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Sport Regional Marie Flors Traum: Mal in London, Paris oder Rom starten
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14:00 19.06.2018
Geschafft! Als Marie Flor das Ziel erreichte, applaudierten die Besucher des Peiner Triathlons. Im Rollstuhl wartete sie auch auf den Schwimmstart. Quelle: ralf büchler/privat
Vöhrum

Sie war die Letzte im Ziel, wurde aber gefeiert wie eine Siegerin: Trotz ihrer Rückenmarks-Erkrankung hat Marie Flor aus Ohlum an ihrem 22. Geburtstag als einzige Para-Triathletin den 22. Peiner Triathlon gemeistert. Mit Otto-Normal-Rollstuhl und zwölf Jahre altem Liege-Handbike, bei dem die Schaltung muckt statt windschnittigem Hightech-Carbon-Rennrad. Dabei war es ihr in den vergangenen Wochen überhaupt nicht gut gegangen. Plötzlich auftretende Sprachstörungen und kognitive Ausfälle hatten sie traurig und ängstlich gemacht. Erst zwei Tage zuvor war sie aus dem Krankenhaus entlassen worden. „Aber mitmachen wollte ich trotzdem unbedingt, in Peine macht es einfach Spaß“, betonte sie. Wenn da doch bloß nicht der Schotter auf der Laufstrecke gewesen wäre...

Mehrfach verkeilten sich die kleinen Vorderräder, und ihr Alltags-Rollstuhl blieb stecken. „Das hat meine Zeit gekillt und mich geärgert“, bedauerte Marie Flor. Ihr Bruder und Teilnehmer befreiten sie. 1:26,12 Stunde benötigte sie für die abschließenden 5 Kilometer des Wettbewerbs, obwohl sie die Räder unermüdlich antrieb. Die unfreiwilligen Schotter-Stopps erklären so schön, warum es ihr großer Traum ist, sich mal einen Renn-Rollstuhl leisten zu können. Den zu erfüllen, dafür kämpfen derzeit Unterstützer.

Seit dem Wintersemester 2017 studiert Marie Flor Sportmanagement an der Ostfalia am Campus Salzgitter. Als ihr Professor von der Triathlon-Leidenschaft der körperbehinderten Sportlerin hörte, fand er, das müsse unterstützt werden. Er setzte sich für ein Spendenkonto ein. Die Hochschulstiftung rief zu Spenden für Marie Flor auf. Studenten und Freunde zahlten ein, der Erlös einer Tombola an der Uni floss aufs Konto. „Rund 1400 Euro sind seit März zusammengekommen. Ich bin sehr zufrieden, aber es reicht leider noch nicht“, sagt Marie Flor. Sie hat zwar ein Angebot mit sattem Rabatt für einen Sport-Rollstuhl, doch rund 4000 Euro sind fällig.

Die Ohlumerin würde sich riesig freuen, wenn es vielleicht noch klappt. Denn sie hat noch einen Traum: „Ich würde gerne mal international starten, in London, Paris oder Rom. Aber für internationale Wettbewerbe sind Renn-Rollstühle Pflicht“, sagt sie. Die Zeit ließe sich damit deutlich reduzieren, von alleine fahre so ein Hightech-Gerät allerdings auch nicht, betont Marie Flor. „Damit fahren zwar sogar Untrainierte schneller als ich, aber ich will damit auch richtig trainieren.“

Stiftung richtet Spendenkonto ein

Unter folgender Kontonummer sammelt die Stiftung Hochschulsport der Ostfalia Spenden für den Renn-Rollstuhl-Traum von Marie Flor: DE 73 2505 0000 0199 8458 43, Betreff: WIR FÜR MARIE. Auch eine Spendenquittung werden ausgestellt, dafür muss jedoch die Adresse bei der Überweisung angegeben werden.

Von Christian Meyer

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