Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Zweitligist Eintracht: 8 Tore, unzählige Autogramme

Fußball-Testspiel Zweitligist Eintracht: 8 Tore, unzählige Autogramme

Fußball-Volksfest in Wendezelle! 2500 Zuschauer sahen Mittwoch-Abend, wie sich Bezirksligist TSV Wendezelle beim 0:8 gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig achtbar aus der Affäre zog.

Voriger Artikel
Einzige Ansage fürs Eintracht-Spiel: Genießen!
Nächster Artikel
Annika Borchard mischt U19-Herren auf

Beliebtes Foto-Motiv: Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht gab sich einmal mehr volksnah.

Quelle: Isabell Massel

Wenn die Reservespieler auf der Ersatzbank schon aufspringen, wenn die Teamkollegen gerade die Mittellinie überquert haben und Rettungsaktionen auf der eigenen Torlinie so frenetisch wie ein Pokalsieg in letzter Sekunde gefeiert werden - dann ist eine übermächtige Profi-Mannschaft zu Gast. Fußball-Volksfest in Wendezelle! 2500 Zuschauer sahen gestern Abend, wie sich Bezirksligist TSV Wendezelle beim 0:8 gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig achtbar aus der Affäre zog.

TSV Wendezelle - Eintracht Braunschweig 0:8 (0:5). So viel gescherzt und gelacht haben die Wendezeller nach einer 0:8-Niederlage vermutlich noch nie. „Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht“, sagte TSV-Keeper Lennart Limmer, der in seinem 45-Minuten-Einsatz mehr zu tun gehabt hat, als in manchem kompletten Bezirksliga-Spiel. Mit Glanzparaden verhinderte er, dass die munter kombinierenden Profis zur Pause höher als mit 5:0 führten. Mehrmals strich er für seine Paraden donnernden Applaus der Fans ein, und Teamkollege Marcel Kamp flachste schon: „Nicht, dass die Eintracht uns den jetzt noch wegkaufen will.“

Den frenetischsten Beifall im ganzen Spiel heimste jedoch TSV-Verteidiger Sascha Rickmann ein. Als er Eintracht-Angreifer Orhan Ademi in letzter Sekunde mit vollem Körpereinsatz noch ein sicher geglaubtes Tor von der Linie weggrätschte (9.), wirbelte sogar Staub auf. Aus der Fan-Gruppe vom Ortsnachbarn TSV Meerdorf gab es dafür eine anerkennende Pointe: „Der kämpft wohl noch für einen neuen Vertrag.“

Ein bisschen mehr Körpereinsatz hätte sich Wendezelles Coach Thomas Mainka jedoch beim Kopfballspiel seiner Feierabend-Amateure gegen die Profis gewünscht. Gleich drei der fünf Tore in Hälfte eins erzielte die Eintracht per Kopf unbedrängt nach einer Ecke. „Da haben wir wie die Schuljungen verteidigt, da war ich früher aber aus anderem Holz geschnitzt“, merkte der TSV-Coach launig an. Als der nur 1,73 Meter große Stürmer Domi Kumbela zum 1:0 (5.) hochstieg, staunte die Wendezeller Ersatzbank verdutzt, da TSV-Keeper Tim Latzel kurz zuvor noch beim Gegenspieler-Vergleich festgestellt hatte: „Der Kumbela ist ja sogar kleiner als Kenny Krüger.“

Zu groß war jedoch der Unterschied zwischen beiden Teams. „Vor allem im Tempobereich“, stellte Mainka fest, „aber wir haben uns zeitweise ganz gut verkauft.“ Und wäre Nico Oppermanns Freistoß in der Schluss-Sekunde etwas tiefer geflogen, vielleicht wäre sogar das Ehrentor geglückt. Doch auch so war Wendezelles Coach glückseelig: „Die Eintracht ist als sehr angenehmer Gegner aufgetreten und hat viel Spielfreude an den Tag gelegt.“ Nach Abpfiff schrieben die Profis noch geduldig Autogramme. Das Geburtstagsgeschenk zum 120-jährigen Bestehen des TSV Wendezelle - es kam gut an. cm

TSV Wendezelle: Limmer, Heike, Kobsch, Arikan, Rickmann, Plote, Allerkamp, Torsten Erich, Krüger, Oppermann, Thomas Erich, Latzel, Moslehner, Bartel, Heil, Scheffler, Lemke, Timpe, Ahlers, Kamp.

Eintracht: Fejzic, Decarli, Matuschyk, Kijewski, Reichel, Hochscheidt, Omladic, Schönfeld, Kumbela, Düker, Ademi, Gikiewicz, Vrancic, Boland, Khelifi, Zuck, Pfitzner, Tietz, Holtmann, Castro.

Tore: 0:1 Kumbela (5.), 0:2 Düker (17.), 0:3 Ademi (30.), 0:4 Düker (32.), 0:5 Omladic (45.), 0:6 Zuck (52.), 0:7 Holtmann (57.), 0:8 Khelifi (83.).

Schiedsrichter: Leon Rühling (SSV Stederdorf) mit seinen Assistenten Naja Deppe (SSV) und Lucas Spandau (Groß Ilsede).

Stimmen

Torsten Lieberknecht (Eintracht-Trainer): 2500 Zuschauer, unsere Fans sind zahlreich erschienen, der TSV Wendezelle hatte 120. Geburtstag. Es war ein gelungener Tag, und auch wir hatten unseren Spaß. Das war die Hauptsache.

Erik Plote (Wendezelle): Es war ein einmaliges Erlebnis. Vor so vielen Zuschauern zu spielen, macht richtig Spaß. Ich konnte meinen Gegenspieler Julius Düker auch mal ärgern.

Lennart Limmer (TSV-Torhüter): Mein Ziel, unter vier Toren zu bleiben, hat nicht ganz geklappt. Dennoch bin ich sehr zufrieden, auch wenn einige Tore vermeidbar waren. Es macht einfach riesigen Bock, vor so vielen Leuten zu spielen.

Tim Bartel (Wendezelle): Es war eine große Ehre für mich als Spieler der 2. Herren mitzuspielen. Besonders, wenn es gegen den Verein geht, für den das Herz schlägt. Es hat mich gefreut, dass Thomas Mainka mir die Chance gegeben hat.

Sascha Rickmann (Wendezelle): Es war ein sehr aufregender Tag – einmalig für mich und die Mannschaft. Braunschweig hat eine tolle Leistung gezeigt. Zweimal wurde ich leider getunnelt – einmal von Boland, einmal von Holtmann – aber ich denke, bei der Qualität der Jungs ist das ganz normal.

rue

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport in Peine