Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Sport Regional Das unglaubliche Comeback des Max Wittenberg-Voges
Sportbuzzer Sportmix Sport Regional Das unglaubliche Comeback des Max Wittenberg-Voges
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 06.10.2018
Zurück im Leistungssport: Der Bültener Max Wittenberg-Voges, hier bei einer Übung auf dem Pauschenpferd, will noch einmal zur DM. Quelle: Jörg Niebuhr
Vechelde

25 bis 30 Stunden pro Woche hat er neben dem Studium an seinem Comeback geschuftet und ist nach dem Training nicht selten völlig platt gleich vorm Fernseher eingeschlafen. In einem Alter, wo Leistungsturner eher ans Aufhören denken, will Max Wittenberg-Voges noch mal richtig loslegen. Mit 28 Jahren, nach zwei Kreuzbandrissen und sechs Jahren ohne jeglichen Sport – Der gebürtige Bültener gibt heute sein unglaubliches Turn-Comeback in der 2. Bundesliga. „Die häufigste Frage, die ich zuletzt in meinem Bekanntenkreis gehört habe, war: Geht das überhaupt?“, verrät Wittenberg-Voges. Er will es beweisen!

Max Wittenberg-Voges zählte einst zu Deutschlands größten Turn-Talenten, träumte von einem Start bei den Olympischen Spielen. 2008 bei den Junioren-Europameisterschaften in Lausanne in der Schweiz gewann der gebürtige Bültener Silber am Reck. Doch dann bremste ihn das Verletzungspech aus. Kurz nach seinem EM-Triumph riss er sich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften das Kreuzband. Und als ihm das gleiche Missgeschick bei den Deutschen Meisterschaften 2011 erneut ereilte, beendete er frustriert seine Karriere. „Ich war einfach satt, das war eine Verletzung zu viel.“

Auf eine erneute OP seines lädierten Kreuzbandes verzichtete er sogar. Den Alltag konnte der Soziologie-Student an der Leibnitz-Uni in Hannover auch ohne Kreuzband problemlos meistern. Auf Sport pfiff er. Von 2011 bis 2017 absolvierte er kein einziges Training, keinen Wettkampf, besuchte kein Fitness-Studio, joggte nicht um den Maschsee. „Ich habe ziemlich schnell bestimmt sieben bis acht Kilo an Muskelmasse verloren“, erinnert sich Max Wittenberg-Voges.

Doch zweimal spürte er zwischendurch, wie es ihn juckte, noch einmal die Beine über dem Pauschenpferd schwingen zu lassen oder am Reck eine artistische Flugeinlage hinzulegen. „Ich habe 2012 und 2016 mit Freunden die Turnwettbewerbe bei den Olympischen Spielen angeguckt. Sie wollten sich Sachen von mir erklären lassen. Die Wettbewerbe zu sehen, war für mich schon Anreiz, es auch wieder zu probieren“, erzählt das ehemalige Super-Talent des MTV Vechelde. Vergangenes Jahr konnte er dann nicht mehr widerstehen, er besuchte die Uni-Sport-Turn-Gruppe – und war wieder infiziert vom Turn-Fieber.

„Es hat gleich ganz gut geklappt, ich habe viele Weggefährten von früher wiedergetroffen und es war einfach nett“, erinnert sich Max Wittenberg-Voges. Und als er dann feststellte, dass er auch schnell wieder Fortschritte machte, fasste er den Entschluss: Ich wage das Comeback! „Ich will mir nicht vorwerfen lassen, ich hätte es nicht zumindest probiert“, sagt er. Für die Rückkehr in den Leistungssport holte er im Frühjahr die dafür unausweichliche Kreuzband-OP nach und rackerte sich erst in der Physiotherapie und danach zweimal täglich in der Trainingshalle des Landesstützpunkts ab. Dort trainiert er unter anderem mit dem Rio-Helden Andreas Toba in einer Gruppe, der trotz Kreuzbandrisses im Wettkampf für die deutsche Nationalmannschaft nicht aufgab und weiter turnte.

Auch das Knie von Max Wittenberg-Voges reagiert nicht mehr gereizt. „Einige Sachen brauchen aber immer noch Überwindung. Gerade am Reck ist der Kopf noch nicht völlig frei, weil es dort ein hohes Sturz-Potenzial gibt“, sagt Max Wittenberg-Voges. Die meisten Elemente würden aber noch erstaunlich gut klappen, „aber bei der Kraft habe ich erhebliche Defizite und die Kraftausdauer ist nahezu gleich Null“.

Trotzdem meisterte er die erste Herausforderung gut: Beim Testwettkampf des Zweitligisten TuS Vinnhorst gegen Fulda erzielte er am Pauschenpferd die zweitbeste Wertung. Das überzeugte die Organisatoren des Bundesliga-Teams, dass er jetzt schon eine Verstärkung für die Mannschaft ist – sie meldeten ihn in letzter Minute nach. Samstag gegen die KTG Heidelberg wird der Junioren-Vize-Europameister nun sein unglaubliches Comeback geben. „Nervosität ist schon dabei. Aber ich hoffe, dass ich gleich eine Hilfe sein kann“, sagt er.

Apropos Hilfe: Auf die seiner Eltern kann sich Max Wittenberg-Voges verlassen. Derzeit schreibt er an seiner Masterarbeit, doch ins Berufsleben wird er im nächsten Jahr wohl nicht einsteigen. Er will sehen, wie weit er noch einmal im Turnen kommen kann. „Meine Eltern unterstützen mich finanziell. Dafür bin ich unglaublich dankbar, ansonsten ginge das nicht. Der Plan ist es, nächstes Jahr bei der DM dabei zu sein. Doch wenn der Körper nicht mitspielt, kann das Projekt auch ganz schnell beendet sein.“ Von Familie und Freunden hat er für das Abenteuer viel Zuspruch bekommen, auch der Niedersächsische Turnerbund unterstützt ihn. „Meine Schwester war allerdings auch etwas besorgt. Sie hat mich gebeten, vorsichtig zu sein.“ Das will er.

2. Bundesliga Turnen, Samstag, 16 bis 18.30 Uhr, Sporthalle Vinnhorst, 30419 Hannover, TuS Vinnhorst – KTG Heidelberg.

Von Christian Meyer und Jörg Niebuhr

Nach einem Gespräch mit dem Bundestrainer steht fest: Ausnahmetalent Florentine Schöffski kann am Wochenden für den Badminton-Zweitligisten VfB/SC Peine aufschlagen. Coach Heiner Brandes freut sich riesig darüber. In Wesel und beim TSV Trittau II wird es für die Peiner dennoch schwierig. Sie hoffen aber zumindest auf einen Punkt.

06.10.2018

Gleich doppeltes Verletzungspech bremste den Vorjahres-Meister Münstedt im Tischtennis-Landesliga-Derby in Ölsburg aus. Martina Schlue musste ein Spiel wegen Knie-Schmerzen aufgeben und Femia Mesecke konnte nach Satzführung wegen Ellenbogen-Schmerzen nicht mehr weiterspielen. Die Folge: Nach einer umkämpften Anfangsphase verlor der TSV noch 4:8.

05.10.2018

Jubel bei den Peiner Miniaturgolfern: Das zweite Team feierte seinen Meistertitel in der Bezirksklasse-Ost. Freude gab es auch bei der Erstvertretung, denn sie sicherte sich mit Rang drei noch einen Platz auf dem Treppchen. Außerdem sorgten noch weitere Titel in der Einzelwertung für das große Finale.

04.10.2018