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„Wir haben als Team funktioniert“

Fußball-Kreisliga: Interview mit Broistedts Trainer Matthias Steinert „Wir haben als Team funktioniert“

Broistedt. Wer oben stehen will, muss auch mal kriechen. So wie Broistedts Kreisliga-Fußballer, die sich im Winterpausen-Trainingslager in Verden mehrmals erschöpft unter die Dusche schleppten. Trainer Matthias Steinert und Co Daniel Schierding haben ihr Team hart rangenommen.

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„Wir grüßen von oben“: In Meister-Shirts feierten die Broistedter ihren Titel. Das Foto zeigt (oben von links) Börge Warzecha, Frank Langemann, Dennis Büttner, Mustafa Albayrak, Mirko Beier, Alexander Schmilewski, Denis Cinar, Timur Serbetci, Alexander Grunwald, Christopher Hornich, Lars Sieber, Timo Sztybrych, Thomas Tracz, Simon Kässmann sowie (unten von li.) Fan Detlef Wehrstedt, Oliver Bruns, Sebastian Kudlek, David Grigoleit, Sven Bruns, Richy Skoczylas, Matthias Steinert, David Tas, Dustin

Quelle: Isabell Massel

Es hat sich ausgezahlt, bereits drei Spieltage vor Saisonende feierten die Pfeile den Kreismeister-Titel. „Das Trainingslager war ein Schlüssel für unseren Erfolg“, sagt Pfeile-Fußball-Obmann Börge Warzecha, der voll des Lobes über das Trainergespann ist, das gleich im ersten Jahr in Broistedt den Aufstieg schaffte. „Wie akribisch die beiden arbeiten, ist schon 1a. Wir waren überzeugt von ihnen, aber dass die Sache so schnell Früchte trägt, damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Warzecha. PAZ-Sportredakteur Christian Meyer sprach mit Meistertrainer Matthias Steinert über Trainingslager-Qualen, XXL-Kader und den Winterpausen-Vorteil der Pfeile.

Matthias, herzlichen Glückwunsch zur Kreismeisterschaft. Haben Sie noch Kopfweh von der Aufstiegsfeier?

Nein, nein (lacht). Daniel Schierding und ich sind ja schon um 0.30 Uhr gegangen. Die Jungs sollten auch mal in Ruhe ohne uns feiern.

Was war eigentlich schwieriger: Den Titel zu holen oder einen Kader mit 29 Spielern bei Laune zu halten?

Die Namen, die da zum Saisonbeginn alle im Kader standen, hatten wir nicht unbedingt alle auch auf dem Trainer-Zettel. Es hatten nicht alle den richtigen Biss, um sich durchzusetzen. Und als es die ersten Verletzten gab, relativierte sich das Ganze schnell. Letztendlich haben wir mit einem 22-Spieler-Kader gearbeitet. Zu viele waren das auf jeden Fall nicht, es war fast optimal, weil wir einige Schichtarbeiter und Verletzte hatten. Es gab Wochenenden, da stand ich sogar als dritter oder vierter Auswechselspieler auf dem Spielberichtsbogen. Dass man den einen oder anderen Spieler mal enttäuschen muss, gehört zur Trainerarbeit dazu.

Der Meister ist kurioserweise gleich mit einer Niederlage bei Aufsteiger Vöhrum in die Saison geholpert. Gab es einen Zeitpunkt, an dem Sie am Aufstieg gezweifelt haben?

Andersherum: Ich habe von Spieltag zu Spieltag mehr daran geglaubt. Zunächst war es unser Ziel, unter den ersten Drei zu landen. Wir mussten schließlich ein fast komplett neues Team aufbauen und haben auf Viererkette umgestellt. Wir haben das System immer besser umgesetzt, es wurde immer schwieriger, uns zu besiegen. Nach dem zehnten Spieltag war mir dann klar: Wenn wir bis zur Winterpause nicht fünf Punkte Rückstand auf die Spitze haben, können wir ganz oben angreifen.

Weil Ihnen im Gegensatz zu den Konkurrenten VfB Peine und Schwicheldt nicht so lange die Sportplätze im Winter gesperrt worden sind?

