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18:54 28.06.2018
Es war zum Haareraufen: Mario Gomez (links) und Mats Hummels vergaben gegen Südkorea die besten deutschen Torchancen per Kopf und schieden mit dem Weltmeister völlig überraschend aus. Quelle: imago
Kreis Peine

Jetzt bläst der Gegenwind – Fußball-Bundestrainer zu sein, mit 80 Millionen Freizeit-Bundestrainern vorm Fernseher im Rücken ist dieser Tage nicht der dankbarste Job. Peines Fußball-Trainer fanden unterschiedliche Kritik-Punkte bei der WM-Aus-Analyse, aber in einer Sache waren sie sich einig: „Ich habe mich zwar maßlos geärgert und musste in der Halbzeitpause gegen Südkorea erstmal in den Garten zum Durchpusten – aber das Aus ist verdient gewesen. Die Mannschaft war in allen drei Spielen schlecht“, bilanzierte zum Beispiel Broistedts Frauen-Oberliga-Trainer Börge Warzecha.

Wie man Spiele gewinnt – Arminia Vöhrums Trainer Nils Könnecker weiß es, ihm gelang mit dem Kreisligisten schließlich als Vizemeister der etwas überraschende Bezirksliga-Aufstieg. Ihm fehlte in den Aktionen der deutschen Nationalelf vor allem das Tempo und der Zug nach vorne im Spiel. „Mich hätte einmal eine Statistik interessiert, wie viele Querpässe gespielt wurden und wie wenige nach vorne. Die kleinen Nationen kriegen das defensiv immer besser hin, aber wir haben die Gegner defensiv nicht vor große Aufgaben gestellt“, analysierte Könnecker. Fast noch mehr als über Zeitlupen-Angriffe ärgerte sich Vöhrums Aufstiegstrainer aber darüber, dass Marco Reus offenbar im ersten Spiel gegen Mexiko geschont werden sollte und sich der Trainerstab damit verzockte. „Das fand ich auch respektlos gegenüber den anderen Mannschaften. Diese Arroganz hat mir gar nicht geschmeckt.“

Ob Löw nun hinschmeißen oder weitermachen soll – da hält sich Könnecker unter Trainerkollegen raus. „Aber mich würde es wundern, wenn er im Amt bleibt.“

Spieler, Trainer, Betreuer – „Im Idealfall sollte das eine Einheit sein. Leider habe ich das bei dieser Mannschaft nicht gesehen“, stellte hingegen Wendezelles Bezirksliga-Trainer Thomas Mainka fest. Mit seinem TSV ist er auch deshalb seit Jahren unabsteigbar, weil das Team kämpft, rennt, ackert, grätscht. „Einstellung ist für mich höher zu bewerten als Aufstellung“, betont Mainka. Doch genau an dieser Einstellung habe es der deutschen Nationalelf diesmal gefehlt. „Ich habe nichts an Leidenschaft und Aufbäumen gesehen. Wie wenig gesprintet wurde, war erschreckend, und Khedira hat sich gegen Südkorea regelrecht versteckt. Deshalb ist Deutschland auch völlig zurecht ausgeschieden.“

Kritik an Löw wagt Mainka auch. Er habe es nicht verstanden, warum genau für diese Notfälle nicht Joker wie Leroy Sané oder Niels Petersen berufen wurden. „Mir wurde bei der Kader-Zusammenstellung zu wenig nach dem Leistungsprinzip gehandelt.“

Für Obergs Kreisliga-Coach Hubert Meyer war das überraschende WM-Aus nicht nur ein Ein- sondern auch ein Aufstellungsproblem. „Jogi Löw war nicht mutig genug. Obwohl er nach dem gewonnenen Confed-Cup mit dem jungen Team alle Möglichkeiten hatten, hat er in Russland zu vielen Weltmeistern von 2014 vertraut“, moniert der Fußball-Lehrer, der einst als Co-Trainer mit Ex-Nationalspieler Hans-Peter Briegel die Nationalelf Bahrains betreute. Meyer hätte sich Julian Brandt als Wirbelwind auf Rechtsaußen, Marco Reus über links und Thomas Müller als Freigeist im Zentrum hinter der Spitze Timo Werner gewünscht. „Brandt wäre ideal gewesen, weil er auch mal in Eins-gegen-Eins-Situationen geht. Und Müller hat bei Heynkes die meisten Tore im Zentrum erzielt. Für die Außenbahn ist er zu langsam“, gibt Meyer zu bedenken. Er vermutet: „Ich glaube Jogi Löw tritt zurück, weil auch er erkannt hat, dass ihn der Mut etwas verlassen hat.“

Gleich mehrfach gerätselt hat Broistedts Frauen-Oberliga-Trainer Börge Warzecha, welchen Sinn einige Startelf-Entscheidungen in Bezug auf die Taktik des deutschen Spiels hatten. „Gegen Schweden und Südkorea war zum Beispiel klar, dass Deutschland eine defensive Mannschaft bespielen und viel über Außen kommen muss und Flanken schlägt. Warum beginnt dann nicht auch ein Stürmer wie Mario Gomez?“, fragte sich Warzecha.

Bei den Ursachen für den verkrampften WM-Auftritt wurde der Broistedter aber auch außerhalb des Platzes fündig. „Es war zu viel Unruhe. Ich glaube zum Beispiel nicht, dass das Özil-Foto mit Erdogan und die Neuer-Geschichte förderlich waren. So etwas schadet einer Mannschaft.“ Diesmal war es sogar ein WM-Total-Schaden.

Von Christian Meyer

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