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Horst Blanke - ein echtes Original

Ist-doch-Ehrensache-Serie Horst Blanke - ein echtes Original

Die Fußballplätze liegen nur wenige Schritte von seinem Arbeitszimmer entfernt, vom Fenster aus kann er alle Spiele verfolgen. Die Lage seines Hauses ist bezeichnend für Horst Blanke, der beim MTV Wedtenstedt in Sachen Fußball quasi der Mann für alles ist - ehrenamtlich versteht sich.

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Horst Blanke telefoniert in seinem Arbeitszimmer. Das Mousepad ziert das Emblem von Eintracht Braunschweig.

Quelle: jh

„Fußball fasziniert mich. Und durch die Verbundenheit mit den jungen Spielern bleibe ich vital. Nur sonntagnachmittags Kaffee trinken, nee, das ist nichts“, erläutert der 65-Jährige, was ihn antreibt, jede Woche rund zehn Stunden für den MTV da zu sein.

Offiziell ist er Betreuer der 1. Herren und Fußball-Obmann, doch tatsächlich ist sein Aufgabenbereich größer. So unterstützt Blanke, der seit zwei Jahren Rentner ist, den Platzwart, erledigt kleinere Reparaturen, archiviert jeden Zeitungsausschnitt in Sachen MTV-Fußball und hilft Feiern und Ausflugsfahrten zu organisieren. Ärger mit seiner Familie wegen der vielen Vereins-Aktivitäten gab es nie. „Meine Frau kennt das gar nicht anders. Die ist manchmal sogar mit beim Fußball. Außerdem hat sie selbst lange Tischtennis gespielt.“

In sein Ehrenamt reingerutscht ist Blanke eher unfreiwillig. „Die haben mich damals veräppelt“, erinnert er sich augenzwinkernd an die MTV-Fußball-Abteilungs-Versammlung von 1983, bei der ein neuer Obmann gewählt wurde. Vor der Abstimmung kamen aus den Reihen der Anwesenden drei Kandidaten-Vorschläge. Blanke wurde als Erster gefragt, ob er das Amt im Falle einer Wahl annehmen würde. Blanke schwankte innerlich, bejahte dann aber arglos. „Danach haben die beiden anderen natürlich Nein gesagt. So wurde ich mit 38 zu 0 Stimmen gewählt. Dabei hatte ich von den Fußball-Obmann-Aufgaben überhaupt keine Ahnung.“

In die Herausforderung reingefuchst hat sich Blanke schnell. Und er blieb 13 Jahre ununterbrochen im Amt. „Dann gab es ein Bärentheater mit dem Vorstand“, lässt er die Vereins-Querelen von 1996 anklingen, ohne ins Detail zu gehen. Der Knatsch blieb nicht folgenlos: „Fast die ganze 1. Herren ist zu TB Bortfeld gewechselt. Ich auch.“

Bei der Turnbrüderschaft war Blanke längere Zeit Betreuer und Fußballobmann, zudem spielte er viele Jahre in der Alt-Herren-Mannschaft der SG Sonnenberg/Groß Gleidingen. 2005 kehrte er ins Wedtlenstedter Vereinsleben zurück, kümmerte sich erneut um die Fußballer. Allerdings: „Ausgetreten bin ich beim MTV nie“, betont Blanke, dass er seinem Stammverein stets verbunden blieb.

So ließ er sich vier Jahre nach seiner Heimkehr wieder als Fußball-Obmann wählen. Ewig im Amt bleiben werde er aber nicht. „Die Arbeit macht mir immer noch Spaß. Aber wenn ich jemanden finde, von dem ich überzeugt bin, dass er die Arbeit gut macht, würde ich mich zurückziehen.“

jh

Zur Person

Blanke: Bei Eintracht fing alles an

Horst Blanke ist verheiratet, hat drei Kinder und ist zeitlebens Wedtlenstedter. Bis 2010 arbeitete er bei der Braunschweiger Traditionsfirma Oeding als Drucker – und zwar ausschließlich. „Ich war 48 Jahre in einer Bude.“

Fußball gespielt hat Blanke natürlich auch. Als Sechsjähriger fing er bei Eintracht Braunschweig an, durchlief dort alle Jugendmannschaften und blieb auch als Herrenspieler noch einige Jahre im Verein. Nach oben reichte es nicht: „Eintracht hatte damals acht Herrenmannschaften, ich spielte in der Dritten.“ Anschließend wechselte er zum SV Melverode und zu den Freien Sportfreunden Braunschweig (heute Olympia Braunschweig), die damals in der Bezirksklasse angesiedelt waren. 1971 schloss er sich dem MTV Wedtlenstedt an, zeitgleich baute er mit seiner Frau ein Haus, das direkt an den Fußball-Platz grenzt.jh

Ein Mann mit Dialekt

Wer Horst Blanke zuhört und ein Gespür für Dialekte hat, wird feststellen, dass der Wedtlenstedter nicht nur menschlich sondern auch sprachlich ein Original ist. So spricht der 65-Jährige typisches Braunschweigisch, eine hochdeutsche Mundart, die rings um Braunschweig gesprochen wird, heutzutage aber fast verdrängt ist.

So heißt es bei Horst Blanke immer noch „Gachten“,“ wechjeholt“, „Mauken“ oder „Baaine“ statt der im glasklaren Hochdeutsch verwendeten Begriffe Garten, abgeholt, Füße und Beine. Ihm selbst wurde die Färbung seiner Sprache erst spät bewusst. „Vor einiger Zeit wurde mal eine Rede von mir auf Tonband aufgenommen. Als ich mir das anhörte, habe ich mich selbst erschrocken.“

jh

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