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Virzi knackt Rekorde trotz Zerrung am Po

Kraftdreikampf: Deutschland-Cup Virzi knackt Rekorde trotz Zerrung am Po

Auch wenn es nur ein Versehen war, aber mit dem blauen Superman-T-Shirt unter seinem normalen Gewichtheber-Anzug hat Kraftdreikämpfer Francesco Virzi beim Deutschland-Cup auch irgendwie ein Zeichen gesetzt.

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Noch einmal Luft holen: Francesco Virzi wuchtete beim Deutschland-Pokal 260 Kilo aus der Kniebeuge in die Höhe. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 15 vollen Kisten mit Mineralwasser in Glasflaschen.

Quelle: oh

Der Athlet von VT Union Groß Ilsede knackte drei Deutsche Rekorde in dem Wettkampf, der ohne leistungssteigernde Ausrüstung absolviert werden muss. Eng anliegende Drückerhemden sind verboten. Für die Weltmeisterschaft in Südafrika qualifizierte sich der 30-Jährige damit locker.

Dabei hatte die Vorbereitung auf den Wettkampf in Lauchhammer rund 50 Kilometer nördlich von Dresden alles andere als optimal begonnen: Francesco Virzi hatte seine komplette Wettkampf-Kleidung mit Anzug, Shirt und den knielangen Kreuzheber-Socken zu Hause vergessen: „Ich musste mir bei meinen Sportfreunden etwas leihen, das Superman-Shirt war eigentlich nur für die Freizeit gedacht“, verriet Virzi. Doch das Hemd mit dem Comichelden avancierte zum Glücksbringer.

Seit April hatte sich Virzi auf den Wettkampf vorbereitet und unter anderem zehn Kilo zugelegt. Sein Ziel: „Ich wollte der leichteste Deutsche sein, der im klassischen Kraftdreikampf die 700-Kilo-Marke knackt“, erläutert der Vöhrumer. Und um es vorweg zu nehmen: Das gelang.

Aber der Reihe nach: Den Wettkampf eröffnete er mit 237,5 Kilo in der Kniebeuge - und einem stechenden Schmerz. Au Backe! Zerrung in der linken Gesäßhälfte! Doch Virzi biss auf die Zähne und steigerte sich noch zu einem Deutschen Rekord von 260 Kilo.

Im Bankdrücken ging es gut weiter. Noch ein Deutscher Rekord. 185 Kilo quälte Virzi auf dem Rücken liegend in die Höhe und sprang danach erleichtert und die Fäuste ballend auf die Drückerbank. „Das war letzte Rille“, schilderte er seinen Kampf mit dem Gewicht.

Noch einmal sich selber anbrüllen und die Muskeln anspannen: Im Kreuzheben machte Virzi mit 230 Kilo im ersten Versuch gleich die WM-Quali für Südafrika perfekt. Nun wollte er noch über die 700 Kilo-Hürde klettern und steigerte auf 260 Kilo. Auch den Versuch wuchtete er hoch und ließ weitere Eisen auflegen. Bei der anvisierten Bestleistung von 277,5 Kilo verließen ihn jedoch die Kräfte. „Wäre der Versuch geglückt, dann würde ich sagen: geiler Wettkampf - bis auf die Zerrung. So muss ich sagen: mittelstark, wenn es auch neuer Deutscher Rekord war“, bilanzierte Virzi trotz 705 Kilo in der Totalwertung.

Nach Lauchhammer begleitet hatte ihn sein Vater Carmelo. Und wenn er sowieso schon vor Ort war, mischte Virzi-Senior gleich mal im Bankdrücken der Masters mit. Der 56-Jährige gewann zwar den Deutschland-Pokal in der Klasse bis 59 Kilo, doch mit seinen geschafften 90 Kilo war er alles andere als zufrieden. „Im Training habe ich ohne ablegen dreimal hintereinander 95 Kilo gedrückt und diesmal haben nicht einmal 92,5 Kilo geklappt. Ich war vom Kopf her kaputt und müde“, erklärte der Athlet, der für den MTV Vater Jahn Peine antrat.

Auch Sohnemann Francesco traut ihm deutlich mehr zu: „Der deutsche Rekord liegt bei 105 Kilo. Ich hoffe, dass er motiviert ist und sich diesen in zwei Jahren holt. Ich halte es für machbar.“

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