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Sport Regional Peiner zum dritten Mal Weltmeister
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13:52 04.11.2017
Robin von Zweydorff (Mitte) mit Betreuer Wolfgang Becker und Freundin Inessa. Quelle: privat
Prag

Zum dritten Mal hat sich der Peiner Robin von Zweydorff den Weltmeistertitel geholt. Er ist bei der WM im Bankdrücken des Verbandes WUAP (World United Amateur Powerlifting) in der 90-Kilo-Klasse gestartet. Ein bisschen hat sich der 38-Jährige aber trotz seines Titels geärgert: „Beim Weltrekordversuch mit 266 Kilo bin ich gescheitert – obwohl das Gewicht drin war.“

Den Weltmeistertitel in der Altersklasse der Submaster hatte Robin von Zweydorff bei dem Wettkampf in Prag schon sicher, als er nach 245 Kilo auch 255 Kilo emporgestemmt hatte. Bei fünf Kilo mehr liegt der deutsche Rekord – den er selbst aufgestellt hatte. „Ich habe mich gut gefühlt und deshalb gleich das Weltrekordgewicht von 266 Kilo auflegen lassen“, sagt der Peiner. In der Streckphase kämpfte er ein wenig, und zwei Zentimeter vor der Endposition brach der Kampfrichter den Versuch als ungültig ab. „Ich hätte das geschafft. Er hat einfach zu früh abgenommen“, hadert von Zweydorff.

Weil dieser dritte Versuch ungültig war, konnte er keinen vierten auflegen lassen. Hätte er im dritten 261 gestemmt, hätte er den deutschen Rekord gesteigert – und auch noch den vierten Versuch für den Weltrekord gehabt. „Das werde ich bei der nächsten WM wahrscheinlich anders machen – und vor allem gleich mit mehr Gewicht einsteigen“, sagt von Zweydorff.

Der eigentliche Kampf war allerdings nicht die WM in Prag, sondern die Phase nach der Deutschen Meisterschaft im Mai, bei der der Peiner in der 100-Kilo-Klasse gestartet war. Bis zur WM musste er sich in die 90-Kilo-Klasse runterhungern, das heißt zehn Kilo abnehmen.

„Ich habe die letzten anderthalb Monate kaum noch Kohlenhydrate gegessen, sondern Fleisch und Gemüse, Eiweiß und Aminosäuren zu mir genommen“, schildert er die Tortur. Zwei Tage vor dem Wiegen hatte er noch 91 Kilo drauf. „Ich habe dann viel Trocken-Ananas und Mangos gegessen – mit Erfolg. Beim Wiege-Termin am Tag vor seinem WM-Start hatte er 89,1 Kilo – und ging anschließend erstmal „schön essen. Ich habe mir gleich zwei Portionen bestellt.“

Zur Vorbereitung gehörte viermal Training pro Woche. „Ein Bankdrücktag, ein Push-Tag hauptsächlich für Schulter und Trizeps, ein Pull-Tag für Rücken und Bizeps und einmal EMS“, schildert von Zweydorff. EMS steht für „Elektro-Muskel-Stimulation“, ein Verfahren, mit dem er zuletzt die Folgen einer Brustmuskelverletzung linderte.

Unterstützung bekam er in der Vorbereitung von Trainings-Kumpel Wolfgang Becker sowie von Freundin Inessa, die selbst häufig trainiert. Beide waren auch in Prag dabei.

Und beide unterstützen ihn beim nächsten Projekt: Bei der Deutschen Meisterschaft im März will er wieder in der 100-Kilo-Klasse starten – und 290 Kilo drücken. Das wäre dann deutscher Rekord. „Bis dahin habe ich fünf Monate Zeit. Das heißt, ich kann jeden Monat zwei Kilo zulegen“, sagt von Zweydorff.

Von Matthias Press

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