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WM-Titel nach Risiko-Wettkampf

Bankdrücken WM-Titel nach Risiko-Wettkampf

Herzberg. Von Februar bis Oktober hat Robin von Zweydorff 18 Kilo abgenommen. Grund: Er wollte bei der Weltmeisterschaft im Bankdrücken des Verbandes WUAP (World United Amateur Powerlifting) in der 90-Kilo-Klasse starten, und das schaffte der Peiner - und holte den Titel.

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Robin von Zweydorff beim Warmmachen. Betreuer Wolfgang Becker (hinten) und weitere Helfer sichern ab.

Beim Wiegen brachte er 88,1 Kilo aufs Gerät - und futterte anschließend erstmal Nutella. Er hatte ja gewichtsmäßig noch Luft. Am nächsten Tag lief auch der Wettkampf (fast) wie geschmiert: Der 36-Jährige siegte in der Altersklasse der Submaster (bis 39 Jahre). Und zum Weltrekord fehlten nur ein paar Zentimeter...

Zum Warmmachen legte er 240 Kilo auf, und die wählte er auch als Einstandsgewicht, um diese Kilozahl schonmal sicher zu haben. Denn den Wettkampf bestritt er mit Risiko. „Ich hatte mir im Juli das Schultergelenk verletzt, als ich im Training 275 Kilo drücken wollte“, schilderte von Zweydorff. „Ich habe danach nur mit wenig Gewicht trainiert und die Schulter möglichst nicht belastet.“

Im Wettkampf steigerte er auf 250 Kilo. „Bei dem Versuch bin ich wohl verkrampft. Mir wurde schwarz vor Augen, und ich dachte: Das war‘s“, schildert der Athlet. Der nächste Versuch mit 250 Kilo war dann jedoch kein Problem.

Das Problem kam danach: „Einen vierten Versuch hat man nur, wenn man Weltrekordgewicht auflegt.“ Das wollte er versuchen, er hatte aber nur wenige Minuten Pause. Offenbar zu wenig: „Die Erholungsphase war sicherlich zu kurz. Beim Hochdrücken fehlten nur drei oder vier Zentimeter“, sagte Betreuer Wolfgang Becker. „Vielleicht hätte es geklappt, wenn nicht der erste 250-Kilo-Versuch missraten wäre. Das hat viel Kraft gekostet“, meint von Zweydorff, der 2008 in der 90-Kilo-Klasse den Deutschen Rekord mit 260 Kilo aufgestellt hatte.

Immerhin: Die Schulter hat gehalten, der Weltmeistertitel war sicher, und nun konnte der Peiner ein viel leichteres Gewicht hochstemmen: Tochter Amalia, die im Frühjahr zwei Jahre alt wird. „Sie war zum ersten Mal bei einem Wettkampf dabei.“ Von Zweydorffs weitere Ziele: „Erstmal wieder vernünftig essen.“ Im April steht dann die Deutsche Meisterschaft in Bayern auf dem Plan.

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