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„Wir wollen beide noch höher hinaus“

Fußball-Kreisliga: Zwei 17-Jährige pfeifen be den Herren „Wir wollen beide noch höher hinaus“

Mit 17 Jahren Schiedsrichter in der Fußball-Kreisliga der Herren: Zuschauer, die oftmals glauben, es besser zu wissen, meckernde Spieler und Trainer, die ihren Frust auch gern mal beim Unparteiischen auslassen.

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Schiedsrichter Miguel Karrasch beobachtet den Zweikampf genau.

Quelle: rb

Wahrscheinlich würden nicht allzu viele freiwillig mit Leon Rühling (17) und Miguel Karrasch (17) tauschen wollen. Doch die beiden Jung-Schiris ziehen ein positives Fazit nach ihren ersten Spielen in der Kreisliga - und wollen noch höher hinaus.

„Das Niveau und Spieltempo ist schon wesentlich höher als in Jugend-Spielen. Aber mit den Schiedsrichterassistenten an der Seitenlinie fühlt man sich nicht mehr so unterlegen“, fasst Miguel Karrasch seine ersten Eindrücke in der Kreisliga zusammen.

Ähnlich sieht es auch sein Schiri-Kollege und guter Freund Leon Rühling: „Die Assistenten sind eine Riesenunterstützung. Als Gespann geht man das Spiel ganz anders an, und kann sich auch mal während des Spiels beratschlagen.“

Auch untereinander beratschlagen sich die beiden Nachwuchs-Schiris: „Miguel und ich stehen in regem Austausch. Nach fast jedem Spiel unterhalten wir uns über unsere Erfahrungen“, erklärt Rühling. Über Härtefälle oder besonders schlimme Erfahrungen mussten sie dabei noch nie reden. „Natürlich wird man ab und zu von außen kritisiert und auch mal beleidigt, aber es gibt kein Spiel, das mir besonders negativ in Erinnerung geblieben ist. Nach dem Spiel hat sich das bisher immer wieder beruhigt“, erklärt Karrasch.

„Bisher ist immer alles im Rahmen geblieben“, findet auch Rühling. „Ich erinnere mich nur an ein Spiel bei Lupo Martini Wolfsburg in der A-Jugend-Bezirksliga. Da wurde es hektisch und es gab Stress mit den Zuschauern. Aber gerade diese unvorhersehbaren Situationen machen das Schiedsrichtersein interessant.“

„Bisher haben sich alle Spieler äußerst fair verhalten“

Der Umgang mit zum Teil wesentlich älteren Spielern sei bisher sehr angenehm verlaufen. „Ich versuche mir, mit Gesten Respekt zu verschaffen, aber bisher haben sich alle Spieler äußerst fair verhalten“, lobt Karrasch die Fairness der Kreisliga-Spieler.

Eine ähnliche Strategie verfolgt auch Rühling: „Es ist wichtig, sich mit den Spielern zu unterhalten, damit sie wissen, woran sie sind. Mit Karten Zeichen zu setzen, halte ich für falsch, auch wenn ich in meinen ersten sechs Spielen in der Kreisliga leider drei Rote Karten zeigen musste.“

Dass Schiedsrichter auf dem Platz oft keinen guten Stand haben, stört die Schiri-Talente nicht. Ganz im Gegenteil: „Ich würde jedem Fußballinteressierten empfehlen, den Schiedsrichterschein zu machen. Es sind viele tolle Erfahrungen und das Selbstbewusstsein und der Umgang mit Menschen werden enorm gestärkt“, findet Rühling.

Die Kritik der Zuschauer sei bisher vor allem positiv gewesen: „Gleich nach meinem ersten Spiel lobten mich einige Zuschauer für meine Ausstrahlung und Dominanz auf dem Platz, das ist natürlich ein tolles Gefühl“, zeigt sich Karrasch zufrieden mit seinen bisherigen Einsätzen.

Doch für die beiden ehrgeizigen Schiedsrichter soll es nicht nur bei Kreisliga-Spielen bleiben: „Es ist kein Geheimnis, dass wir beide noch höher hinaus wollen. Wie weit wir es schaffen, ist noch nicht vorhersehbar, das gehe ich Schritt für Schritt an“, sagt Leon Rühling. „Mein mittelfristiges Ziel ist die Landesliga, alles da drüber wäre super“, gibt sich auch Miguel Karrasch bescheiden.

Nur in einer Sache sind sich die beiden Schiedsrichterfreunde nicht einig: Während Leon Rühlings Idol Profi-Schiedsrichter Dr. Felix Brych ist, hat Miguel Karrasch Felix Zwayer als Vorbild.

ehl

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