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Zwischen Himmel und Hölle

Mountainbike-Marathon Zwischen Himmel und Hölle

Wenn der Veranstalter den Athleten 12.000 Energie-Riegel, 2000 Liter Suppe, 12.000 Flaschen Wasser und 2500 Kilo Obst spendiert, hat das einen triftigen Grund: Der Grand Raid in den Walliser Alpen zählt zu den härtesten Mountain-Bike-Marathons der Welt. Die Peiner Monika Janzen und Frank Eggert haben die Tortur in der Schweiz tatsächlich geschafft. Chapeau!

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Was für eine Kulisse für ein Mountainbike-Rennen: Monika Janzen beim Grand Raid.

„Allez, Frank, allez!“ Lautstark und mit Kuhglocken ausgerüstet feuerten Hunderte Zuschauer am Streckenrand auch die Peiner an. „Ohne diese Rufe würde ich vermutlich immer noch in der schwersten Passagen des Rennens hängen“, sagt der 36-jährige Eggert. Der Bautechniker und seine Lebensgefährtin (28) waren nur durch Glück zu einem der Startplätze gekommen. „Ich habe an einem Preisausschreiben teilgenommen, allerdings habe ich gar nicht richtig gewusst auf was ich mich da einlasse“, räumt der Sportler vom Peiner Eulenexpress ein. Rasender Puls, driftende Räder, schwere Beine, schmerzende Hände - jetzt ist Frank Eggert schlauer.

Die beiden Peiner hatten sich für die Kraxelei über 69 Kilometer und 3000 Höhenmeter entschieden. Die Eulenexpress-Mountainbiker bewegten sich zwischen Himmel und Hölle. „Es war ein einziger Traum, bei dem ich allerdings auch meine Schmerzen mal in den Wald schreien musste“, verdeutlicht Eggert.

Seinen Höhepunkt erlebte die gnadenlose Klettertour auf dem Weg zum Pas de Luna. Dort war es nämlich so steil, dass alle Fahrer ihre Räder schultern mussten. „Ich bin als 526. in die Trage- und Schiebepassage eingestiegen und als 676. oben angekommen. Ich war total mit den Bedingungen am Berg überfordert“, räumt Eggert ein. Doch die beiden Peiner besiegten auch ihre Verzweiflung und erklommen den Gipfel. Und runter kommen sie beim Mountainbike-Sport ja alle irgendwie wieder. „In der Schlussabfahrt ging mir endgültig die Kraft aus. Ich konnte einfach den Lenker nicht mehr halten. Ich habe vor Schmerzen in den Händen den Wald angeschrien, irgendeiner muss ja schuld sein“, schilderte Eggert.

Mit La-Ola-Wellen trieben die Zuschauer die Rad-Helden ins Ziel. Nach 7:17 Stunden fuhr Frank Eggert ein, Monika Janzen nach 9:10 Stunden. Die Glücksgefühle im Ziel ließen die Qualen vergessen. „Anfangs war ich noch skeptisch, ob wir überhaupt hinfahren sollten. Schließlich sind 1000 Kilometer Anreise für ein Mountainbike-Rennen nicht grad ein Katzensprung. Im Nachhinein betrachtet war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung, es war ein unvergessliches Erlebnis“, schwärmte Monika Janzen.

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Mountainbiker gesucht

Die Mountainbiker der Peiner Radsportgruppe Eulenexpress unternehmen auch regelmäßig Trainingsfahrten im Lichtenberg bei Salzgitter. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener – „Für die Ausfahrten suchen wir noch Mitfahrer“, sagt Frank Eggert. Interessierte können sich bei ihm per E-Mail an mtb-eulenexpress@arcor.de melden.

rd

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