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Trainingsgäste aus Afrika

Fußball: TSV Clauen/Soßmar Trainingsgäste aus Afrika

Die Trainingsgäste des TSV Clauen/Soßmar sprechen französisch. Die Spieler deutsch und englisch. Die Verständigung ist dennoch kein großes Problem. „Fußball“ heißt die gemeinsame Sprache.

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Trainer Elmar Ohlendorf erklärt die Spielpositionen. Prosper, Mohmed, Aboubaka und Tiemoko (von links) begreifen schnell.

Quelle: im

Seit zwei Wochen sind Tiemoko, Mohamed, Prosper und Aboubaka beim TSV mittendrin. Als sie ihre Heimat verließen, ahnten sie nicht, dass sie einmal fünfeinhalbtausend Kilometer nördlich in der Gemeinde Hohenhameln landen würden. Die vier Männer im Alter zwischen 25 und 40 Jahren stammen von der Elfenbeinküste, aus Abidjan. Übers Mittelmeer kamen sie nach Deutschland.

Darüber reden sie kaum. Auch nicht über das, was sie auf dem Weg erlebt haben. Jetzt wohnen die Asylbewerber in Bierbergen in einem von der Gemeinde angemieteten Haus mit weiteren Flüchtlingen.

„Über die Dolmetscherin und einen Bekannten sind sie bei uns gelandet, weil sie gern Fußballspielen wollten“, sagt TSV-Trainer Elmar Ohlendorf. Regelmäßig kommen sie seitdem von Bierbergen zu Fuß nach Soßmar zum Training.

Die erste Aktion des Vereins: Das Quartett wurde eingekleidet. „Viele Leute, auch die Altherren von Rosenthal/Schwicheldt, bei denen ich spiele, haben Sachen gespendet“, berichtet Ohlendorf. So mischen die Afrikaner in Trikots und Hosen und mit fast neuen Fußballschuhen beim Training mit. Sporttaschen haben sie auch bekommen. „Die Hilfsbereitschaft war groß“, freut sich der Coach.

Nach dem Training bleiben sie auf eine Cola oder eine Flasche Bier gemeinsam sitzen. Gelegenheit, über Small-Talk hinaus miteinander zu reden. Gibt es Klärungsbedarf, für den der gemeinsame Spaß am Fußball nicht als Sprache ausreicht, zückt Mohamed sein Smartphone mit Übersetzungsfunktion. Vielleicht braucht er die bald nicht mehr so oft. Denn Ende des Monats soll ein Deutschkursus starten.

Vor dem Winter haben die Afrikaner auch keine Angst. Zumal die Temperaturen zurzeit - auch dank der Trainingsjacken - noch erträglich sind. Mit dem Wetter in Deutschland ist Mohamed jedenfalls zufrieden. „Das ist gut“, sagt er - allerdings noch auf französisch.

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