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Sport Regional 50,9 Grad und Schweine im Gegenverkehr
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14:00 26.08.2017
Schöne Abkühlung: Mountainbiker Frank Eggert erfrischt sich im Zielort der ersten Etappe des Transpyr-Etappenrennens in einem Fluss in Camprodon in Spanien. Quelle: Fotoesportbcn/Transpyr
Peine

Wer seinen Sommer-Urlaub zwischen spanischer Mittelmeer- und Atlantikküste verbringen will, der denkt normalerweise an Sonnenuntergänge, faule Strandtage mit Meeresbrise oder frischen Fisch beim Abendessen. Wer seinen Urlaub so verbringt wie die Peiner Monika und Frank Eggert, der muss mit dem Mountainbike über Medizinball-große Steine balancieren, Staubpisten hinunterdonnern, Steigungen jenseits von 15 Prozent erklimmen oder sein Rad auf steinigen Achterbahn-Trampelpfaden im Griff haben. Die beiden Mountainbike-Enthusiasten aus dem RSC Wanderlust Peine meisterten das Etappenrennen Transpyr. Ein Abenteuer mit 800 Kilometern und 20.000 Höhenmetern in sieben Tagen. „Die größte Schwierigkeit aber war die Hitze“, bilanzierte Frank Eggert.

Die Sonne war auf dem Weg von Roses am Mittelmeer bis Hondarribia an der Atlantikküste fieser als Bösewicht J.R. Ewing in der Kult-Fernseh-Serie Dallas. 50,9 Grad zeigte Frank Eggerts Rad-Computer als Rekord auf Etappe 4 an. Hitzeschlacht in den Pyrenäen. „Mein Mund war teilweise so trocken, dass ich nicht mehr reden konnte. Da fuhr jeder nur noch von Schatten zu Schatten, von Wasserquelle zu Wasserquelle“, schilderte der Peiner. Die Hitze lähmte die Konzentration auf der 98-Kilometer-Tour. Mit Folgen: Auf Etappe 4 hatten die Sanitäter viel zu tun. „Es gab mehr Fahrfehler als sonst“, schilderte Eggert.

Monika Eggert durchquert einen Bach auf der Strecke. Quelle: Fotoesportbcn/Transpyr

Höchstleistungen von Wade und Kopf waren auf jeder Etappe gefragt, aber auf der Königsetappe am dritten Tag besonders. „Nie war der Name passender“, verwies Frank Eggert auf die Klettertour mit 115 Kilometern und 3340 Höhenmetern in den Pyrenäen. Runter war aber nicht einfacher, da war Mut gefragt. Wie viel Mut, war an Monika Eggert zu sehen, als sie die Talfahrt gemeistert hatte. „Sie zitterte vor Aufregung über das Geleistete“, schilderte ihr Mann. Nach 11 Stunden im Sattel bei niemals unter 30 Grad strampelten die Peiner ins Ziel der Königsetappe und guckten neidisch in einige Zelte: „Wohl dem, der Radservice und Massage mitgebucht hatte, wir leider nicht.“

Eine Herausforderung war die Transpyr allerdings nicht nur auf Grund der sportlichen Anforderungen. Im Gegensatz zu vielen anderen Mountainbike-Wettkämpfen gab es keine Ausschilderung, die Starter mussten ausschließlich nach GPS-Koordinaten fahren. „Das hat mich anfangs fix und fertig gemacht. Da habe ich erstmal gemerkt, wie oft man sich einfach auf Vorderleute verlässt – und dann merkt, dass man doch falsch ist“, erzählte Frank Eggert.

Die Peiner genossen ihr Abenteuer trotzdem. Denn die Etappen boten fantastische Aussichten, herrliche Natur und kuriose Begegnungen: Anwohner spritzten die Fahrer zum Beispiel mit Wasserschläuchen zur Abkühlung ab, und auf der Schlussetappe kreuzten Schweine den Weg der Mountainbiker. „Die werden in Spanien in freier Haltung gehalten“, erläutert Frank Eggert, der übrigens noch tierisches Glück im großen Pech hatte. Denn als er auf der Schlussetappe mit 40 Stundenkilometern einen einfachen Steinpfad hinunter donnerte, passierte es: Sturz! Der Helm zerbrach beim Aufprall, erfüllte aber noch seinen Zweck, doch das Trikot war zerfetzt, an Rücken und Armen bluteten die Schürfwunden.

Das tat weh: Frank Eggert nach seinem Sturz. Quelle: Fotoesportbcn/Transpyr

Aber er hatte sich nichts gebrochen und konnte weiterfahren. „Geärgert habe ich mich vor allem über das kaputte Trikot“, sagt Frank Eggert. Denn das war ein ganz besonderes Stück: Ein Mitbringsel von ihren Indien-Flitterwochen mit dem Rad.

Dass nicht mehr passiert ist, dafür könnte ein Talisman in der Gepäcktasche gesorgt haben. Am Start füllen sich einige Transpyr-Fahrer Fläschchen mit Mittelmeer-Wasser ab. „Das soll Glück bringen“, erläutert Frank Eggert. Die Peiner hatten es auch gemacht.

Von Christian Meyer

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