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Wiegen wurde für Robin Lüdtke zum Wagnis

Kraftsport Wiegen wurde für Robin Lüdtke zum Wagnis

Der Weg zur Deutschen Meisterschaft im Bankdrücken war für Robin Lüdtke eine Zitterpartie - nicht der Wettkampf, sondern das Wiegen.

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In der Vorbereitung aß er zehn Eier am Tag: Kraftsportler Robin Lüdtke.

Der Wipshausener startete im Wettbewerb des WPC (World Powerlifting Committee), eines vereinsunabhängigen Verbandes. Ausgetragen wurden die Deutschen Meisterschaften in Eilenburg (Sachsen). Den deutschen Rekord in der Klasse bis 100 Kilogramm Körpergewicht hatte Lüdtke schon 2008 aufgestellt: 287,5 Kilo wuchtete er damals empor.

Diesmal wollte er jedoch in der Klasse bis 90 Kilo Körpergewicht (24 bis 40 Jahre) starten. Aufgrund eines Autounfalls hatte er im vergangenen Jahr viel Gewicht verloren. Resultat des Zusammenpralls mit einem Reh war ein Muskelabriss im Arm, der ihn längere Zeit am Training hinderte.

Im Oktober legte er dann wieder los, setze sich aber das Ziel, deutschen Rekord auch in der 90-Kilo-Klasse zu schaffen. An Körpergewicht legte er allerdings auch langsam wieder zu.

"Seit Weihnachten habe ich dann Diät gemacht", sagt der 32-Jährige. Diät für einen Kraftsportler heiße, möglichst wenig Kohlehydrate zu sich zu nehmen. "Keine Kartoffeln, Nudeln oder Reis. Ich habe zehn Eier am Tag gegessen, 400 Gramm Putenfleisch, Salat und Thunfisch", sagt Lüdtke. "Ohne meine Freundin Maren hätte ich das nicht geschafft. Sie hat mich eisern dabei unterstützt." Sie kaufte allerdings auch ein Glas Nutella, das Lüdtke nach dem Wettkampf - nun frei von Diätzwängen - auf einmal verdrückte.

Da hatte er die größte Zitterpartie längst hinter sich. Dass die heimische Waage etwas weniger anzeigt, als die offizielle Wettkampf-Waage, wusste er. Bei 88,5 Kilogramm zu Hause fühlte er sich sicher. Beim offiziellen Wiegen waren es aber etwas über 90 Kilo auf der Anzeige. "Ich habe dann die Socken und Boxershorts ausgezogen und die Halskette abgelegt - und mit 90,0 eine Punktlandung geschafft", freut sich Robin Lüdtke.

Denn so war der Weg frei für den deutschen Rekord. 240Kilo zum Start schaffte er locker. Dann ließ er 250 Kilo auflegen - womit er den bisherigen Rekord um fünf Kilo überbot. Auch dieses Gewicht drückte der Wipshausener problemlos in die Höhe. Bei der nächsten Erhöhung um zehn Kilo musste er aber passen. "Das lag nicht an fehlender Kraft, sondern an meinem lädierten Handgelenk. Das hat die Belastung nicht so recht verkraftet."

Jetzt will Lüdtke etwas reduziert trainieren, und ab August wieder Gas gegen. Denn im Oktober will er bei der Weltmeisterschaft in Herzberg starten. "Dann aber wahrscheinlich wieder in der 100-Kilo-Klasse."

mp

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