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Unter der Kälte leidet die Koordination

Vöhrumer Sportmediziner De Curtis Unter der Kälte leidet die Koordination

Den Eishockey-Profis brechen bei den Minusgraden schneller die Carbon-Schläger, Arjen Robben dribbelt aufs Neue in langer Unterhose und am Wochenende ist wieder Jogger-Hochbetrieb im Herzberg. Für die B-Jugend-Fußballer des VfB Peine war heute sogar ein Punktspiel angesetzt. Die Bibber-Kälte bremst Peines Sportler nicht aus. Auf was sie allerdings achten sollten, verrät der Vöhrumer Sportmediziner Dr. Constantin De Curtis.

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Eishockey-Match auf dem Dorfteich in Stederdorf: Viele Peiner treiben trotz Minusgraden Sport an der frischen Luft.

Dr. De Curtis hat Glück. Sein Sport findet in der Halle statt. Gekämpft wird bei Karate 76 Peine barfuß. „Ich kriege höchstens kalte Füße vom Hallenboden, aber das kann bei den derzeitigen Bedingungen auch sehr unangenehm sein“, sagt der Arzt aus Vöhrum. Unangenehmer ist Sport derzeit an der frischen Luft. Generell sei es zwar gut, sich draußen zu bewegen und so sein Immunsystem zu stärken, betont der Arzt, aber gerade Breitensportler müssten bei extremen Minusgraden vorsichtig sein. „Die starke Kälte erzeugt Stress im Körper. Darunter leidet die Koordinationsfähigkeit und die Verletzungsgefahr erhöht sich“, sagt der Mediziner. Der Jogger im Herzberg kann da schneller mal ins Stolpern geraten, zumal der unebene Untergrund auch noch gefroren ist. De Curtis rät, die Intensität des Trainings herunterzuschrauben: „Auf 60 bis 80 Prozent.“ Und: Langsam anfangen, stetig steigern. Kalte Muskeln sind anfälliger für Faserrisse. Der Sportmediziner empfiehlt daher Fußball-Trainern, die Spielphasen zu verkürzen und die Aufwärmphasen zu verlängern. „Da gibt es schöne Sachen. Die Trainer sollten etwas vorbereiten, sich informieren.“

Schweißtreibend kann und soll es ruhig zugehen. Umso wichtiger ist deshalb die richtige Kleidung. „Super dick ist nicht gleichzeitig super gut“, betont De Curtis. Funktionskleidung, die den Schweiß nach außen leitet, sei optimal, Stauendes, was die Atmung behindert, hingegen nicht. Und: Mütze auf. Die meiste Wärme gibt der Körper über den Kopf ab.

Einen Kopf gemacht haben sich auch die Fußball-Funktionäre über den Spielbetrieb: „Im Regelwerk steht: ab minus 15 Grad soll kein Fußball mehr gespielt werden, ab minus 10 Grad und starkem Wind ebenfalls nicht. Aber das sind nur Richtwerte“, erläutert Michael Knigge, Lehrwart der Peiner Schiedsrichter.

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VfB-B-Jugend trainiert in der Kälte 30 Minuten weniger

Die Vorbereitung der Peiner Fußballer auf die restliche Rückrunde ist derzeit im wahrsten Sinne des Wortes etwas holprig. Ihre Plätze sind gefroren und mit Schnee bedeckt, ein normaler Trainingsbetrieb nicht möglich. Trotzdem: Seit vier Wochen passen und laufen die B-Jugendfußballer des VfB Peine schon wieder an der frischen Luft, um vorbereitet zu sein, wenn angepfiffen wird. Angesetzt war für den heutigen Sonnabend ein Spiel des VfB in der Niedersachsenliga beim 1. JFC AEB Hildesheim. „Es fällt aus“, sagt Trainer Steven Turek, der aufgrund der Kälte versucht, die Unterbrechungen im Training möglichst kurz zu halten. „Synchron-Coaching ist angesagt“, schildert der Trainer, der so das Auskühlen seiner Jungs verhindern will. Das ansonsten zweistündige Training hat er wegen der Kälte um 30 Minuten gekürzt. Vorbildlich mit Mütze absolvieren die Jungs Einheiten auf kleinen Nebenflächen auf dem VfB-Gelände. Mangels Platz werden viele 1:1- oder 2:2-Situationen absolviert. Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus. „Ans große Feld müssen sich die Spieler dann erstmal wieder gewöhnen“, schildert Turek.

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