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Sport Regional Der Ferrari mit drei Rädern ist da
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16:00 01.12.2018
Marie Flor aus Ohlum fährt stolz ihren neuen Renn-Rollstuhl zur Probe. Bei den vergangen Triathlons in Peine musste sie immer noch mit ihrem Alltags-Rollstuhl antreten. Quelle: Christian Meyer
Ohlum

Marie Flor hat großes Pech in ihrem Leben gehabt, aber diesmal hatte sie endlich mal Glück: Ein anonymer Spender hat der wegen einer Rückenmarks-Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesenen Para-Triathletin einen Herzenswunsch erfüllt. Nur so konnte sich die 22-Jährige aus Ohlum jetzt einen Renn-Rollstuhl leisten. 4700 Euro Nächstenliebe oder Weihnachten im November! Die Sportmanagement-Studentin kann sich dank des Geschenks im kommenden Jahr einen Traum erfüllen und bei einem internationalen Wettbewerb starten. „Dafür ist ein Rennrollstuhl nämlich Pflicht. Ich bin deshalb so happy“, sagt sie.

Ihr in Spanien gebautes Hightech-Gerät funkelt so schön feuerrot wie ein Ferrari Testarossa. Marie Flors Ferrari hat allerdings drei Räder. Doch genau das ist ein Riesen-Vorteil. Schon mehrmals startete die Ohlumerin als einzige Para-Triathletin beim Peiner Triathlon. Die Laufstrecke musste sie in ihrem Alltags-Rollstuhl meistern. Ihr gruselt es immer noch, wenn sie daran zurückdenkt. Denn mehrmals verkeilten sich die beiden kleinen Vorderräder im Schotter oder bei anderen Unebenheiten. Ohne fremde Hilfe ging es für sie nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Sie kam sich so hilflos vor wie ein Käfer, der auf dem Rücken liegt. „Mit dem Rennrollstuhl kann mir das nicht mehr passieren. Damit kann ich sogar über den Rasen im Stadion fahren. Und meine Krankenkasse fand das auch nicht so toll, dass ich den Alltags-Rollstuhl für Sport nehmen musste“, sagt Marie Flor.

Ihre Krankenkasse half nicht, daran etwas zu ändern, es war ihr Professor an der Ostfalia-Hochschule am Campus Salzgitter. Als er von der Triathlon-Leidenschaft seiner körperbehinderten Studentin hörte, fand er, das müsse unterstützt werden. Er setzte sich für ein Spendenkonto ein. Die Hochschulstiftung rief zu Spenden für Marie Flor auf. Studenten und Freunde zahlten ein, der Erlös einer Tombola an der Uni floss aufs Konto. „Wir für Marie“ hieß die Aktion bei der fast 2000 Euro zusammenkamen. Doch für den Traum vom Rennrollstuhl reichte das nicht – wäre da der anonyme Spender nicht gewesen. Er stand bei einer Stiftungssitzung auf und verkündete, den restlichen Betrag dazuzugeben. Marie Flors Glücksgefühle schlugen Purzelbäume als ihr die frohe Botschaft am Telefon mitgeteilt wurde. „Dass es noch klappt, damit hatten wir nicht mehr gerechnet“, sagt sie.

Das Rennrollstuhl-Sahnestück ist nicht der einzige Grund, warum es Marie derzeit so gut geht. Sie strahlt übers ganze Gesicht, lacht viel, bewegt sich besser und die Fingernägel glänzen in Rot, Grün und Blau. Die körperbehinderte Sportlerin hat auch noch den Rollstuhl-Tanz für sich entdeckt. Im Tanz-Sportclub Hannover trainiert sie einmal pro Woche mit einem Fußgänger Standard- und Latein-Tänze. „Tanzen ist toll, ich fühle mich freier und beschwingter und kann dabei abschalten“, sagt die 22-Jährige. Mit ihrer Gruppe hatte sie bereits Aufführungen beim Entdeckertag in Hannover absolviert und durfte bei einem Turnier in Paris starten. Sport das ist ihre Wunder-Medizin. „Alle Ärzte bestätigen uns, dass es Marie nur so gut geht, weil sie Sport treibt“, sagt Mutter Karola Flor. Ihre Tochter bestätigt das. Beim Sport spüre sie das Leben. „Ich kann mich mit anderen messen, habe viel mit Menschen zu tun. Beim Sport ist egal, wer oder was man ist, die Hauptsache ist, man hat Spaß dabei“, sagt sie.

Der neuen Triathlon-Saison fiebert sie nun noch mehr entgegen als ohnehin schon. Bei der DM in Hamburg möchte sie dabei sein, in Berlin, beim internationalen Behindertensportfest in Wilhelmshaven, in Peine sowieso und vielleicht auch noch bei einem Wettkampf im schottischen Edinburgh. Mit ihrem Alltags-Rollstuhl wäre der Start bei den meisten Wettkämpfen nicht erlaubt gewesen. Ihre Zeit auf der Laufstrecke wird sie deutlich verbessern, vielleicht sogar halbieren können – aber dafür ist Training angesagt. Auf ein besonderes Ereignis im April freut sich Marie Flor schon. Sie darf am Schnellfahr-Lehrgang mit Rollstuhl-Marathon-Legende Heinrich Köberle teilnehmen.

Auf ihr neues Sportgerät wird sie bis dahin mit Argusaugen aufpassen. Als Familie Flor vor kurzem den Renn-Rollstuhl aus Hannover abholen durfte, bekam Mutter Karola eine Sonderaufgabe bei einer Zwischenstation auf dem Rückweg. Während Marie am Tanz-Training teilnahm, bewachte ihre Mutter den „Dreirad-Ferrari“ auf dem geliehenen Anhänger. Gut geschützt sein soll das Sportgerät auch zu Hause. „Andere bauen eine Hundehütte, wir bauen jetzt einen Unterstand für den Rennrollstuhl“, verrät Karola Flor lachend.

Von Christian Meyer

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