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Hannover 96 Kann Almeida 96 in der 1. Liga halten?
Sportbuzzer Hannover 96 Kann Almeida 96 in der 1. Liga halten?
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00:18 18.01.2016
Von Heiko Rehberg
Neuzugang Nummer 5 in der Winterpause? Der Portugiese Hugo Almeida. Quelle: dpa
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Hannover

Natürlich hätte Fußball-Bundesligist Hannover 96 auch nichts dagegen gehabt, einen der besten Kumpel von Hugo Almeida zu verpflichten. Aber Cristiano Ronaldo, mit Lionel Messi der berühmteste und teuerste Kicker des Planeten, hätte 96 selbst mit dem Verkauf der HDI-Arena nicht bezahlen können. Und deshalb kommt Ronaldo-Kumpel Almeida alleine nach Hannover. Darauf lief es auf jeden Fall am Freitag hinaus, obwohl 96 den Transfer noch nicht als perfekt vermelden wollte.

Von den beiden Portugiesen Ronaldo und Almeida gibt es schöne Anekdoten, die ein bisschen etwas verraten über den Fußballprofi, mit dem Hannover 96 einen viel diskutierten Überraschungscoup gelandet hat und der Neuzugang Nummer 5 in der Winterpause wäre – wenn der Transfer nicht doch noch in letzter Sekunde platzt.

Wie der große Ronaldo ist auch Almeida ein Freistoßspezialist und besitzt dabei eine sehr ähnliche Schusstechnik, auch wenn er mit links statt mit rechts schießt und dabei auf den John-Wayne-Anlauf verzichtet. „Bei der Nationalmannschaft macht Ronaldo Späße und sagt: ,Hugo, du schießt ja wie ein Pferd.‘ Da muss ich immer lachen“, hat Almeida einmal erzählt.

Die Anhänger der „Roten“ können sich also auf einen Mann freuen, für dessen Schüsse während seiner Zeit bei Werder Bremen Spitzengeschwindigkeiten von 135 Stundenkilometern gemessen wurden. „Hugo hat schon einen tollen Bums.“ Auch dieser Satz ist aus der Bremer Zeit überliefert, er stammt von Thomas Schaaf, der maßgeblich zum bevorstehenden Wiedersehen mit seinem ehemaligen Stürmer in Hannover beigetragen hat.

Das Gute ist: Hart zu schießen, kann man nicht verlernen, das gilt auch für den Torinstinkt, den Almeida bei Werder Bremen (41 Tore in 117 Bundesligaspieen) und Besiktas Istanbul (37 Tore in 88 Spielen) bewiesen hat. Vielleicht hilft bereits das der 96-Mannschaft, deren Harmlosigkeit im Angriff Schaaf im Trainingslager in der Türkei erschreckt hat. Hinter alles andere bei Almeida wird man kleine und große Fragezeichen machen müssen.

Geister-Test

Zuschauer unerwünscht: Geheimspiele zum Rückrundenstart in der 
HDI-Arena – das wird bei Hannover 96 im Januar zur Gewohnheit. Im vergangenen Jahr spielte die Mannschaft gegen Werder Bremen in der HDI-Arena und verlor mit 2:3. Der Trainer hieß damals noch Tayfun Korkut, Journalisten durften beim Geisterkick zuschauen.

Am Sonnabend bei der Generalprobe vor dem Rückrundenstart gegen Darmstadt 98 sind auch die Reporter in der HDI-Arena nicht willkommen, Fans ohnehin nicht. Trainer Thomas Schaaf will in Ruhe etwas ausprobieren und die Partie auch einmal unterbrechen können, wenn es nötig ist: Deshalb kommt der Gegner mit der eigenen Regionalligareserve praktisch aus dem eigenen Haus.

Nicht dabei beim Spiel 96 gegen 96 sind Neuzugang Marius Wolf (Faserriss im Hüftbeuger) und Leon Andreasen (Knöchelstauchung). Profis wie Marcelo, Kenan Karaman oder Miiko Albornoz, bei Michael Frontzeck Stammspieler, droht bei Nachfolger Schaaf ein Verlust des Stammplatzes. 

Ist der 31-Jährige fit genug, um 96 sofort helfen zu können? Besitzt er noch das Tempo für die Bundesliga? Und passt ein Wandervogel wie der Portugiese überhaupt zu den „Roten“, die sich sehnen nach Spielern, die sich mit Club und Region identifizieren?

Bis Almeida das alles beweisen kann, gibt es nur Anhaltspunkte. Das letzte Mal in einem Pflichtspiel gegen den Ball getreten hat Almeida am 6. November vergangenen Jahres für Anschi Machatschkala. Bei dem russischen Club, 2013 Europa-League-Kontrahent von Hannover 96, hat der Stürmer in dieser Woche seinen Vertrag aufgelöst. Es war der Moment, als die Gerüchte um Almeida in Hannover aufkamen.

Es ist in den vergangenen Monaten nicht gut gelaufen für Almeida nach seinem Abschied aus Istanbul, wo er mehr als 3 Millionen Euro verdient haben soll. Nachdem er zu Beginn der Saison 2014/2015 vereinslos geworden war, unterschrieb Almeida im Oktober 2014 einen Vertrag beim italienischen Erstligaaufsteiger AC Cesena – vier Monate später war schon wieder weg. Es folgte ein Zehn-Spiele-Intermezzo beim russischen Erstligisten Kuban Krasnodar, von dem es im Juli 2015 weiter zu Anschi Machatschkala ging. Das liest sich wie die Tingeltour eines alternden Profis – bei 96 bekommt Almeida dank Schaaf nun die Gelegenheit, diesen Eindruck zu widerlegen.

Übereinstimmenden Medieninformationen zufolge soll Almeida einen Vertrag bis Juni 2017 bekommen, gültig nur für die 1. Liga. Die Vertragsunterschrift soll es am Sonnabend geben. Falls nicht doch noch etwas dazwischen kommt.

So läuft es bei 98

Generalprobe gegen Zweitligisten: Darmstadt 98, der erste Gegner von Hannover 96 im neuen Jahr und in der Rückrunde, testet seine Stammformation für das Duell mit den „Roten“ am Sonnabend gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg.

Das Sorgenkind des Clubs ist Torjäger Sandro Wagner. Wegen Problemen am Sprunggelenk hat der treffsicherste Darmstädter (vier Tore) noch nicht trainiert und fehlt bei der Generalprobe auf jeden Fall. Wagner hat sich die vergangenen beiden Tage bei einem Spezialisten in München behandeln lassen. „Bei Sandro habe ich noch Hoffnung für das Spiel in Hannover“, sagt Trainer Dirk Schuster.

Für zwei frühere 96-Profis läuft es ebenfalls nicht rund. Jan Rosenthal, der als „hängende Spitze“ einen Stammplatz besaß, hat bisher wegen privater Probleme noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Konstantin Rausch konnte wegen muskulärer Probleme zuletzt nur laufen. 

Der Versuch, Hannover 96 wieder auf Kurs zu bringen, gestaltet sich schwierig. Fehlendes Selbstvertrauen, große Probleme in der Offensive, individuelle Fehler: Die Mängelliste ist lang. „Man kann nicht in drei, vier Tagen ändern, was man ein halbes Jahr erlebt hat“, sagt Trainer Thomas Schaaf.

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