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Vollgas mit offener Tür

Motorsport: Wikinger-Rallye Vollgas mit offener Tür

Den Boden unter den Rädern verloren hat die gelbe 185-PS-Kanone auf den hügeligen Kursen rundum Süderbrarup in Schleswig-Holstein gleich mehrmals. Doch die engen, kurvenreichen Strecken bei der Wikinger-Rallye waren wie gemacht für den kompakten Citroën C2-Flitzer des Sierßers Marcel Becher.

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Abgehoben: Auch zahlreiche Sprünge standen für Marcel Becher im Citroën C2 R2 bei der Wikinger-Rallye an.

Quelle: Chris Kuhr

Der Pilot ließ sich selbst von einer offenen Tür bei zwei Wertungsprüfungen nicht stoppen und raste mit seinem Oberger Beifahrer Peter Sebralla zum Klassensieg. Schon beim Start im Dunkeln behielten die Peiner den Überblick: Mit bis zu 140 Stundenkilometern donnerten sie durch die Nacht. „Anfangs waren die Scheinwerfer etwas zu gerade eingestellt, ich konnte die Ecken schlecht sehen“, schilderte Becher. Sein Serviceteam stellte das Licht anders ein - und Becher legte sprichwörtlich den Vorwärtsgang ein. Das zahlt sich aus: Platz zwei in der Division 9 nach den ersten drei Wertungsprüfungen. Nur 13 Sekunden lagen Becher/Sebralla hinter dem Spitzenduo und machten weiter Druck. Dem hielten die Konkurrenten offenbar nicht stand, rutschten noch nachts von der Strecke und fielen aus.

Die Wertungsprüfungen hatten es in sich. Auf den extrem schmalen Straßen folgte Kuppe auf Kuppe. „Man sieht nicht, was dahinter passiert. Der Aufschrieb muss sitzen“, betont Beifahrer Peter Sebralla. Bei den Peinern passte er. Mit Mut und einigen Abhebern bauten sie ihren Vorsprung vor Timo Weigert und Jasmin Tarim im deutlich leistungsstärkeren 230 PS Honda Civic Typ R aus.

Nur auf langen Geraden musste der Citroën C2 kämpfen, Becher fuhr Drehzahlbegrenzer. „Einige Konkurrenten hatten da noch Reserven“, verglich er. Ein wenig nervös machten den Sierßer dennoch nur ein merkwürdiges Piepen zur Halbzeit der 14 Wertungsprüfungen. „Wir dachten zuerst, dass vielleicht die Batterien unserer Gegensprech-Anlage leer waren“, schilderte Sebralla. Das Warnsignal hatte jedoch einen anderen Grund, wie sich kurz später herausstellte. Die Fahrertür hing nur leicht im Schloss. „Wir sind zwei Wertungsprüfungen mit offener Tür gefahren“, staunte Becher.

Nach einem Fahrfehler des Honda-Piloten konnten es die Peiner auf der Zielgeraden etwas lockerer angehen. Doch das fiel Becher sichtlich schwer: „Da waren so viele Zuschauer, da musste ich noch einmal Attacke machen.“ Die Gesamtfahrzeit für alle Wertungsprüfungen über 162,5 Kilometer betrug 1:52,47 Stunde. „Das Zusammenspiel hat gut geklappt“, betonte Fahrer und Beifahrer und freuten sich über den Klassensieg: „Bei der starken Konkurrenz war das so nicht abzusehen“, unterstrich Sebralla.

64 von mehr als 100 Autos erreichten das Ziel. Der Citroën C2 der Peiner muckte selbst nach den Sprüngen nicht. „Der Auspuff und der Unterfahrschutz haben ein paar Dellen - aber mehr war nicht“, freute sich Marcel Bechers Vater Michael

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