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Bronzemedaille für den „Backfisch“

Sportschiessen Bronzemedaille für den „Backfisch“

Jede aus dem Frauen-Duo der Schützengilde Vöhrum hat mehr als sieben Jahrzehnte Lebenserfahrung. Dennoch waren Helga Schiffner und Giesela Juschka „Backfische“ bei den Deutschen Meisterschaften der Schützen. Erstmals traten sie auf dieser Leistungsebene an. „Mein Gott, war ich nervös“, stöhnt die 72-jährige Helga Schiffner. „Als ich dann aber das Luftgewehr in der Hand hatte, war die Aufregung wie weggeblasen.“

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Gut in Schuss: Helga Schiffner und Giesela Juschka.

Quelle: Christian Bierwagen

Wie ruhig sie plötzlich war, zeigt das Schussbild. Zehn Ring ist das beste mögliche Ergebnis bei einem Schuss, und sie schaffte mit der ersten Serie von zehn Schüssen hundert Ring. „So kann‘s weitergehen“, sagte sie sich. Das funktionierte jedoch nicht ganz. Zwei 98-er Serien folgten. Am Ende hatte sie 296 Ring erzielt und landete auf dem dritten Rang – ringgleich mit den beiden vor ihr platzierten Damen. Kurios: Nur ein Zehntelring fehlte ihr an der Deutschen Meisterschaft.

Traurig ist Helga Schiffner deshalb aber nicht, sondern stolz auf die Bronzemedaille. 1986 – mit über 50 Jahren – hatte sie erst mit dem Schießsport begonnen. „Als mein Mann König geworden war, haben sie mich dazu überredet, auch mal zum Schießen zu kommen. Damals habe ich gar nichts getroffen.“ Sie blieb aber dabei, kaufte sich ein Gewehr, „und dann ging‘s los“. Als sie das Gewehr auflegen durfte, wurden die Ergebnisse immer besser. Helga Schiffner wurde Vereinsmeisterin, Kreismeisterin, Landesmeisterin und nun Dritte der Deutschen Meisterschaft – bei 63 Konkurrentinnen.

Ähnlich war es bei Giesela Juschka (73) – sie wurde allerdings jetzt bei der DM „nur“ Elfte mit dem Luftgewehr. 292 Ring (99, 98, 95) standen bei ihr als Resultat. „Es war aber auch scheußlich“, ärgert sie sich. „Ich war um 8 Uhr morgens dran. Vorher gab es im Hotel kein Frühstück, und nicht mal meinen Kaffee habe ich trinken können.“ Ein Wettkampf auf nüchternen Magen – das konnte nicht optimal laufen.
Auch Helga Schiffners Ehemann Günter (74) hatte sich für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert und war mit dem Luftgewehr sogar ein Ring besser als seine Ehefrau. „Die 297 Ring haben nur zu Platz 31 gereicht. Bei 224 Startern ist das aber auch nicht schlecht“, meint er. Wie gut das Teilnehmerfeld war, zeigen die Resultate der besten zehn Schützen: Alle erreichten 299 von 300 möglichen Ring.

Zurück aus Dortmund stießen die erfolgreichen Schützen mit den Vereinskameraden mit Sekt an. „Dortmund war ein tolles Erlebnis“, sagt Günter Schiffner. „110 Schützen gleichzeitig in einer Riesenhalle. Das war hervorragend organisiert.“

Er und das Damen-Duo hätten nichts dagegen, nächstes Jahr wieder zur Deutschen Luftgewehr-Meisterschaft zu fahren. Als aktive Schützen natürlich. „Wir werden weiterhin trainieren“, verspricht Helga Schiffner.

Übrigens: Auch mit dem Kleinkaliber (50 Meter Auflage) starteten die drei Vöhrumer bei Deutschen Meisterschaften. Sie wurden in Hannover ausgetragen. Helga Schiffner belegte Platz 6 (286 Ring), Giesela Juschka Platz 8 (282) und Günter Schiffner Platz 77 (278).

Matthias Press

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