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Trainer-Filius setzt auf den Torero-Marsch

Volleyball Trainer-Filius setzt auf den Torero-Marsch

Wiland Vollhardt ist 19 Jahre alt und damit wahrscheinlich der jüngste Herren-Volleyball-Trainer im Landkreis Peine. Gerade hat er seine Fachtrainer-Lizenz bestanden. Doch um die Landesliga-Spieler des MTVStederdorf zu trainieren, dafür bedarf es mehr als puren Sachverstand. Man muss auch den Mut haben, a capella zu singen.

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Wiland Vollhardt erklärt einem seiner Schützlinge eine Schlagtechnik, währen der Rest des Teams Spielzüge einstudiert.

Quelle: im

Mit „Carmen“ lässt sich manch Volleyballer prima aus dem Konzept bringen. In umkämpften Phasen stimmen Auswechselspieler und Trainer des MTV Stederdorf den „Torero Marsch“ aus der bekannten Oper an. Und soll ein Gegenspieler nach dem dritten vergebenen Schmetterball weiter verunsichert werden, trällern die Stederdorfer auch mal spitzbübisch „Ein Freund, ein guter Freund“. „Das hat unsere Gegner teilweise ziemlich zermürbt“, erzählt Wiland Vollhardt.

Seit Anfang der Saison trainiert der 19-jährige Informatik-Student ausgerechnet ein Team, dass zu den reifesten der Liga gehört. Die Hälfte der Spieler könnten vom Alter her gut und gerne Wiland Vollhardts Vater sein. Bange vor der Aufgabe war ihm dennoch nicht. „Ich kannte alle bereits und wusste, auf was ich mich einlasse“, begründet Vollhardt, der schon mit sieben Jahren in der Jugend des MTV Stederdorf schmettern und pritschen lernte. Dass einige im Team viel mehr Erfahrung als der Trainer aufweisen, sieht er sogar positiv: „Wir ergänzen uns prima. Ich stecke noch in den Kinderschuhen im Trainerjob und kann von solch erfahrenen Leuten wie Peter Wachtmeester, Mike Hänsel oder Bernd Naas selber noch etwas lernen“, sagt Vollhardt.

Sachlich, besonnen, erklärend - er sei ein ruhiger Trainer-Vertreter. Nur manchmal werde es auch ihm zu bunt. Als die Stederdorfer im jüngsten Punktspiel bei Schlusslicht Bröckel II schon 0:2 hinten lagen, sprang er fauchend von der Bank auf: „Jetzt werdet endlich mal wach“, schimpfte er. Die Stederdorfer gewannen noch 3:2.

Als der Trainer-Filius den Routiniers moderne Übungs-Methoden präsentierte, „kann ich mich noch gut an skeptische Blicke aus der Mannschaft erinnern“, erzählt der stellvertretende MTV-Volleyball-Abteilungsleiter Bernd Naas. Doch inzwischen sei Wiland Vollhardt voll akzeptiert. Mehr noch: „Er bringt Schwung rein.“

Im Punktspielbetrieb kommen die Stederdorfer auch immer besser in Schwung, der Klassenerhalt rückt näher. „Ich hatte erwartet, dass es zunächst schwer wird. Die Mannschaft wurde schließlich vor der Saison aus der Ersten und Zweiten zusammengestückelt“, erläutert Vollhardt, der sein Team nach der Weihnachtspause noch personenspezifischer trainieren will um die Spieler zu verbessern.

Trotz Abstiegskampf - die Arbeit beim MTV macht dem Peiner riesig Spaß. So wie schon das Freiwillige Soziale Jahr im Sport, welches er vor seinem Studium absolvierte und Grundschüler in Vallstedt betreute und Volleyball-Training in Stederdorf gab. Aus dieser Zeit habe er viel mitgenommen. „Unter anderem, dass ich kein Lehrer werden möchte.“

Noch intensiver mit Kindern zusammen zu arbeiten, das könne er sich als Volleyball-Trainer hingegen gut vorstellen. „In der Jugendarbeit würde ich gerne mal etwas reißen“, sagt Wiland Vollhardt. Der MTV Stederdorf hätte sicherlich nichts dagegen.

cm

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