Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Sport Regional Die „Rappelkiste“ kann die Eggerts nicht stoppen
Sportbuzzer Sportmix Sport Regional Die „Rappelkiste“ kann die Eggerts nicht stoppen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 30.06.2018
Monika und Frank Eggert vom Peiner Eulenexpress gewannen die Mixed-Wertung beim 24-Stunden-Mountainbike-Rennen „Heavy 24“. Unterwegs gab es reichlich Matsch-Sprossen. Quelle: privat
Chemnitz

Wer ohne eine Minute Schlaf zwischendurch Tag und Nacht am Stück in die Pedale strampelt, der hat Probleme, so viele Kalorien aufzunehmen, wie er verliert. Und trotzdem stellte der Peiner Mountainbiker Frank Eggert nach dem 24-Stunden-Rennen um den Stausee Rabenstein bei Chemnitz verblüfft fest: „Ich wog nach dem Event deutlich mehr als vor dem Event.“ Der Grund: Dauerregen hatte den Mountainbike-Marathon in eine Schlammschlacht verwandelt, die Beine und Arme von Frank Eggert und seiner Frau Monika waren entweder von einer getrockneten Matsch-Kruste oder einer feuchten Matsch-Pampe bedeckt. Die Mountainbiker aus der Eulenexpress-Gruppe des Peiner RSC Wanderlust lächelten am Ende trotzdem, denn sie schnappten sich beim größten 24-Stunden-Rennen Deutschlands (1261 Starter) den Sieg in der Mixed-Wertung.

52 Runden lang wühlten sie sich zusammengerechnet durch den Schlamm, kämpften sich Anstiege hoch und balancierten knifflige Abfahrten hinunter, meisterten dabei fast 500 Kilometer und mehr als 7000 Höhenmeter. Der Stolz des Peiner Duos war am Ende mindestens genauso groß wie der Wäsche-Berg: „Mit unserer Leistung wären wir sogar bei den 53 Männer-Zweierteams auf Platz fünf gelandet“, merkte Frank Eggert an.

Zwölf Sätze Trikots und Radhosen hatten die Eulenexpress-Mountainbiker im Gepäck für den Marathon bei Chemnitz – und benötigten alle. Bei einem normalen 24-Stunden-Rennen sind vielleicht drei Sätze üblich. Aber bei der zwölften Auflage des Heavy-24-Rennes in Sachsen war alles anders: „Es war eine Regenschlacht. Es hat nur gewechselt zwischen Stark-Regen, Niesel-Regen, Regen von rechts oder Regen von links“, flachste Frank Eggert.

Warum ein Streckenabschnitt den Titel „Gummi-Berg“ vom Veranstalter verpasst bekommen hatten, merkten die Eggerts früher als befürchtet. „Der Anstieg zog sich hin wie Gummi – und das lag auch daran, dass die Reifen bei einer rund vier Zentimeter durchgängigen Schlammschicht durchdrehten. Man trat und trat und kam nicht vorwärts“, schilderte Frank Eggert. Für Motivation sorgte ein DJ, der seine Anlage genau an diesem wunden Punkt mitten im Wald aufgebaut hatte.

Nicht weniger anspruchsvoll: „Die Rappelkiste“. Dieser Abschnitt hieß so, weil die Fahrer bei einer Abfahrt über Wurzeln, Lehm und Steine ordentlich durchgeschüttelt wurden. „Nach den ersten Runden lagen dort schon zahlreiche Trinkflaschen, die aus den Halterungen rausgerüttelt waren“, schilderte Frank Eggert. Aus Sicherheitsgründen hatte der Veranstalter sogar Bett-Matratzen an Bäumen befestigt. Der Schlamm hatte auch etwas Gutes, zweimal stürzte Frank Eggert, doch er fiel weich. Andere Starter hatten weniger Glück: Es gab vier Unfälle mit Arm-, Bein- und Schulterbrüchen.

Die Eggerts blieben unverletzt. Sie hatten sich darauf geeinigt, jeweils nach zwei Runden á 9,5 Kilometer zu wechseln. Das bedeutete zwischen 40 Minuten und einer Stunde Kurz-Erholung mit Umziehen, Essen und Trinken bevor es wieder auf die Piste ging. Regen und Kälte schwächten viele Starter mental – nicht so die Eggerts. „Wir sind nicht mit Verbissenheit an die Sache rangegangen. Das war ein Vorteil. Und wir hatten fröhliche Betreuer, ohne deren Unterstützung es definitiv nicht so gut gelaufen wäre“, lobte Frank Eggert.

Die Freunde Uwe Tölzer und Ronald Schmidt vom Ost-West-Express aus Thüringen heimsten ein Sonderlob von den Peiner Eulenexpress-Mountainbikern ein. Die schnelle Eingreif-Truppe behob technische Defekte und stellte sich sogar für die Peiner an die Rad-Wasch-Anlage an. „So in etwa müssen sich Profis fühlen“, lobte Frank Eggert.

Ohne Mountainbike-Dusche wäre eher früher als später das Renn-Aus gekommen. „Spätestens nach zwei Runden war in Kette und Gangschaltung alles voller Dreck“, schilderte der Peiner. Da einige Teams auch gegen dreckige Trikots etwas mehr taten als üblich, fiel während des Rennens trotz acht Generatoren gleich mehrfach der Strom im Fahrer-Lager aus. Frank Eggert wunderte das nicht: „Es war abartig, was einige Teams beim Thema Strom aufgefahren hatten. Es gab Teams, die hatten Wäschetrockner, Backofen, Elektro-Heizgebläse und vieles mehr dabei“, schilderte er. Die Eggerts waren bescheiden. „Für uns lief nur die Kaffee-Maschine!“

Von Christian Meyer

Was die deutsche Fußball-Nationalmannschaft jetzt vor sich hat, ist VT Union Groß Ilsede bereits gelungen: Eine Umstrukturierung. Der Sportverein hat als erster im Landkreis einen Sportreferenten fest angestellt. Seit dem 15. Januar ist Michael Rekel nun im Amt, und sowohl er als auch der Verein ziehen eine positive Bilanz.

30.06.2018

Torhüterinnen, die sich in Angriffe einschalten, Würfe nach einer 360-Grad-Drehung in der Luft – das ist Beach-Handball. Beim Turnier der SG Zweidorf/Bortfeld mischten Teams des Gastgebers vorne mit. Spielerinnen der SG II zogen ins Frauen-Finale ein. den A-Jugend-Wettwerb gewann die SG sogar. Und bei den Männer durfte sogar eine Bundesliga-Akteurin mitmachen.

29.06.2018

Zu mutlos, zu bieder, zuviel quer gespielte Bälle – Die Peiner Fußball-Trainer Nils Könnecker, Thomas Mainka, Hubert Meyer und Börge Warzecha haben für das deutsche WM-Desaster ein Ein- und Aufstellungs-Problem entdeckt. In einer Sache waren sich alle aber einig: „Deutschland ist völlig zurecht ausgeschieden.“

28.06.2018