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„Vereine sollten ihr Wort halten“

Fußball-Kreisliga „Vereine sollten ihr Wort halten“

Die Trainer-Zunft ist entsetzt: Nachdem Fußball-Kreisligist Vöhrum sich vom für die kommende Saison engagierten Coach Peter Placinta nur wenige Tage nach der Verpflichtung wieder getrennt hat, prasselt auf die Arminia scharfe Kritik ein.

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Toller Erfolg: Mit Trainer Karsten Stallmann gewannen die Vöhrumer im vergangenen Jahr den Kreispokal.

Quelle: Ralf Büchler

Reinhold Düsterhöf weiß, wie es sich anfühlt, unrühmlich entlassen zu werden. Bis März 2009 trainierte er Germania Blumenhagen, ehe der damalige Bezirksligist ihm die Kündigung in den Briefkasten warf. „Aber gegenüber dem, was jetzt bei Arminia Vöhrum passiert ist, ist meine Geschichte ja noch mehr als geschmeichelt“, sagt der Fußball-Trainer. Am 6. Mai gaben die Vöhrumer Verantwortlichen bekannt, Peter Placinta als Trainer für die kommende Saison verpflichtet zu haben.

Nur elf Tage später verkündete der Klub jedoch per Pressemitteilung, doch an Vorgänger Karsten Stallmann festzuhalten. Auch Torjäger Marcel Lautenbach wechsele entgegen seiner Zusage nun doch nicht zum VfB Peine. „Damit machen sich die Vöhrumer lächerlich. Vorstand und Fußball-Abteilung haben sich zum Spielball der Mannschaft gemacht“, kritisiert Düsterhöf.

Dungelbecks Trainer Mathias Buchmann bezeichnet die Vöhrumer Kehrtwende als „niveaulos“, „Von Trainern wird erwartet, dass sie zu ihrem Wort stehen, das sollte umgekehrt für den Verein aber auch gelten“, betont der Coach, der einst selber fünf Jahre für die Arminia spielte. „So etwas habe ich in meiner Zeit dort aber nicht kennen gelernt.“

Für seinen Trainerkollegen Peter Placinta empfindet er die Art und Weise der Trennung als „Faustschlag ins Gesicht“. „Sarkastisch würde ich fast sagen: Der nächste Vöhrumer Trainer sollte zu den Vertragsverhandlungen mit Rechtsbeistand anreisen“, sagt Buchmann.

Der Fall Placinta könnte tatsächlich noch die Gerichte beschäftigen. „Selbst wenn es nicht schriftlich sondern nur per Handschlag festgehalten wurde, ist ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen“, betont ein Peiner Fußballer, der Rechtsanwalt und Experte für Arbeitsrecht ist, aber namentlich nicht genannt werden möchte.

Besonders brisant: Placinta lehnte ein Angebot des Gifhorner Fußball-Kreisligisten SV Meinersen ab, mit der Begründung, sich bereits mit Arminia Vöhrum geeinigt zu haben. Auch wenn Fußball-Trainer auf Kreisebene nur ein Nebenjob ist – Placinta entgehen eingeplante Einnahmen. „Ich empfehle ihm, sich Rechtsbeistand zu holen“, sagt der Anwalt.

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Absage per SMS

Ein guter Stürmer entgeht hingegen dem VfB Peine. 28 Tore hat Marcel Lautenbach in dieser Saison für Vöhrum erzielt, dem VfB hat er kürzlich seinen Wechsel zugesagt, ihn jetzt aber wieder abgeblasen. „Wenn ein Spieler nicht zu uns kommen möchte, macht es auch keinen Sinn auf den Wechsel zu beharren. Besser so, als wenn Marcel bei uns unzufrieden gewesen wäre“, sagt VfB-Trainer Nick Gerull.

Enttäuscht ist er allerdings von der Art und Weise des Rückziehers. Lautenbach habe ihm eine Kurzmitteilung per Handy geschickt. „Das finde ich schade. Ich meine, der Anstand gebietet es, so etwas in einem persönlichen Gespräch zu sagen. Aber Marcel ist ja noch jung“, sagt Gerull.

Sportlich könne sein Klub die Absage aber verkraften. „Mit David Lieckfeldt haben wir eine gute Alternative gefunden“, freut sich Gerull auf Peines Bezirk-Top-Torjäger.

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