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„Viva Peine“ mitten in Argentinien

Lengedes Keeper Felix Ehlers leistet Freiwilligenarbeit in Córdoba „Viva Peine“ mitten in Argentinien

Fast 12.000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Córdoba und Peine. Berlin und München, mehr deutsche Städte kennen die meisten Argentinier nicht. Umgekehrt verhält es sich wohl kaum anders. Oder kennen Sie Mendoza und Salta? Wahrscheinlich nicht. Mir ging es vor ein paar Monaten ähnlich...

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Die Hockey-Trainingsgruppe von Felix Ehlers (mit zwei anderen Freiwilligen).

Umso erstaunter war ich, als der Vater eines argentinischen Freundes genauer nach meiner Heimatstadt fragte. Nachdem ihm selbst „in der Nähe von Hannover“ nicht als Antwort ausreichte, sagte ich „Die Stadt heißt Peine“, und rechnete mit einem fragenden Gesicht als Reaktion. Doch dann war ich es, der mit dem fragenden Gesicht reagierte. Denn der Argentinier kannte Peine! Stolz zeigte er mir seine Aufzeichnungen. 1997 reiste er mit einem Freund aus den Niederlanden Richtung Berlin, entlang der A2. Sie hatten in Peine eine Pause eingelegt, alles war ausführlich notiert. Seit diesem Tag grüßen wir uns mit „Viva Peine!“ („Es lebe Peine!“).

Doch auch an anderen Orten ging es kurios zu. Muss man sich in Deutschland für Bundesliga-Eintrittskarten meist Wochen vorher kümmern, werden sie in Argentinien erst am Spieltag verkauft. Auch den Sitzplatz sucht man auf der Karte vergeblich. Jeder sitzt, wo er möchte, nur der Gästeblock bleibt leer. Gästefans sind in Argentinien nicht mehr erlaubt, zu groß sind die Rivalitäten. Um spanische Schimpfwörter zu lernen, eignet sich ein argentinisches Fußballstadion also bestens.

Friedlicher ging es bei einem Tagesausflug meines Projektes in den Ferienort Carlos Paz zu: Durch den Leiter des Gemeinschaftszentrums und einige Spenden wurde ein für die Kinder einmaliger Tag organisiert. Ob Seilbahn fahren, Bogenschießen oder auf der Riesenrutsche toben: Sie erlebten einen Tag, der wohl für viele Familien in Deutschland normal wäre. Doch hier war es ein riesiges Erlebnis, das sich die Familien allein nicht leisten könnten - und das sah man den Kindern auch an.

Info:

Seit August leistet PAZ-Sportmitarbeiter und Lengedes Keeper Felix Ehlers Freiwilligenarbeit im argentinischen Córdoba. In einem Gemeinschaftszentrum trainiert er Kinder finanziell schwacher Familien in Hockey und Fußball. Regelmäßig berichtet er in der PAZ.

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