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Yücel Tanrikulu: Ein Lucky-Punch für den Peiner Box-Club 62

20 Jahre im Ehrenamt Yücel Tanrikulu: Ein Lucky-Punch für den Peiner Box-Club 62

„Die Seele des Vereins“: Wenn der Satz auf jemanden zutrifft, dann auf Yücel Tanrikulu. Ohne ihn läuft beim Box-Club 62 Peine nämlich (fast) nichts. Seit 1991 arbeitet er ohne Unterbrechung als Vorsitzender und Trainer für den Klub – und das immer ehrenamtlich.

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Am Sandsack: Yücel Tanrikulu (links) beim Training mit seinen Boxern.

Peine. „Ich mache alles was anfällt. Von Schriftverkehr über Training bis Schlüsseldienst“ – so beschreibt Yücel Tanrikulu seine Aufgaben beim Box-Club. Besonders am Herzen liegt ihm die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Denn: „Ich möchte die Jungs von der Straße holen“, weiß er um den positiven Effekt, den regelmäßiges Training für die Persönlichkeitsentwicklung hat. Nach Altersklassen aufgeteilt werden Haken und Geraden indes nicht geübt. „Wir trainieren alle zusammen. Von sieben bis 77.“

Vor genau 20 Jahren kam Tanrikulu zu seinen Ämtern. Er wurde Trainer und zweiter Vorsitzender, sein Bruder Ibrahim Vorsitzender. Ohne die beiden hätte es um die Zukunft schlecht ausgesehen. „Damals wollte keiner mehr den Klub leiten. Doch wir wollten, dass es weitergeht.“ Von da an hatte der gelernte Dreher nicht nur seinen Beruf, sondern auch einen unbezahlten Nebenjob. „Rund 15 Stunden die Woche bin ich für den Verein auf Achse“, umreißt der 38-Jährige sein Pensum.

Zu seiner Zeit als aktiver Boxer war der Aufwand noch größer. „Damals kamen noch zwölf Trainingseinheiten dazu“. K.o. ging er wegen der Belastungen nie. „Doch manchmal fragte ich mich schon, warum machst du das eigentlich alles.“ Seit Kazim Yilmaz vor drei Jahren als zweiter Trainer beim Box-Club anfing, wurde es für Tanrikulu entspannter. „Ich kann nun einfach mal so zum Training gehen, ohne mich um das Drumherum zu kümmern.“ Und sich fordern, sich körperlich verausgaben, das macht er für sein Leben gern. „Weil das Gefühl danach so schön ist. Man fühlt sich einfach wohl.“

Training steht beim Peiner Box-Club vier Mal pro Woche auf dem Programm. Yücel Tanrikulu, der bereits mit 18 Jahren seine Übungsleiter-C-Lizenz ablegte, war so gut wie immer in vorderster Reihe dabei. „Meine Ausfälle kann man an einer Hand abzählen“, unterstreicht er. Ähnlich eisern ist Tanrikulu auch in Sachen Sprache. „Bei uns wird beim Training zu 99 Prozent Deutsch gesprochen“, sagt er. Der überwiegende Teil der 59 Mitglieder ist türkischer Herkunft. Den Rest stellen Deutsche beziehungsweise Übersiedler aus Russland.

Wie vielen Peinern er in seinen 20 Jahren als Trainer das Boxen beibrachte, darüber hat Tanrikulu keinen Überblick. Allerdings: „Wenn ich in Peine durch die Stadt gehe, muss ich viel grüßen.“ Seltener geworden sei im Lauf der Zeit allerdings der Wille, sich als Boxer durchzubeißen. „Vielen fehlt der Biss, immer weniger sind bereit, sich zu quälen. Heute wollen die Jungs oft rumkaspern“, stellte er fest.

jh

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