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Indiana Jones hört man nur in Vallstedt

Volleyball-Regionalliga Indiana Jones hört man nur in Vallstedt

Um im Konzert der Großen mitspielen zu können, muss man sich als Aufsteiger vom Dorf schon etwas einfallen lassen. Deshalb ist in den Heimspielen der Vallstedter Regionalliga-Volleyballer jetzt richtig Musik drin. Franz Dietrich bläst den Liga-Neuling auf seinem Saxofon von der Tribüne aus mit bekannten Jingles nach vorne.

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In Vallstedts Heimspielen ist richtig Musik drin: Franz Dietrich unterstützt den Volleyball-Regionalligisten mit Stimmungshits auf dem Saxofon. Vor toller Kulisse wollen die Vallstedter Sonntag zu Hause gegen Oldenburg wieder jubeln.

Quelle: Ralf Büchler

Vallstedt.

Saxofon-Klänge als Anfeuerung beim Volleyball – das ist für Vallstedts Gegner mindestens genauso verblüffend wie Platz drei, den die Grün-Weißen nach ihrem Aufstieg derzeit in der Regionalliga belegen. Als das Team in der vergangenen Saison etwas überraschend im Titelkampf der Oberliga mitmischte und plötzlich vom Aufstieg träumte, dachte sich Franz Dietrich: „Ich muss die Mannschaft irgendwie unterstützen.“

Er erinnerte sich an seine Heimat, den Bodensee. Bei Heimspielen des deutschen Volleyball-Rekordmeisters VfB Friedrichshafen sah er gerne zu. „Und die hatten einen Trompeter, der in wichtigen Spielphasen immer zur Attacke geblasen hat“, erzählt der 37-Jährige, der in Vallstedts Landesliga-Reserve mitschmettert. Und weil Musik nunmal bewiesenermaßen bewegen kann, holte Franz Dietrich sein Saxofon aus dem Keller. „Das hatte ich vorher lange nicht mehr in der Hand.“ Doch der Braunschweiger traf die Töne, er absolvierte schließlich einst eine musikalische Ausbildung und flirtete damit, Musik zum Beruf zu machen. Es kam anders. Franz Dietrich wurde Diplom-Ingenieur, arbeitet inzwischen als Wissenschaftler an der Braunschweiger Uni und beschäftigt sich zum Beispiel mit Steuerungstechniken für Roboter. Seine Musik aber, die bleibt hand- und mundgemacht.

Und so ist in wichtigen Punktspiel-Phasen in der Regionalliga nun zum Beispiel die heldenhafte Titelmelodie aus den Indiana-Jones-Filmen zu hören oder die antreibenden ersten Töne des „The White Stripes“-Hits von Seven Nation Army. „Kurz und knackig muss es sein, am besten zur Situation passen und einen hohen Wiedererkennungseffekt haben“, sagt Franz Dietrich. Seine Auswahl kam an – und sie wirkte: Die Vallstedter schmetterten sich tatsächlich zum Titel. „Die Resonanz war toll“, sagt der GW-Saxofonist. „Der Franz ist der Typ für sowas, der hat ein Talent dafür. Das hebt die Atmosphäre noch einmal an“, schwärmt Vallstedts Spieler Torben Paetzold.

Sein Klubkollege hilft gerne. Denn er spiele da nicht für irgendjemanden Saxofon, sondern für einen ganz besonderen Verein, betont Franz Dietrich. „Unser Verein zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht nur um Volleyball auf dem Feld geht. Obwohl viele Volleyballer gar nicht aus Vallstedt kommen, haben wir eine ganz hohe Identifikation mit dem Verein. Deshalb bin ich auch gerne bereit, jedes Mal eine halbe Stunde mit dem Auto zum Training zu fahren“, sagt der Außenangreifer.

Dem Regionalliga-Team traut Franz Dietrich zu, weiterhin eine so gute Rolle zu spielen. „Mit Vallstedt muss man immer rechnen“, sagt er. „Und wenn wir das beste Publikum der Liga haben, hätten wir auch etwas geschafft.“ In dieser Hinsicht sieht es wirklich gut aus. Wenn der Dorfklub in der Regionalliga aufschlägt, fiebern mitunter mehr als hundert Zuschauer mit. Und ihre musikalische Unterstützung wollen die Vallstedter weiter ausbauen. Auch ein Discjockey soll helfen. Wenn die Vallstedter mit einem Blockball punkten, dreht der einen passenden Sido-Hit auf: „Mein Block, mein Block“ schallt es dann durch die Vechelder Halle.

Von Christian Meyer

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