Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Zwei Europameisterinnen als Bonbon für die Super-Kulisse

Wolfsburg-Testspiel in Broistedt Zwei Europameisterinnen als Bonbon für die Super-Kulisse

Da staunte sogar der Champions-League-Finalist: 1378 Zuschauer wollten den Freundschaftsspiel-Schmankerl der Bundesliga-Stars des VfL Wolfsburg bei den Oberliga-Fußballerinnen des FC Pfeil Broistedt sehen. Das erhoffte Tor gelang den Pfeilen bei der 0:8-Niederlage nicht. Trotzdem war es gute Werbung für den Frauenfußball!

Voriger Artikel
Dieses Kennzeichen erfreut sogar Pelé
Nächster Artikel
Equord jubelt über 6:0-Gala, Woltorf über einen Anruf

Sahnetag: Broistedts Keeperin Eileen Sztybrych hielt bärenstark, hier ist sie vor Wolfsburgs Zsanett Jakabfi am Ball.

Quelle: Isabell Massel

Selbst VfL-Trainer Ralf Kellermann war voll des Lobes für den Gastgeber: „Das Spiel war perfekt organisiert, die tolle Zuschauerzahl spricht wirklich Bände. Es hat großen Spaß gemacht“, sagte er nach dem Fußballfest bei bestem Sommerwetter im Broistedter Sportpark, bei dem die Pfeile-Fans jede gelungene Ballstafette ihres Teams bejubelten.

FC Pfeil Broistedt - VfL Wolfsburg 0:8 (0:3). Keine zwei Minuten brauchten die DFB-Pokalsiegerinnen aus Wolfsburg, um ihren Gegnerinnen die erste Lehrstunde zu erteilen: Ewa Pajor nickte nach einer Zsanett-Jakabfi-Ecke ein (2.). Broistedt-Coach Börge Warzecha nahm das Blitzgegentor mit einem Schmunzeln: „Das geht ja gut los.“

Doch in der Folge verteidigten die Gastgeberinnen besser und legten den Respekt etwas ab. Nach 15 Minuten schafften sie es zum ersten Mal in die Hälfte der Wolfsburgerinnen - unter großem Applaus der zahlreichen Fans.

Dass das 2:0 für die Wolfsburgerinnen erst in der 23. Minute fiel, verdankten die Broistedterinnen ihrer überragenden Torfrau. Eileen Sztybrych vereitelte eine Eins-gegen-Eins-Situation nach der anderen und war nach einer halben Stunde bereits die „Frau des Spiels“. „Ich habe es in der Halbzeit schon gesagt: Wir müssen aufpassen, dass Wolfsburg Eileen nicht gleich mitnimmt“; scherzte Pfeile-Spielerin Mareike Nawo.

Einen etwas einsamen Nachmittag erlebte Pfeile-Stürmerin Sandy Hoth. Doch das machte ihr nichts aus: „Ich wollte mir mit den Wolfsburger Verteidigerinnen zwischendurch Kaffee und Kuchen holen“, flachste Hoth.

Großen Jubel gab es in der 71. Minute, denn auf der Wolfsburger Bank machten sich zwei der erfolgreichsten deutschen Frauenfußballerinnen zur Überraschungs-Einwechslung bereit. Denn Ariane Hingst, Doppelweltmeisterin und fünffache Europameisterin mit der Nationalmannschaft, und Britta Carlsson, Europameisterin von 2005, haben ihre Karriere eigentlich längst beendet. Doch in den letzten 20 Minuten durften die beiden Co-Trainerinnen des VfL noch einmal ihr Können zeigen.

Einem Torschuss ganz nah kamen die Gastgeberinnen in der 80. Minute: Fenja Ahrens mobilisierte alle Kräfte und setzte zu einem 40-Meter-Solo an. Drei Wolfsburgerinnen ließ sie stehen, bis sie doch noch abgeblockt wurde. Auch hinten gaben die Pfeile, bei denen sich die vier Gastspielerinnen super einführten, alles. Dank einiger Paraden der eingewechselten Nina Kokoschka, die sofort da weitermachte, wo Eileen Sztybrych aufgehört hatte, schafften die Broistedterinnen das einstellige Ergebnis. So viel Spaß hat den Broistedterinnen vermutlich noch keine 0:8-Niederlage gemacht. Nach Schlusspfiff bedankten sie sich mit einer La-Ola-Welle bei ihren Fans.

Spielstatistik

Broistedt: Szytybrych – F. Ahrens, Hoth, Giering, Dremmler, Wieczorek, Engwicht, Schindler, Gozcol, Mörtzsch, J. Ahrens, Nawo, Lange, Göhe, Schulz, Kokoschka. Wolfsburg: Frohms – Jakabfi, Jensen, Blässe, Wullaert, Sehan, Pajor, Bernauer, Dickenmann, Bunte, Wedemeyer, Burmeister, Fiebig, Steuerwald, Runge, Hingst, Carlson. Tore: 0:1 Pajor (2.), 0:2 Blässe (23.), 0:3 Wullaert (32.), 0:4 Steuerwald (48.), 0:5 Fiebig (58.), 0:6 Sehan (69.), 0:7 Bernauer (73.), 0:8 Sehan (90.). Zuschauer: 1378. Schiedsrichterin: Riem Hussein mit ihren Assistentinnen Irina Stremel und Svenja Pleuß.

Stimmen

Börge Warzecha (Trainer, Broistedt): „Dass die Leistungsunterschiede groß sind, wussten wir vorher. Ich hatte darauf spekuliert, dass wir die Viererkette der Wolfsburgerinnen das ein oder andere Mal überspielen können, aber sie spielen schon beeindruckend. Ich bin super zufrieden, wir haben gut dagegengehalten. Und fast 1400 Zuschauer zeigen, dass man mit Frauenfußball hier viel bewegen kann.“ Eileen Sztybrych (Torhüterin, Broistedt): „Wir hatten am Anfang zu viel Respekt, aber dann haben wir super gekämpft. Es war perfekt, dass ich einen guten Tag erwischt habe, aber unsere Abwehr hat auch einen tollen Job gemacht. Das Einlaufen war ein ganz besonderes Erlebnis.“ Fenja Ahrens (Mittelfeld, Broistedt): „Es war spannend, gegen die Profis zu spielen. Immerhin haben wir nicht zweistellig verloren, Eileen war super. Bei so vielen Zuschauern ist man natürlich aufgeregt, man fühlt sich fast wie im Fernsehen.“ Mareike Nawo (Abwehr, Broistedt): „Ich bin stolz auf unsere Mannschaft. Wir wussten, dass nicht viel zu holen ist. Der größte Unterschied ist die Dynamik, bis ich gemerkt habe, dass die lossprinten, waren sie schon weg.“ Sandy Hoth (Sturm, Broistedt): „Ich habe mir allein im Sturm einen Wolf gelaufen, aber es war eine tolle Erfahrung. Meine Gegenspielerinnen waren sehr nett. Es war eine tolle Stimmung.“ehl

Von Felix Ehlers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport in Peine