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18:00 19.01.2019
Ingmar Koch, Extremsport, Eixer See, Schwimmen im Winter, Foto Isabell Massel Quelle: Isabell Massel
Peine

Die optimale Kühlschrank-Temperatur liegt bei sieben Grad. Ingmar Koch schwimmt seit Anfang Dezember fast täglich bei vier Grad im Eixer See. Der Peiner Extremsportler will durch sein Bibber-Projekt gesünder durch den Winter kommen und sich mental für die nächsten Herausforderungen stärken. „Anfangs war ich nur zwei bis drei Minuten im Wasser, mittlerweile kann ich schon zehn Minuten darin schwimmen“, sagt er.

Der 46-jährige IT-Fachmann sucht in seiner Freizeit das Extreme. Er meisterte zum Beispiel schon den 80-Kilometer-Ultra-Lauf im Schnee den Brocken-Gipfel rauf, stiefelte 179 Kilometer über den Rennsteig bei Tag und Nacht in nur 33:23 Stunden oder marschierte den 93 Kilometer langen Hexenstieg im Harz in unter 16 Stunden. Bisher wurde ihm bei seinen sportlichen Abenteuern immer ganz schön warm, bei seinem neuesten Nervenkitzel friert er. Ingmar Koch will zum Eisschwimmer werden. „Hintergrund ist, dass ich im vergangenen Winter oft erkältet war und mich angeschlagen gefühlt habe. Dann habe ich etwas über Eisschwimmen gelesen, das die Immunabwehr stärken soll“, sagt Koch.

In Hahnenklee hat der Harz-Fan einen Wohnwagen stehen und tastete sich dort schon einmal ans Eisbaden heran. Bis zum Spät-Herbst schwamm er dort noch in einem Teich. Sein anfänglicher Kälterekord: 9 Grad. Doch das glich fast schon einer warmen Badewanne im Vergleich zu dem, was ihn bei seinem ersten begleiteten Eis-Schwimm-Gang erwartete. Im Internet hatte er nach Eisschwimmern gesucht und sich Anfang Dezember für ein gemeinsames Eintauchen in den Moorhüttensee bei Volkmarode verabredet. 4,9 Grad hatte er im Wasser mit seinem extra gekauften digitalen Thermometer gemessen.

Das ist eine Temperatur, die nichts für Ungeübte ist. Auch Ingmar Koch tastete sich langsam an die Kälte heran. „Ich habe mich zum Beispiel mit kalten Duschen vorbereitet“, sagt er. Im Zeitlupen-Tempo geht er ins Wasser hinein. Nur rund zwei Minuten dauerte sein erstes Eisbad. „Am ganzen Körper fängt es an zu kribbeln und zu pricken. Man muss lernen, sich darauf einzulassen und die Atmung zu kontrollieren. Langsam und ruhig atmen ist wichtig“, sagt er. Mit jedem Eisbad steigerte er die Zeit im Wasser. „Nach rund drei Minuten hört es auf zu kribbeln. Dann kann man auch schwimmen“, schildert Ingmar Koch.

Ins Wasser geht er zwar oberkörperfrei, schützt aber doch Hände und Füße mit Neopren-Handschuhen und Neopren-Socken. Das hat einen Grund, den das Fitness-Magazin „Fit for Fun“ in einem Artikel über Eisbaden verständlich erklärt: „Durch den Kältereiz wird der Blutfluss zu den weniger wichtigen Körperteilen wie Armen, Beinen oder Haut re­duziert. Die äußeren Blutgefäße ziehen sich zusammen – so gewährleistet der Körper, dass die lebenswichtigen Organe wie Herz, Leber, Lunge, Nieren und Gehirn mit genügend Blut und ­Sauerstoff versorgt werden, um weiterarbeiten zu können.“

Noch härter als das Eisbad empfindet Ingmar Koch übrigens den Ausstieg aus dem Wasser. „Dann kommt der Kreislauf wieder in Gang und man fängt an zu frieren – aber so richtig“, schildert er. Sein Gegenmittel: Trockene Sachen anziehen und losjoggen. Nach jedem Eisbad läuft Ingmar Koch zwei Runden um den Eixer See und gönnt sich ein heißes Getränk. Die Belohnung für alles: Adrenalin, Endorphine, Glücksgefühle. „Das gibt einem unglaublich viel Energie. Das ist ein Gefühl, das ich so auch von meinen Ultra-Läufen kenne“, stellt der Peiner fest.

Inzwischen sei er auch schon deutlich weniger kälteempfindlich und mental stärker geworden. „Man beweist sich, dass man etwas schaffen kann. Und man kommt zur Ruhe, weil man lernt, sich auf seinen Körper zu fokussieren“, konstatiert der Extremsportler. Die Kraft der Kälte – Ingmar Koch würde sich wünschen, dass Interessierte das Abenteuer mit ihm teilen. „Es wäre schön, Mitstreiter zu finden – auch aus Sicherheitsgründen“, sagt er. In der Gruppe könne man besser auf sich aufpassen. Ins Wasser geht er übrigens ausschließlich mit Rettungsboje und hält sich nur dort auf, wo er stehen kann. Die Mütze ist auch Pflicht: Die soll allerdings nicht bei warmen Gedanken helfen, sondern schützen. Über den Kopf geht viel Wärme verloren.

Lust und Mut zum Eisschwimmen? Ingmar Koch sucht Mitstreiter. Interessierte können sich bei ihm melden per E-Mail an ingmarkocht@gmail.com.

Von Christian Meyer

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