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Hannover 96 Korkut fordert Kampfgeist
Sportbuzzer Hannover 96 Korkut fordert Kampfgeist
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00:19 16.01.2015
Von Jörg Grußendorf
„Wenn einem da der Regen ins Gesicht klatscht und der Wind da ist, dann muss man sich auch behaupten“: Tayfun Korkut lebt seine Ansprüche vor. Quelle: Treblin
Belek

Viele Straßen in der Region Antalya sind überschwemmt, mit Ästen und Blättern oder einfach mit Schlamm bedeckt. Mehrere Bundesligisten, unter anderem Borussia Mönchengladbach, haben ihre morgendliche Trainingseinheit gestern abgesagt. Für Tayfun Korkut kam das nie infrage. Selbst am Montagabend, als die Bedingungen am schlimmsten waren, zog der Trainer von Hannover 96 sein Pensum gnadenlos durch.

Die Regengüsse gestern Morgen, der Sturm war abgeflaut, störten ihn da schon gar nicht. „Schwierige Bedingungen wären es gewesen, wenn der Platz unbespielbar gewesen wäre“, sagt Korkut. „Wir wussten ja im Voraus, dass wir mit Sicherheit den besten Platz in Belek haben.“ Wind und Regen gehörten dazu, fügte der Trainer an, das könne man schließlich nicht kontrollieren. „Es geht auch darum, Schwierigkeiten zu überwinden“, sagt der 40-Jährige, „auch in einem Bundesligaspiel gibt es nicht nur einfache Momente. Wenn einem da der Regen ins Gesicht klatscht, und der Wind da ist, muss man sich auch behaupten.“

Es gibt genügend Trainer, da sind so etwas nicht mehr als leere Sprüche. Nicht jedoch bei Korkut. Der lebt es vor. Er steuert sein Team konsequent durch die Vorbereitung, führt dabei ein strenges Regiment. Bei jeder Trainingseinheit wird deutlich, wer das Sagen hat. Er sprüht vor Energie und Tatendrang – und kann sehr ungehalten werden, wenn irgendwer oder irgendwas nicht funktioniert. Spieler kuschen dann ganz schnell, die Personen aus dem Funktionsteam haben es noch eiliger.

Er arbeitet akribisch daran, dass seine Mannschaft seine Vorstellung (Korkut: „Konzept wäre zu hoch gegriffen“) von Fußball noch besser umsetzt. „Ich will, dass alle Spieler im Spiel im gleichen Moment das Gleiche denken, eine Situation gleich einschätzen“, sagt er.

Seine Mannschaft sei da auf einem guten Weg, habe auch schon vieles verinnerlicht. „Man erkennt schon einiges“, sagt er. „Man braucht nicht nur die Idee des Trainers, man braucht auch das nötige Spielermaterial dazu.“ Ein weiterer Eckpunkt, nämlich dass die Mannschaft an diese Vorgaben glaubt, ist ebenfalls erfüllt. Das sieht man in der täglichen Trainingsarbeit. Da hängen sich alle rein.

Das Team setzt also die Vorstellungen des Trainers schon sehr gut um. In etlichen Spielen der Hinrunde war das auch zu sehen, aber meistens nur phasenweise, fast nie über 90 Minuten. Es gab immer wieder Schwankungen – ein Paradebeispiel dafür war das Hinrundenfinale beim SC Freiburg, als 96 eine klasse erste und eine superschwache zweite Halbzeit spielte.

Korkut geht es jetzt darum, Stabilität in das 96-Spiel zu bekommen. Darum ist er auch nimmermüde, an den Basics, wie er es nennt, den Grundlagen für einen erfolgreichen Fußball, zu feilen. „Ich war selber Spieler“, sagt der Coach, „ich weiß also, dass man Sachen schnell vernachlässigt, dass man irgendwie bequem wird; und das sind Dinge, die schnell gefährlich werden für die Mannschaft und auch für die einzelnen Spieler.“ Darum müsse man Automatismen schaffen, defensiv wie offensiv gegen und mit dem Ball.

Und bei dieser Taktikarbeit, da greift der Trainer selbst ein, und es wird schnell deutlich, welch guter Fußballer Korkut einmal gewesen ist oder noch ist. „Da übernehme ich dann mal eine Rolle“, sagt er, „in der ich dann zum Trainerspieler werde.“ Man müsse viele Dinge simulieren, und ehe er den Spielern dieses Simulieren erklären würde, mache er es lieber selbst. „Das vereinfacht einiges; und ich kann auch mal Überraschendes reinbringen.“ Das Wetter jedenfalls kann ihn daran nicht hindern.

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