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Unvergessen: Kipars geschickter Schachzug

Vor 50 Jahren Unvergessen: Kipars geschickter Schachzug

„Weißt du noch, wie du fast von der Außenlinie einen unter die Latte gesetzt hast?“ Mit „Weißt du noch ...“ begannen viele Sätze beim Wiedersehen der Ex-Fußballer der SG Adenstedt, die fast auf den Tag genau vor 50 Jahren mit ihrem Team den Aufstieg in die höchste Spielklasse für Amateure schafften.

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Ein Blick ins Fotoalbum von 1959. Die Fußballer der SG Adenstedt schafften den Aufstieg in die Amateur-Oberliga. Zur Mannschaft gehörten (oben von links) Trainer Willi Kipar, Heinz Klingebiel, Adi Kosak, Heinz Kraska, Wolfgang Bode, Otfried Backhaus, Günter Kraska, Heinz Loske, Werner Höttcher sowie (unter von links) Heini Kraska, Bernd Giese, Willi Kaune, Günter Blume und Rudi Kraska..

Quelle: privat

„Das war eine ganz harte Partie“, erinnert sich der Adenstedter Günter Kraska an das Entscheidungsspiel vor 3000 Zuschauern in Burgdorf gegen den SC Uelzen 09. Beim einstigen Linksverteidiger trafen sich jetzt acht Spieler der Aufstiegself und schwelgten in Erinnerungen. „Willi Kipar hat bei unserer Aufstellung ja gleich für eine Überraschung gesorgt“, erzählt der 73-jährige Kraska. Der Trainer beorderte überraschend den schussgewaltigen Linksaußen Otfried Backhaus auf die rechte Verteidigerposition. „Da hatte der doch noch nie gespielt.“ Doch Kipars Schachzug ging auf.

Backhaus schaltete Uelzens gefährlichsten Angreifer aus, die Adenstedter kassierten keinen Gegentreffer. „Aber dafür mussten wir uns ganz schön lang machen. Uelzen hat gedrängt, Adi Kosak hat für uns sogar einen Ball auf der Linie gerettet“, blickt Kraska zurück. Auch die spielentscheidende Vorlage gab Rechtsaußen Kosak. Heini Kraska erzielte den 1:0-Siegtreffer. Die Nachricht vom Aufstieg überbrachte das Team noch am Abend persönlich ihrem verletzten Mitspieler Werner Deike, der wegen eines Handbruchs im alten Peiner Krankenhaus in der Sundernstraße lag.

„Einen großen Anteil an unserem Sieg hatte unser Trainer Willi Kipar“, betont der Bruder des Siegtor-Schützen, Günter Kraska. Ein harter Hund sei er im Training gewesen, scheuchte seine jungen Spieler und verbat ihnen das Biertrinken. „Heimlich haben wir das aber doch mal gemacht“, räumt Kraska ein. Mit seiner Art habe es Kipar verstanden, seine Jungs richtig heiß zu machen.
„Die Mannschaft hatte ein Durchschnittsalter von 23 Jahren und bestand ausschließlich aus Eigengewächsen“, hebt Adolf „Adi“ Kosak hervor. Der 72-Jährige wohnt inzwischen in Burgdorf und erinnert sich gern an die Zeit in Adenstedt zurück. „Mit diesem Team haben wir ja bereits von der Schülerzeit an für Furore gesorgt.“

Heini Kraskas Tor katapultierte die SGA schließlich in die Amateur-Oberliga, wo sie neben dem VfB Peine die einzige Mannschaft aus dem Peiner Land waren. Der VfL Wolfsburg, Arminia Hannover oder Göttingen 05 gaben ihre Visitenkarte in Adenstedt ab. Spätere Nationalspieler wie Werner Olk oder Lothar Ulsaß dribbelten gegen die SGA. Besonders stolz waren die Adenstedter, wenn ihre Ergebnisse in den Radio-Sportnachrichten vorgelesen wurden. Dass da einige Niederlagen dabei waren, spielte eine untergeordnete Rolle. Nach nur einer Saison stiegen die Adenstedter wieder aus der Amateur-Oberliga ab. „Aber wir haben uns gut geschlagen“, betont Günter Kraska. „Der Aufstieg war ein beispielloser Erfolg für diesen kleinen Dorfverein“, unterstreicht Adolf Kosak.

Christian Meyer

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