine 54 laufen, vielleicht ist auch eine 53 drin“, sagt sie.

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Im Hauptfach Kunst studiert Victoria Sack an der Iowa-Uni. Auf ihrem Stundenplan stehen zudem Nebenfächer wie „Rhetorik“, „Aktuelle Umweltprobleme“, „Westliche Kunstgeschichte nach 1400“, „Grundlagen des Zeichnens“ oder Gesangsstunden. Für die PAZ hat die gebürtige Edemisserin mal einen typischen Tagesablauf notiert:

5.50 Uhr: Aufstehen.

6.30 bis 8 Uhr: Krafttraining.

8.30 bis 10.30 Uhr: Uni-Vorlesungen.

11.30 Uhr: Mittagessen

12 bis 13.30 Uhr: Uni-Vorlesungen.

14 bis 16.30 Uhr: Training.

17.30 bis 19.30 Uhr: Uni-Vorlesungen.

20 bis 21.30 Uhr: Hausaufgaben in der Bibliothek

22 Uhr: Früh ins Bett

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