Es gab zwischen Januar und März keinen Trainingstag, der bei uns ausgefallen ist, auch, weil wir auf dem Kunstrasen-Platz in Lengede trainieren konnten. Das war schon ein Vorteil.

Am Ende hat es klar gereicht: Was war das Erfolgsrezept?

Unsere mannschaftliche Geschlossenheit bei einem gesunden Mix aus Neuzugängen und dem alten Stamm. Alle waren motiviert, weil sie gesehen haben, es geht nach vorne. Richtig eng zusammengerückt sind wir im Winterpausen-Trainingslager in Verden, wo wir in der Jugendherberge übernachtet haben.

Und ich nehme stark an, Matthias Steinert ist seinem Ruf als Konditionsschleifer mehr als gerecht geworden.

(lacht). Wir haben zumindest dreimal am Tag auf Kunstrasen trainiert. Es hat schön weh getan, die letzte geplante Sonntagsmorgen-Einheit musste ich ausfallen lassen.

Waren Sie überrascht, wie sehr Verfolger VfB Peine in der Rückrunde eingebrochen ist?

Beim VfB spürte und hörte man, dass ein wenig der Wurm drin ist. Ich hatte allerdings gedacht, dass die Schwicheldter länger dranbleiben. Es war unangenehm, gegen sie zu spielen. Sie haben gute Spitzen, einen guten Torwart und mit René Rieger einen super Spielgestalter - und wenn sie einen Lauf haben, ist es schwer, die Schwicheldter zu stoppen.

Apropos Überraschung: Wer im Team hat Sie am meisten überrascht?

Das Team hat als Ganzes funktioniert. Klar, Sven Bruns und Alex Schmilewski haben vielleicht die meisten Buden gemacht, aber daran alleine kann man unseren Erfolg nicht festmachen. Jeder hatte Schwächephasen, die wir als Team aufgefangen haben. Was allerdings schon auffällig war: Wir mussten ohne gelernten Innenverteidiger auskommen. Nach seiner Rückkehr in der Winterpause hat Christopher Hornich diese ungewohnte Aufgabe übernommen und eine gute Rückserie gespielt.

Jetzt also Bezirksliga: Was trauen Sie ihrem Team dort zu?

Sicherlich wollen wir uns im Mittelfeld einfinden und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Der Kader wird nicht schlechter, ich traue uns schon etwas zwischen Platz 7 und 11 zu.

Werden Sie sich noch einmal verstärken müssen?

Müssen nicht, aber ein bisschen frisches Blut wäre nicht schlecht. Fest steht aber noch nichts.

Ein ganz besonderes Derby wird es in der Bezirksliga nicht mehr geben: Wie haben Sie den Abstieg von Viktoria Woltwiesche beobachtet, dem Verein, den sie zusammengerechnet 15 Jahre trainiert haben und bei dem Sie immer noch Mitglied sind?

Das war nicht so angenehm, aber ich konnte nicht mehr helfen. Ich wünsche den Woltwieschern alles Gute, ich habe gehört, dass zur neuen Saison einiges passieren wird.

Am Wochenende spielt Woltwiesches Ü40 wieder bei der Landesmeisterschaft mit. 2014 gewannen sie mit der Riege die Landesmeisterschaft. „Mit Geheimwaffe Steinert zum Landestitel“ titelte die PAZ damals. Jetzt fehlen Sie, weil ihr Pass in Broistedt ist.

Das ist mein großes Opfer, das ich bringe musste. Mit Willi Feer, Jan Szudzinski oder Darius Scholtysik in einer Mannschaft zu kicken - das hat schon was.

Zwei Spiele stehen noch in der Kreisliga für den Meister an: Worauf dürfen sich die Pfeile-Fans freuen?

Wir wollen noch die 70-Punkte-Marke knacken. Dafür müssen wir die Spiele gegen Bosporus und Dungelbeck gewinnen. Aber es werden sicherlich auch die Spieler zum Zuge kommen, die zuletzt weniger Einsatzzeiten hatten.

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