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Becher steigt um: Gelbe Kanone statt Golf-Opa

Motorsport Becher steigt um: Gelbe Kanone statt Golf-Opa

Seinen 26 Jahre alten Golf-II-Opa musste Rallye-Pilot Marcel Becher in Rente schicken. Mitten im Rennen streikte die Antriebswelle. Erfolgreich Gas gibt der Sierßer aber weiterhin – er hat sich ein neues Auto gekauft, einen „gelben Blitz“.

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Wirbeln mächtig Staub auf: Marcel Becher und Co-Pilot Jan Roth im Citroen C2 bei der Herbstrallye Visselhövede.

Quelle: Chris Kuhr

Eine regelrechte „Wasserschlacht“ lieferten sich die Motorsportler bei der Rallye Emstal auf dem Gelände einer Bundeswehr-Kaserne. Becher hatte sich verspekuliert und kurvte mit Trocken-Reifen über die tückisch glatte Strecke. Trotzdem mischte er in seiner Klasse vorne mit – bis zur letzten von sechs Wertungsprüfungen.

Dann blieb sein Golf II 16 V GTI einfach stehen. Die Antriebswelle muckte. „Drei Kilometer vor dem Ziel. Das war besonders bitter“, sagte Becher, dessen Punktzahl trotzdem noch zum Sieg des Nordhessen-Pokals reichte.

Dass der 22-Jährige danach auch noch den Rallye-Sprint-Cup-Nord, den NFM-Rallye-Pokal und den Junior-Cup-Nord gewann und Zweiter im prestigeträchtigen Welfen-Pokal wurde, lag an einer Entscheidung unter Zeitdruck: „Ich dachte zuerst das Getriebe des Golfs sei kaputt, das hätten wir bis zur nächsten Rallye nicht mehr reparieren können“, erläuterte Becher, der sich an einen kleinen gelben Schatz erinnerte, den der Peiner Rallye-Kollege Matthias Kuhnert in einer Garage hütet: Ein 185-PS-Flitzer. Becher überzeugte Kuhnert, den Citroen C2R2 zu verkaufen.

Donnerstag TÜV, Freitag Reifen, Sonnabend Rallye: Im Eiltempo brachte Becher den gelben Wagen nach fast drei Jahren Renn-Pause wieder auf die Piste. Und wie: „Anfangs hatte ich noch Probleme mit dem Schalten, und der Wagen war auf Schotter sehr nervös auf der Hinterachse. Aber ich habe mich von Prüfung zu Prüfung gesteigert“, sagte Becher.

Mit einem Vorsprung von 1:46 Minute raste er mit Co-Pilot Jan Roth zum Klassensieg. Und über noch etwas freute er sich. Eine Kurzmitteilung auf seinem Handy. „Sauber! Bin happy, dass der Richtige in der kleinen Kanone sitzt“, gratulierte Citroen-Vorbesitzer Matthias Kuhnert.

Glückwünsche durfte Becher auch in Oschersleben entgegennehmen. Dort gewann er mit Co-Pilotin Michelle Grabosch den Rallye-Sprint des Hildesheimer AC überlegen in seiner Klasse. Auf dem engen Asphalt-Kurs mit vielen Wendungen kurvte er in beiden Sprints mehr als eine Minute Vorsprung heraus und verabschiedete sich mit der nächsten Trophäe in die Winterpause.

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