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Arme Kinder in Peine: Nur wenige schmettern mit Gutschein

Bildungspaket Arme Kinder in Peine: Nur wenige schmettern mit Gutschein

Damit zum Beispiel auch arme Kinder im Vereins-Fußball-Team mitspielen können: Vor einen Jahr hat Arbeitsministerin Ursula von der Leyen das Bildungs- und Teilhabepaket gestartet. Im Landkreis Peine haben bisher nur etwas mehr als die Hälfte der förderungsberechtigten Eltern Zuschüsse beantragt, mit denen auch der Vereinsbeitrag fürs Kind bezahlt werden kann.

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Rundlauf beim Tischtennis: Sinn des Bildungspakets ist es auch, armen Kindern die Chance auf Sport im Verein zu ermöglichen. Das Symbolfoto zeigt eine Aktion für Kinder bei der Tischtennis-Team-Weltmeisterschaft in Dortmund.

Quelle: Friso Gentsch/dpa

Unter anderem einen monatlichen Zuschuss von zehn Euro können arme Eltern beantragen, damit ihr Kind die Möglichkeit hat, im Verein zum Beispiel beim Tischtennis-Training zu schmettern oder Fußball zu spielen. Kreissportbund-Mitarbeiterin Ramona Hübner hat bilanziert, wie viele Kinder im Vereinssport bisher in den Genuss des Bildungspakets gekommen sind: Gerade einmal 130.

„Ich glaube fest daran, dass es deutlich mehr sind, die Anspruch auf den Gutschein haben. Sport hat eine soziale Verantwortung, deshalb möchte ich an die Eltern appellieren, das mehr zu nutzen“, sagt Kreissportbund-Vorsitzender Wilhelm Laaf.

Er finde es zwar sehr ehrenwert wenn Eltern verzichten, so lange sie sich selber helfen können. „Aber falsche Bescheidenheit darf nicht dazu führen, seinem Kind etwas vorzuenthalten“, betont Laaf.

180 Vereine gibt es im Landkreis Peine. Nur aus 35 kamen Anträge auf Teilhabe. Da vergleichsweise die meisten sozialschwachen Familien in der Stadt Peine wohnen, ist es besonders verwunderlich, dass in den Kernstadtklubs eher wenige Anträge auf Gutscheine gestellt wurden. Bei Bosporus oder Bildung Peine zum Beispiel bisher nur ein einziger, beim Box-Club 62 gar keiner. Unangefochtener Spitzenreiter in dieser Liste: Arminia Vöhrum. 35 Gutscheine für Kinder dieses Klubs wurden ausgestellt.

„Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass wir eine Geschäftsstelle haben, wo die Mitglieder Fragen stellen können. Das Thema ist nämlich sehr beratungsintensiv“, sagt Arminia-Geschäftsführerin Doris Überheide. Trotz aller Abrechnungs-Haken und des gestiegenen Verwaltungsaufwands freut sich Überheide über das Teilhabepaket. „So haben arme Kinder die Möglichkeit, im Vereinsleben integriert zu werden. Und der Verein kann seine Mitglieder halten und vielleicht sogar neue dazu gewinnen“, sagt die Geschäftsführerin.

Schämen müssten sich Eltern nicht, zudem würden die Gutscheine anonym behandelt. „Das kriegt kein Übungsleiter und keine Mannschaft mit“, sagt Überheide.

Nachdem der Bund sein Bildungspaket geschnürt hatte, richtete der Landkreis Peine ein Bearbeitungsteam im Fachdienst Soziales ein. Der Jobcenter ist hingegen die erste Anlaufstelle für Eltern, dort werden die Anträge auch bearbeitet. „In der Anlaufphase wurden diverse Informationsveranstaltungen für Schulen, Kindertagesstätten und Vereine durchgeführt“, schildert Dirk Sommer, Fachdienstleiter im Jobcenter.

Rund 4400 Kinder und Jugendliche, schätzt der Landkreis, haben Anspruch auf Leistung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Rund 53 Prozent der potenziellen Anspruchsberechtigten haben Zuschüsse beantragt. Damit liegt der Kreis Peine im Bundesdurchschnitt (siehe Info-Grafik).

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400.000 Euro ausgezahlt

Im Jahr 2011 hat der Landkreis Peine knapp 400?000 Euro für Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets ausgezahlt. Auf folgende Förderungen verteilte sich das Geld:

• 2700 Fälle Schulbeihilfe

• 1000 Fälle Schulausflüge

• 800 Fälle Zuschüsse für Sportvereine, Musikunterricht, Museumsbesuche oder Pfadfinder

• 730 Fälle Mittagessen in Schulmensen, Kindertagesstätten und Kindergärten

• 300 Fälle Schülerbeförderung

• 30 Fälle Lernförderung

Hier gibt es Infos

Der Landkreis Peine hat ein Service-Telefon zum Bildungs- und Teilhabepaket eingerichtet. Eltern können sich unter Telefon 05171/4012222 informieren. Anträge und Infoblätter gibt es zudem auf der Internetseite www.landkreis-peine.de sowie im Jobcenter. Dort können auch die Anträge für die verschiedenen Förderungsmöglichkeiten gestellt werden. cm

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