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Immerhin: Gut halb so schnell wie Usain Bolt

Fußball-Kreisverband Immerhin: Gut halb so schnell wie Usain Bolt

Um das Verbessern und Trainieren der Schnelligkeit ging es bei einem Lehrgang, den der Fußball-Kreisverband für Trainer und Interessierte anbot. Dabei wurde auch die Lauf-Geschwindigkeit der Teilnehmer gemessen. PAZ-Mitarbeiter Jonas Szemkus rannte mit und berichtet darüber:

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Jonas Szemkus sprintet, die Technik zeichnet die Geschwindigkeit in den Phasen des Laufes auf.

Quelle: rb

Keuchend und mit hochrotem Kopf stehe ich in der Halle. Mein Puls liegt bei 180. Der einzige klare Gedanke, den ich formulieren kann unterliegt der Zensur...

Schuld an meinem Erschöpfungs-Zustand ist der Fortbildungs-Lehrgang für Peiner Fußball-Trainer, der in der IGS Halle in Vöhrum für einige Schweißausbrüche sorgt – zumindest bei mir.

Der Tag hatte gut begonnen. Eine Dusche nach dem Aufstehen, ein Kaffee am Frühstückstisch, und das gute Gefühl gleich ein wenig für meine Fitness tun zu können. Also packte ich meine Sportschuhe in meine Tasche und machte mich auf den Weg in die Vöhrumer Halle.

Was mich erwarten würde, ahnte ich allerdings nicht. Trainings-Wissenschaftler Carsten Dick hat in der Halle zwei Mess-Stationen aufgebaut. Beide erinnern mich an Experimente aus dem Physikunterricht in der Schule.
Neben einer Radarpistole, die die Geschwindigkeit von Schüssen mit einem Fußball messen soll, ist eine 30 Meter lange Strecke durch Lichtschranken abgesteckt. Das diene der Geschwindigkeitsmessung bei Sprints, so die Ankündigung von Dick, und man könne im Anschluss analysieren, wie zum Beispiel der Antritt zu verbessern sei.

Bis dahin bin ich noch recht entspannt, doch als ich schließlich als einziger der 17 Teilnehmer einen Gurt zur Messung meiner Herzfrequenz umgeschnallt bekomme, ahne ich, dass ich mit meinem „Ein-bisschen-Mitlaufen“ einer fatalen Fehleinschätzung unterliege.

Die nächste Fehleinschätzung bezieht sich auf meine Fitness. Dass ich vom Zustand eines Leistungssportlers so weit entfernt bin wie Peine von Trelawny Parish, dem jamaikanischen Geburtsort von 100-Meter-Weltrekordler Usain Bolt, ist mir bewusst. Doch schon beim Aufwärmprogramm von Carsten Dick wird mir bei einem Puls von 160 meine Sterblichkeit bewusst.

Und weder die schnippischen Sprüche des Übungsleiters, noch die Aufschrift „Quäl dich!“ auf seinem Hemd machen mir viel Mut.

Und so kommt der Moment, in dem alle Teilnehmer, die körperlich dazu im Stande sind – und ich – zum so genannten Linearsprint zitiert werden. Nach dem fünften Sprint innerhalb von fünf Minuten, bei dem ich mit der Dynamik einer Gazelle und der Anmut einer angolanischen Seekuh durch die Messapparaturen donner, habe ich das ungute Gefühl, gerade mehrfach von einer Dampfwalze überrollt worden zu sein.

Mein Puls – direkt nach den Läufen bei 180 und auch nach zehn Minuten Regeneration noch bei 125 Schlägen pro Minute – dokumentiert meine Empfindung treffend. Doch immerhin: Bei der Analyse meiner Läufe gibt es das eine oder andere positive Ergebnis. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von guten 28 km/h übertraf ich immerhin die zulässige Geschwindigkeit eines Mofas. Dass der gehobene Hobbyfußballer durchaus auch etwas über 30 km/h erreichen kann, ist mir in dem Moment egal. Und selbst Olympiasieger Usain Bolt ist mit einer maximalen Geschwindigkeit von 45 km/h nicht einmal doppelt so schnell wie ich.

Auch, dass ich die 30 Meter in meinem Zustand unter 4,5 Sekunden laufen kann, ist eine Bestätigung und die Quälerei durchaus wert. Immerhin bin ich damit der Zweitschnellste des Lehrgangs. Dass die meisten meiner „Gegner“ an diesem Tag mindestens doppelt so alt sind, ist meiner Meinung nach zu unterschlagen.

Der Muskelkater allerdings, der mich am nächsten Tag lahmlegt, ist eine ganz andere Geschichte.

▶ Autor Jonas Szemkus hatte in der F-Jugend sogar in der Kreisauswahl Fußball gespielt, im D-Jugendalter aber mit dem Kicken aufgehört. Inzwischen beschränkt der Student seine sportliche Aktivität auf das Tischtennisspielen in der 1. Bezirksklasse beim MTV Stederdorf.

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