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Sport Regional Der Motor der Radballer
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18:01 05.05.2018
Der neue Vorsitzende des RSC Wanderlust, Maik Trottner (rechts), bedankte sich bei seinem Vorgänger Manfred Lott für 42 Jahre ehrenamtliches Engagement. Lott war Motor der Radballer und gewann 1965 den Jugend-Bezirksmeister-Titel mit Detlef Günter (kl. Foto links). Quelle: Verein
Peine

Rücktritt? Bremse? Ein gemütlicher Sattel? Gibt es nicht! Das ist ein Sportgerät für Artisten. Auf Radball-Rädern konnte Manfred Lott früher akrobatisch auf dem Hinterrad fahren, hat Bälle mit dem Vorderrad in Tore geschossen, wechselte blitzschnell die Richtung oder fuhr rückwärts. Trickreich, taktisch clever – so holte er 1965 die Radball-Bezirksmeisterschaft mit Kumpel Detlef Günter. „Jetzt fahre ich ein Damenrad – wegen des flachen Einstiegs“, sagt Manfred Lott und lacht sein ehrliches, herzliches Lachen. Schon lange zwickt es ihn im Rücken und in der Hüfte – ja, vielleicht auch wegen seiner früheren Radball-Leidenschaft. In diesem Jahr wird der Peiner 70. 42 Jahre davon hat er den RSC Wanderlust Peine als Vorsitzender geführt – jetzt hat er die bemerkenswerte Ehrenamt-Ära beendet. „Es soll genug sein.“

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung übergab er das Amt an Maik Trottner. „Meine Frau hat sich gefreut“, verrät Manfred Lott. Die beiden wollen jetzt noch einmal häufiger mit dem Wohnwagen auf Tour gehen. In Ungarn, Tschechien, Frankreich oder Polen waren sie schon.

Radfahrer brauchen eigentlich keinen Motor – dass sie beim RSC Wanderlust aber mit Manfred Lott einen hatten, wussten sie zu schätzen. 1976 übernahm er das Amt des Vorsitzenden von Kurt Oberbeck. Er trug unter anderem dazu bei, dass Peine mehrfach als Etappenort bei der Niedersachsen-Rundfahrt glänzte. „Jede Niedersachsen-Rundfahrt war ein Ereignis“, sagt er. Er kümmerte sich detailverliebt um das Rahmenprogramm, organisierte unter anderem eine Schau von historischen Fahrrädern. Liegeräder, Hochräder oder Einräder rollten als Vorhut der Radsport-Elite über die Werderstraße. Er leierte Vorführungen von BMX-Sportlern oder Kunstrad-Fahrern an und staunte über Tausende Schaulustige am Straßenrand.

Lott engagierte sich in der Arbeitsgemeinschaft Peiner Sportvereine, betreute das Sportprogamm während des Eulenmarktes oder plante eine erfolgreiche Radwander-Aktion mit der PAZ. Gerne erinnert er sich zudem an die Radtouren-Fahrten, die der RSC Wanderlust trotz schmaler Mitgliederzahl, als Ausrichter meisterte. Die rund 200 Kilometer lange Strecke bestückten die Helfer mit Kontrollpunkten, an denen es auch Getränke und Verpflegung gab. Und das jagte Lott mal einen gehörigen Bananen-Schrecken ein. Sechs Kisten Bananen hatte er bei einem Peiner Obsthändler für das Ereignis vorbestellt. Und als er sie abholen wollte, zeigte der Obsthändler auch auf sechs Kisten – aber ohne Inhalt. „Der hatte sich nicht vorstellen können, dass ich wirklich sechs Kisten mit Bananen und nicht sechs Bananen-Kisten haben wollte“, erinnert sich Lott und schmunzelt. Der Obsthändler löste das Missverständnis noch und orderte zügig nach. „Zum Glück, wir hatten 350 Voranmeldungen. Und Radfahrer wollen Bananen haben“, erzählt Lott.

Auch wenn es mal stressig wurde – Lott hat die Arbeit als Vorsitzender Spaß gemacht. „Man kommt viel rum, bleibt jung dabei und erweitert ständig seinen Horizont“, sagt der Peiner und verweist zum Beispiel auf das Ende der deutschen Teilung. „14 Tage nach der Grenzöffnung waren wir Radballer zum ersten Mal im Landkreis Aschersleben. Noch heute haben wir dort Bekannte, die wir regelmäßig besuchen.“ Dem SV Cochstedt verkauften die Peiner Ende der 90er-Jahre auch Räder, Tore und Banden – denn beim RSC Wanderlust war Schluss mit Radball – es gab partout keinen Nachwuchs. „Das hat mir richtig Leid getan. Beim Radball muss man erstmal ein halbes Jahr üben, um mit dem Rad umgehen zu können. Diese Ausdauer hat heutzutage leider kaum noch einer“, bedauert Lott, der selbst bei Altherren-Turnieren noch in den Sattel gestiegen war.

Fünf Jugend- und drei Herren-Mannschaften spielten zur Hoch-Zeit in der Gunzelinhalle und der Halle der Burgschule Radball beim RSC Wanderlust. Zur Zeit der Bananen-Anekdote war die Mitgliederzahl aber schon auf neun zusammengeschmolzen. Jahrelang zierte der Klub damit das Ende der Vereins-Rangliste des Kreissportbunds. Kleiner war keiner – bis 2014. Dann traten die Eulenexpress-Mountainbiker dem RSC Wanderlust bei. Als Lott danach die neue Vereinsrangliste sah, „ist mir das Herz aufgegangen“. Der Verein blühte wieder richtig auf. 62 Mitglieder hat er inzwischen. Das einstige Schlusslicht hat 42 Peiner Vereine in Sachen Größe abgehängt. „Ich kann einen Verein abgeben, der funktioniert und auch künftig in guten Händen ist. Denn Maik Trottner ist sehr engagiert“, freut sich Lott.

Aus dem Vereinsleben verabschieden will er sich aber nicht. Beim Fischteich-Hölle-Mountainbike-Rennen werde er selbstverständlich wieder einen Streckenposten übernehmen. Und richtig glücklich wäre er, wenn Radball noch einmal ein Comeback in Peine erlebt. „Bälle und zwei Maschinen haben wir für alle Fälle aufgehoben. Da müssten nur neue Reifen drauf“, sagt Lott.

Von Christian Meyer

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