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Sport Regional Studium und Vaterfreuden: Olympia-Sieger Margis gönnt sich Pausen
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14:00 08.12.2018
Dieser Moment, wenn man registriert, dass man Olympia-Sieger ist. Bob-Anschieber Thorsten Margis (Mitte) bejubelte mit Pilot Francesco Friedrich in Pyeongchang die Goldmedaille im Zweier- und Viererbob. Quelle: imago/Sven Simon
Adenstedt/Halle

„Er kam, er schob, er siegte!“ Mit einem peppigen Plakat empfingen die Vereinskollegen des SV Halle im Februar am Flughafen den in Adenstedt aufgewachsenen Bob-Anschieber Thorsten Margis nach dessen größtem Erfolg. Der frühere Zehnkämpfer der LG Peiner Land räumte bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang Doppelgold ab. Olympia-Sieg im Februar, Hochzeit mit Partnerin Inken im November, Haus gebaut – das Jahr 2018 ist eigentlich nicht zu toppen für den 29-Jährigen. „Doch“, merkt der Olympia-Sieger im PAZ-Interview an, „wenn ich im Februar Vater werde.“ Zum Start der Bob-Saison sprach Sportredakteur Christian Meyer mit dem 106-Kilo-Kraftpaket unter anderem über Hochzeits-Anträge, Wettkampf-Pausen oder E-Bay-Kleinanzeigen.

Thorsten, am Wochenende startet in Sigulda in Lettland die Weltcup-Saison der Bob-Asse. Ihr Bobteam mit Pilot Francesco Friedrich ist am Start, Sie aber nicht. Klären Sie uns auf: Was ist los?

Ich habe mich dazu entschieden, nur wenige Rennen zu fahren, um mein Semester im Maschinen-Bau-Studium durchzuziehen. Denn im Sommer 2021 möchte ich gerne meine Bachelor-Arbeit schreiben. Wir befinden uns im nacholympischen Jahr, das ist eine gute Gelegenheit, auch mal Luft zu holen. Die letzten vier Jahre waren sehr kraftraubend, auch was den mentalen Druck angeht. Ich vermute, dass ich der einzige Bremser aus der Nationalmannschaft bin, der jeden Wettkampf, jeden Höhepunkt in dieser Zeit mitgenommen hat.

Pilot Francesco Friedrich musste reagieren: Er hat das Top-Anschieber-Talent, den Junioren-Weltmeister Alexander Schüller, ins Team geholt. Machen Sie sich da keine Gedanken, dass die Gefahr besteht, aussortiert zu werden, weil es passieren könnte, dass es in der neuen Konstellation auf Anhieb überragend läuft?

Ich bin da relativ entspannt. Zum einen, weil ich mir kaum vorstellen kann, dass es am Start noch viel schneller geht als mit mir bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang. Und außerdem bin ich gerade wieder richtig gut drauf. Der Trainingsbetrieb läuft ja ganz normal für mich weiter. Ich komme sogar mehr zum Training, als wenn ich im Weltcup unterwegs bin. Da ist man schließlich vor allem in der Bahn oder schraubt in der Garage am Bob.

Wie schwer ist es überhaupt, sich als Topsportler auch eine berufliche Zukunft nach der Sport-Karriere aufzubauen?

Wenn man nicht gerade Polizist werden möchte, ist eine duale Karriere steinig. Es gibt kein Grundgerüst für Sportler. Wenn ein Leistungsschwimmer zum Beispiel Medizin studieren möchte, ist das eigentlich überhaupt nicht möglich, weil beide Sachen sehr zeitintensiv sind. Ich würde mir wünschen, dass es landes- oder bundesweit bessere Möglichkeiten für Topsportler gäbe, die Trainingspläne mit Unis oder Betrieben abzustimmen. Bisher sind das glückliche Einzelfälle, weil sich vielleicht ein lokaler Betrieb für den Sportler engagiert. Ich bin mir sicher, dass viele Top-Talente dem Sport schon verloren gegangen sind, weil sie sich aufs Studium konzentrieren mussten.

Sie haben sich auf den Sport konzentriert. Mit Erfolg: Sie durften den Bundespräsidenten treffen, hatten zahlreiche Fernsehauftritte – wie ändert sich das Leben, wenn man Olympiasieger ist?

Auf den ganz großen Sponsoren-Vertrag über 200 000 Euro von Red-Bull warte ich leider noch (lacht). Im Ernst: So viel anders ist es nicht. Wenn ich essen oder einkaufen gehe, passiert es mir ganz selten, dass ich mal angesprochen werde. Manchmal bin ich aber auch ganz froh, nicht Felix Neureuther oder Laura Dahlmeier zu sein. Sponsoren muss ich weiterhin selber aktiv suchen, es ist eher sogar ein Betteln. In den Gesprächen ist die Wahrnehmung als Olympia-Sieger dann aber zumindest schon eine ganz andere. Ganz lustig war, als ich bei E-Bay-Kleinanzeigen meinen Fernseher verkauft habe, denn der Käufer kannte mich.

Und hat das gute Stück als Fernseher des Olympia-Siegers gleich teurer weiterverkauft...

(lacht). Ich glaube nicht.

Was war die schönste Sache nach Ihrem Olympia-Sieg?

Der Urlaub mit meiner Freundin in Kalifornien. Den hatte ich nötig. Wir haben einen Road-Trip gemacht. Die drei Wochen zwischen Olympia-Sieg und Urlaub waren die reine Katastrophe. Ich bin in ein richtiges Loch gefallen, ich wusste überhaupt nichts mit mir anzufangen.

Das hätte ich nicht vermutet. Im Team sind Sie schließlich der emotionale Spaßvogel, der während einer rasanten Trainingsfahrt auch schon mal aus dem Bob den Bundestrainer oder seine Partnerin anruft. Haben Sie den Hochzeitsantrag eigentlich auch per Handy aus dem Eiskanal gemacht?

Nein, nein. Den habe ich zu Hause gemacht. Wir haben uns in Halle ein Haus bauen lassen. Und kurz vor der ersten Nacht im neuen Haus, nachdem der große Schwung des Umzugs geschafft war, habe ich sie dann gefragt.

Jetzt freuen Sie sich darauf, Eltern zu werden. Im März steht aber auch die Weltmeisterschaft im kanadischen Whistler an: Werden Sie dabei sein?

Ja. Denn ich bin krankhaft ehrgeizig. Im Vierer werde ich sicher gesetzt sein und im Zweier muss ich mal sehen. Deshalb kann es passieren, dass ich bei der Geburt meines Kindes nicht vor Ort dabei sein kann. Aber ich kann es mir eigentlich auch nicht erlauben, die WM nicht mitzufahren, weil die finanzielle Förderung sonst nicht kommt. Deshalb werde ich zumindest auch die Rennen in Winterberg und Altenberg bestreiten.

Die frühere Russisch-Lehrerin Ihres Piloten Francesco Friedrich hat verraten, dass sie jetzt Autogramm-Karten ihres ehemaligen Schülers sammelt. Kamen bei Ihnen auch schon Anfragen aus der Grundschule in Adenstedt?

Nein noch nicht, würde ich aber sofort machen.

Von Christian Meyer

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