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Hannover 96 Dieser Mann weiß, wie man mit Hannover 96 feiert
Sportbuzzer Hannover 96 Dieser Mann weiß, wie man mit Hannover 96 feiert
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12:49 21.05.2017
Der frühere 96-Spieler Karsten Surmann. Quelle: dpa/imago

Herr Surmann, Sie sind nicht nur Pokalsieger, Sie kennen auch das Gefühl, mit Hannover 96 nach Abstieg wieder aufzusteigen. Haben Sie die Stadt vor der Entscheidung auch so aufgekratzt in Erinnerung wie jetzt?

Das war sogar mehr. Uns kannte damals in Hannover ja auch jeder. Wir waren ja bis auf drei oder vier Leute alles Hannoveraner. Da konnte man nicht mal eben einfach so durch die Stadt gehen, ohne erkannt zu werden. 

Bringt das was, wenn einem die Leute auf die Schulter klopfen beim Bäcker?

Aber klar! Zuspruch hilft immer. Zumal wir 1985 der absolute Underdog waren. Das ist vielleicht der Unterschied zu heute. Da ist die Erwartungshaltung in der Stadt eine andere. Aber jetzt ist auch Euphorie da. Wir waren gerade mit der 92er Pokalmannschaft gegen Stuttgart im Stadion. Das war schon richtig Gänsehaut. Da kamen Erinnerungen hoch.

Zwei Aufstiege, ein Pokalsieg – sie wissen, wie man mit 96 feiert. Wurde damals auch alles so durchorganisiert?

Ne, alles spontan. Als wir Pokalsieger geworden sind, haben wir sogar nach dem Halbfinale schon ordentlich gefeiert. Da werden Geschichten erzählt, die sind ein Träumchen. Auch in Berlin nach dem Pokalsieg sind wir auf eigene Faust losgezogen.

Aber da ging es anschließend doch auf den Rathausbalkon in Hannover

Ja, 50.000 auf dem Trammplatz - und auf der legendären Aegi-Hochbrücke damals noch.

Der Blick vom Balkon - können sie sich daran noch gut erinnern?

Klar, wie wir da mit unseren tollen Sakkos standen, sowas vergisst man ja nicht. Aber ich habe eher die Aktionen mit der Mannschaft im Kopf. 

Vielleicht auch, weil Sie alle noch ein bisschen verkatert waren?

Ich sag mal so: wir waren schon gut dabei. Die meisten sind ja direkt aus der Disco zum Frühstück, und dann ging's auch schon los. Jedenfalls der harte Kern. Also eigentlich alle. Aber es gab ja Sonnenbrillen.

War das bei den Aufstiegen in den achtziger Jahren auch so?

Ich kann mich an 1985 erinnern. Vor der Saison waren wir als Absteiger gehandelt worden. Und dann waren wir nach einem Spiel gegen Hertha BSC plötzlich in der Bundesliga. Wir sind mit dem Bus zur alten Geschäftsstelle in der Clausewitzstraße gefahren sind. Da war eine Wiese daneben, da standen schon Tausende Fans, die das irgendwie spitz gekriegt hatten und uns einen überragenden Empfang bereitet haben. Wir kamen erst gar nicht aus dem Bus raus.

Und wie dann doch?

Ich habe ein Megafon genommen und die Leute gebeten, die 150 Meter ins Clubhaus für uns eine Gasse zu bilden. Als wir dann drin waren, haben die Leute fast die Tür eingedrückt. Irgendwas ist zersplittert, und unser Trainer Werber Biskup musste raus und die Fans beschwichtigen. Aber es war überhaupt nicht aggressiv, die Leute haben sich einfach gefreut.

Anschließend ging es wieder in die 2. Liga und 1987 wieder rauf. Wie haben Sie da gefeiert?

Das war ganz anders. Wir hatten schon zur Winterpause einen Riesenvorsprung, und standen weit vor Saisonende als Aufsteiger fest. Da fiel das Feiern dann auch anders aus. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr genau, wo wir das gemacht haben. 

Was wurde in den Achtzigern eigentlich getrunken?

Bier. Gilde. Vielleicht mal ein Guinness. Aber Mixgetränke oder was überhaupt nicht. Bei Feiern lief der Hahn. 

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