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Sport Regional Rheuma ist ihr nervigster Gegner
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17:28 08.06.2018
„Sie ist technisch sehr versiert und hat viel Antrieb in unser Spiel gebracht“: Über dieses Lob ihres Ex-Trainers Torben Harnagel durfte sich VfB-Landesliga-Fußballerin Emma Firlus freuen. Quelle: Ralf Büchler
Kreis Peine

Es war keine berauschende Saison, die die Landesliga-Fußballerinnen des VfB Peine gespielt haben und doch schlugen bei Mittelfeld-Wirbelwind Emma Firlus die Glücksgefühle Purzelbäume. Endlich wieder Fußball spielen! Anderthalb Jahre lang war für die 16-Jährige aus Wipshausen daran nicht zu denken. Starke Schmerzen in den Füßen und geschwollene Handgelenke bremsten sie ausgerechnet dann aus, als sie kurz davor stand, ihr erstes Bundesliga-Spiel für die U17-Juniorinnen des VfL Wolfsburg zu bestreiten. Einen Ärzte-Staffellauf und Monate später mussten der Teenager und seine Eltern verkraften, dass eine rheumatische Erkrankung keine Frage des Alters ist. Die Diagnose: Poly-Arthritis. Doch Emma Firlus gelang das Comeback.

An ihr erstes Training bei den Landesliga-Fußballerinnen des VfB Peine im Herbst vergangenen Jahres nach der Zwangspause kann sie sich noch gut erinnern. „Ich war ganz schön k.o. vom Laufen, aber auch so erleichtert. Es war so schön! Im Auto habe ich erstmal vor Freude angefangen zu heulen“, verrät sie. Ausgerechnet die, die schon die Jungs in Wipshausens Jugend-Mannschaften ausdribbelte, einen Jugend-Trainer-Schein hat, ihren Papa im Garten zum Duell herausfordert, ihre jüngere Schwester Marlene (14) trainiert, hinterm Haus mit dem Ball jongliert und von der Bundesliga träumte – die konnte plötzlich kein Fußball mehr spielen.

April 2016: Emma Firlus wacht mit stechenden Schmerzen im linken Fuß auf, kann nicht mehr auftreten. „Ich dachte erst an einen Mittelfußbruch“, erzählt sie. Doch es gibt keine Blut-Ergüsse. Ein Physiotherapeut rät ihr: Fuß schonen, in zwei Wochen geht das wieder. Es ging nicht. Eine Kernspintomographie soll Klarheit bringen. Ein Knochenmark-Ödem wird diagnostiziert, Emma Firlus kann nur noch an Krücken gehen. Und da folgt schon das nächste Problem: Von der Belastung schwellen ihre Handgelenke unnatürlich an. Das kommt auch dem Hausarzt komisch vor, er nimmt Blut ab. Und tatsächlich: Der Rheumafaktor ist erhöht.

Ein Rheumatologe verordnet eine Cortison-Therapie, erst per Infusion, dann mit Tabletten. „Davon hatte ich die ganze Zeit Heißhunger, aber mir ging es besser“, erzählt die Ratsgymnasiastin. Schlimmer als ihr damals aufgedunsenes Gesicht fand sie etwas anderes: „Meine Mannschaftskolleginnen spielen zu sehen, und ich kann nicht mitmachen.“ Emma Firlus ist eine fröhliche, aufgeweckte 16-Jährige. „Aber in der Zeit hat ihr diese Grundfreude gefehlt“, stellte Papa Dirk fest.

Sie ahnte, dass der Rheuma-Schub ihren Traum platzen lassen wird. Emma Firlus hatte es nach guten Leistungen in der U15 des VfL Wolfsburg gerade in den Kader der U17-Bundesliga-Mannschaft geschafft. Auf dem Mannschaftsfoto lächelt sie noch erwartungsvoll in die Kamera. Doch beim Trainingslager in Österreich konnte sie schon nicht mehr mitmischen, sondern nur noch zugucken. „Das tut schon noch weh. Mit sieben, acht hatte ich oft ein Wolfsburg-Trikot an und habe mir immer vorgestellt, einmal Bundesliga zu spielen“, erzählt Emma.

Trotzdem: Die Zeit beim VfL mit dreimal Top-Training pro Woche, Shuttle-Service, neuen Freundinnen und Duellen gegen Jungs in der Kreisliga hat sie genossen. „Am schönsten war die Teilnahme am Cordial-Cup in Österreich. Da sind wir mit Vereinshymne im Stadion eingelaufen“, schwärmt die 16-Jährige von dem internationalen Turnier mit Gegnern aus den USA, Finnland oder Italien.

Inzwischen heißen ihre Gegner mit dem VfB Peine Groß Schneen oder Wahrenholz. Nach ihrem feiner Lupfertor und einem weiteren Treffer beim 3:0 gegen Breitenberg wäre Emma Firlus fast zur „Spielerin der Woche“ auf paz-sportbuzzer.de gewählt worden. Nur wenige Stimmen fehlten. Die Elftklässlerin nahm es sportlich, sie ist froh, überhaupt wieder Fußball spielen zu können. „Da hat man erstmal richtig gemerkt, was einem gefehlt hat“, sagt die Gymnasiastin. Dass sie nicht nur vor Freude hüpfen, sondern auch wieder rennen, passen und schießen kann, liegt auch am Medikament Enbrel, das Entzündungen reduziert. Einmal pro Woche spritzt sich Emma Firlus den Arzneistoff. „Momentan geht es mir super, ich habe gute Laune“, sagt sie. Und morgen noch mehr: Alles Gute zum 17. Geburtstag!

Von Christian Meyer

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