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„Miteinander und nicht übereinander reden“

Interview „Miteinander und nicht übereinander reden“

Der Kreissportbund-Vorsitz hat – so Kurt Gilgen – „Freude gemacht“. Er macht aber auch Arbeit. Über die Gründe für seine Kandidatur und seine Arbeitsweise sprach PAZ-Redakteur Matthias Preß mit dem neuen KSB-Vorsitzenden Wilhelm Laaf.

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Kurt Gilgen und Wilhelm Laaf.

Herr Laaf, als Kreissportbund-Vorsitzender sollte man eine Beziehung zum Sport haben. Was haben Sie mit dem Sport zu tun?

Ich beschränke mich auf meine Vereinszugehörigkeiten und meine Aktivitäten: 1956 wurde ich mit 6 Jahren Mitglied des Turnvereins in Arnoldsweiler, meinem Geburtsort im Rheinland. Dort habe ich geturnt und Leichtathletik betrieben. Nach meinem Wohnortwechsel nach Woltorf trat ich am 1. Januar 1971 dem VfL bei, in dem ich Leichtathletik betrieben, Fußball bis 1990 und Handball bis 2007 gespielt habe. Dem Vorstand des VfL habe ich einige Jahre bis zu meiner Zeit als Ortsbürgermeister Woltorfs angehört.

Seit neun Jahren bin ich Kurator der Stiftung Deutsches Sportabzeichen. Das Sportabzeichen habe ich dieses Jahr zum 41. Mal bestanden. Ich fahre viel Fahrrad, seit zwei Jahren auch auf dem Rennrad. Leider lassen einige Verletzungen nicht mehr zu. Aber auf dem Rad fahre ich schon Tagesstrecken zwischen 100 und 150 Kilometern.

Den Vorsitz im Kreissportbund zu übernehmen heißt, eine Menge Arbeit zu übernehmen. Hat Sie das nicht abgeschreckt?

Nein. Wer meinen beruflichen Lebensweg über den 2. Bildungsweg vom Briefträger bis zum Gemeindedirektor kennt, der weiß, dass ich mich nie von Arbeit habe abschrecken lassen. Allerdings habe ich in dieser Woche die letzte freiberufliche Tätigkeit als Fachlehrer und Kommunalberater nach meiner Zeit als Gemeindedirektor in Edemissen beendet, sodass ich neben meinen Tätigkeiten in der Bürgerstiftung, meinem Kreistagsmandat und meiner ehrenamtlichen Arbeit im Altersheimbereich sicherlich auch noch genügend Zeit für den Kreissportbund haben werde. Zum Glück toleriert meine Frau meine Einstellung zur Arbeit, insbesondere auch zur ehrenamtlichen Arbeit.

Ihr Vorgänger Kurt Gilgen hat kritisiert, dass von Seiten der Politik die Leistungen des Sports für das Zusammenleben der Menschen nicht genügend gewürdigt werden. Die ehrenamtliche Arbeit werde zum Beispiel durch Hallennutzungsgebühren erschwert. Sehen Sie das als früherer Edemissener Gemeindedirektor auch so?

Das Thema Hallenbenutzungsgebühren ist etwas, über das ich sicherlich mit den Bürgermeistern der Gemeinden sprechen werde, die diese Gebühren auf die Vereine abwälzen. Warten wir ab, was dabei heraus- kommt. Kritik äußere ich jetzt noch nicht dazu. Allerdings ist Sportförderung in erster Linie eine Sache der Gemeinden und nicht des Landkreises. Deren Tun in Sachen Würdigung des Ehrenamtes kann und werde ich nicht kritisieren, da mir alle Bürgermeister und der Landrat persönlich bekannt sind, und ich genau weiß, welch hohen Stellenwert das Ehrenamt in ihren Augen hat. Auch was die Politik anbetrifft weiß ich, dass dort das Ehrenamt über alle Parteigrenzen hinweg Beachtung findet.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit als Kreisportbund-Vorsitzender? Welche Defizite sollten aufgearbeitet werden?

Ich bin bisher nicht Mitglied des Vorstandes gewesen. Daher muss ich mich erst einmal in meine Funktion einarbeiten. Vermessen wäre es daher, von vorhandenen Defiziten zu sprechen. Meine Arbeitsweise ist die, dass ich mich erst umfassend informiere und erst dann rede.
Die Schwerpunkte werden einerseits da liegen, wo sich der Sport dem gesellschaftlichen Wandel anpassen muss. Andererseits möchte ich als fairer Ansprechpartner für die Politik und für die Vereine dasein. Ich wünsche mir zudem, dass möglichst viele Vereine die Herausforderungen des Sports in unserer Gesellschaft so beurteilen, wie ich es tue und es im VfL Woltorf seit Jahren erlebe.

Passen die Angebote des Kreissportbundes Ihrer Meinung nach zum Bedarf in den Vereinen?

Das ist eine Frage, die von den Vereinen beantwortet werden muss. Ich werde als Gesprächspartner für die Vereine bereitstehen und mir ihre Wünsche anhören. Danach erst werde ich Angebot und Wünsche vergleichen. Sollten andere Wünsche dasein als Angebote gemacht werden, wird man im Vorstand und gemeinsam mit den Vereinen beraten müssen, wie man Wünsche realisieren kann. Voraussetzung dafür ist eine Kommunikationsbereitschaft zwischen KSB und den Vereinen. Ich sage ausdrücklich, dass ich zu dieser Kommunikation bereit bin. Miteinander und nicht übereinander reden ist meine Devise.

Kurt Gilgen war 20 Jahre Vorsitzender des KSB. Planen Sie eine ähnlich lange Amtszeit?

20 Jahre Amtszeit würden bedeuten, dass ich dann 79 Jahre alt wäre. Zudem bestimme nicht ich, sondern Gott, wie lange ich auf dieser Erde weilen darf. Daher klare Antwort: Nein.

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