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Wegen des Bundesliga-Derbys: Peiner Teams gehen die Spieler aus

Fußball-Kreis Peine Wegen des Bundesliga-Derbys: Peiner Teams gehen die Spieler aus

Die Zeiten, in denen Amateur-Fußballer selbst noch am Tag ihrer Hochzeit Punktspiele absolvieren, sind längst vorbei. Trainer haben schon die kuriosesten Ausreden von ihren Schützlingen gehört, warum sie ausgerechnet am nächsten Sonntag nicht können. Doch diesmal hat Trainer Andreas Brandt Verständnis: „Wer weiß, wann es das wieder gibt“, sagt der Coach der TB Bortfeld. Gleich neun Spieler seiner 1. Herren haben ihm für das ursprünglich am Sonntag geplante Punktspiel gegen den TSV Clauen/Soßmar abgesagt, weil sie Karten für den zeitgleichen Fußball-Bundesliga-Kracher zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 haben.

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Das Bundesliga-Derby elektrisiert die Fans von Eintracht Braunschweig und Hannover 96. Die Spielzeit stellt einige Vereine auf Kreisebene vor Probleme.

Quelle: zN

Das Derby aller Derbys in Niedersachsen – und dann auch noch Abstiegskampf pur. „Ich hätte also definitiv keine TB-Mannschaft zusammenbekommen“, sagt Brandt. Antreten kann sein Team aber dennoch – die Partie wurde kurzfristig auf Sonnabend vorverlegt. Der TSV Clauen/Soßmar stimmte der Bitte zu. „Da haben wir Glück gehabt. Allerdings haben wir auch schon einmal einer Verlegung zugestimmt, weil die TSVer Schützenfest gefeiert haben“, sagt Brandt.

In der Kreisliga wurden wegen des Niedersachsen-Derbys zwei Spiele verlegt, in unteren Staffeln ebenfalls einige Partien. „Zu diesem Zeitpunkt haben wir keine Probleme damit. Allerdings kann eine Verlegung nur mit Zustimmung des Gegners erfolgen“, erläutert der Spielausschuss-Vorsitzende des Fußball-Kreisverbands, Günter Brand.

Der VfL Woltorf und Arminia Vöhrum waren sich einig, sie verlegten ihr Spiel ebenfalls einen Tag vor. Am Sonntag hätten die VfLer nicht nur auf 96-Fan und Torwart Sebastian Hahn oder Eintracht-Anhänger Sebastian Kroemer verzichten müssen. „Vier hätten garantiert wegen des Derbys gefehlt“, betont Bernd Meyer. Und Woltorfs Fußball-Obmann hätte nur mit Murren das Kreisliga-Spiel verfolgt, er ist schließlich großer Eintracht-Sympathisant und tippt deshalb auch auf einen Heimsieg der Braunschweiger. „Die werden 96 noch mit unten reinziehen.“

Über den Anruf aus Woltorf freuten sich die Vöhrumer. „Unsere Anfrage wäre ansonsten garantiert auch noch gekommen“, sagt Arminen-Fußballer Philipp Sonntag. Die Arminen-Mannschaft ist übrigens der beste Beleg dafür, dass der Ort Vöhrum fast genau in der Mitte zwischen Braunschweig (34 Kilometer) und Hannover (38 Kilometer) liegt. Die Fan-Lager im Team seien „etwa Hälfte/Hälfte“ verteilt, rechnete Sonntag vor. Er drückt Braunschweig die Daumen. „Ich habe eine Dauerkarte und bin auch auswärts überall dabei.“ Er orakelt einen 2:0-Sieg der Eintracht. „Wir haben zurzeit einen Mini-Lauf und bei Hannover zeigt die Formkurve nach unten.“

Einen Braunschweig-Sieg im Stadion hätte auch Wendeburgs Spielertrainer Michael Holst gerne am Sonntag miterlebt. Doch er muss selber spielen, weil der SSV Stederdorf der Bitte nach einer Spielverlegung in der 1. Kreisklasse nicht zustimmte. Der SSV verwies auf Terminprobleme. „Das kann ich auch verstehen. Für uns ist es dennoch schade“, sagt Holst. Vier Stammspieler mit Eintracht-Dauerkarte werden ihm fehlen, weil sie es bevorzugen das Derby im Stadion zu gucken. Der Spielertrainer, selber Dauerkarten-Besitzer der Eintracht, hat dafür vollstes Verständnis: „Es geht ja nicht nur darum, dass Eintracht nach langer Zeit mal wieder in der 1. Liga spielt, es geht vor allem um dieses Spiel. Darauf hat man Jahre hingefiebert. Und da Fußballspielen nur unser Hobby ist, kann ich auch mit niemandem meckern.“

Um einen Tag vorgezogen wurde auch das Punktspiel von Hämelerwalds Bezirksliga-Fußballern gegen Damla Genc. „Kai Rittmeier, Marcel Hesse, Kevin Peter und Philipp Geyer sind Rote durch und durch“, zählt Adler-Trainer Peter Wedemeyer vier Spieler auf, die für 96 vieles stehen und liegen lassen. Auf Andreas Ulbrich und Patrick Bork treffe Ähnliches zu – nur, dass sie glühende Eintracht-Anhänger sind. Wedemeyer selbst hat Sympathien für 96, „aber ich bin kein ausgewiesener Fan.“ Da er Sonnabend privat verhindert ist, muss seine Mannschaft  ohne ihn auskommen. Vertreter von Wedemeyer werden der Ex-Spieler Thorsten Schröder und Betreuer Willi Mühlberger sein.   

Von Christian Meyer und Jürgen Hansen

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