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Peiner Linienrichter hören auf

Pöbeleien an der Seitenlinie Peiner Linienrichter hören auf

Vorm Abstiegsgespenst gruselt sich Fußball-Bundesligist FC St. Pauli, vom Geisterspiel nicht mehr. Das ist den Hamburgern nach dem Becherwurf-Skandal erspart geblieben. Mit den schlechten Manieren der Zuschauer haben auch die Peiner Schiedsrichter-Assistenten zu kämpfen. Immer mehr hören deshalb auf.

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Voll konzentriert: Der Schiedsrichter-Assistent Dennis Baetje beim Kreisliga-Spiel zwischen Barbecke und Vöhrum.

Quelle: rb

Wie hart der Job an der Seitenlinie ist, weiß Peines Schiri-Chef Jörg Metzing genau. Vier Jahre lang winkte er als Assistent von Detlef Bode die Fahne in der Oberliga, wenn ein Spieler ins Abseits lief. Der Druck ist enorm: „Die Zuschauer stehen dicht dran, und trotzdem darf man sich von nichts ablenken lassen“, erläutert Metzing. Sein prominenter Ex-Kollege, der Schweizer Urs Meier, erzählte in einem Interview mit der „taz“, dass er an der Seitenlinie sogar bespuckt oder mit Bier überschüttet wurde. So etwas hat Metzing noch nicht erlebt. Aber: „Was einem da teilweise mit Wörtern an den Kopf geschmissen wird, ist schon hart“, betont er. Selbst Vereinsvorsitzende würden nicht haltmachen vor groben Beleidigungen.

Einigen Peiner Jungschiris war das zu viel. Nach ihrer frisch erworbenen Schiri-Lizenz sollen sie als Linienrichter in der Kreisliga Erfahrung sammeln. Wegen ständiger Beschimpfungen haben viele schnell wieder aufgehört. „Die Zuschauer geben ihnen keine Chance“, kritisiert Metzing. Er schätzt, dass 10 bis 15 Nachwuchsreferees dem Schiri-Ausschuss pro Saison „flöten gehen“. Besonders bitter: „Ich bin überzeugt, dass einige von denen hoch hätten pfeifen können“, unterstreicht Metzing.

Bei der jüngsten Tagung des Fußball-Kreisverbands musste Metzing daher sogar drohen, Mangels Schiris keine Assistenten in der Kreisliga mehr anzusetzen. „Inzwischen hat sich die Lage etwas verbessert, deshalb wird es dazu wohl nicht kommen“, sagt er.

Peines Schiri-Legende Walter Marchefka war als Linienrichter unter anderem im DFB-Pokal-Finale 1975 im Einsatz. 43 000 Zuschauer verfolgten die Partie zwischen dem MSV Duisburg und Eintracht Frankfurt. „Wenn Tausende von Leuten Schieber in einem Stadion rufen, merkst du das gar nicht. Aber wenn du in der Kreisliga drei Meter entfernt von den Zuschauern stehst, die du vielleicht kennst und die dich beleidigen, dann geht das richtig an die Nieren“, betont der 71-Jährige. Deshalb helfe nur eines: „Man muss an die Vereine und Zuschauer immer wieder appellieren, fair mit uns umzugehen.“

cm

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