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Tonangebend mit Bogen und Tenorhorn

Bogensport Tonangebend mit Bogen und Tenorhorn

Seinen Sonnenhut hat Marvin Wenzel immer dabei – auch jetzt im kalten November. Wer erfolgreich mit Pfeil und Bogen schießen will, muss darauf vorbereitet sein, dass es auch bei einem Hallenwettkampf mal blenden kann. Ein gutes Auge, eine unerschütterliche Ruhe und viel Kondition – so hat das 17-jährige Bogenschützen-Talent vom FC Pfeil Broistedt die Nominierung für den Landeskader herausgeschossen.

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Die Sehne gespannt, das Ziel im Visier: Das 17-jährige Bogenschützen-Talent Marvin Wenzel vom FC Pfeil Broistedt.

Quelle: im

Jedes Training und jeder Wettkampf beginnt für Marvin Wenzel so: Er packt seinen Koffer aus. Und dann wird geschraubt, gesteckt, justiert. Einen Bogen aufzubauen, ist eine Wissenschaft für sich. „Inzwischen schaffe ich das in 10 Minuten“, sagt der Zwölftklässler, der in diesem Schuljahr am Gymnasium Groß Ilsede noch etwas anderes bauen will – sein Abitur. In der heißen Lern- und Klausuren-Phase wird es zeitlich eng für den Bogenschützen, der 2009 in seinem ersten Jahr in der Jugendklasse prompt die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften gewann. Wer auf so hohem Niveau schießt, der trainiert viel. „Dreimal die Woche zwei bis vier Stunden sind das schon. Man kann nicht einfach mal eine Woche aussetzen. Dann geht einem gleich die Kraft flöten“, verdeutlicht Marvin Wenzel.

Also quält er sich zusätzlich noch daheim an seinem Fitnessgerät, geht regelmäßig joggen und zielt und zielt und zielt. Was für Außenstehende ähnlich eintönig anmutet wie ein Schwimmer, der gnadenlos die Becken-Kacheln bei seinen Trainingsbahnen zählt, ist für Marvin Wenzel immer wieder höchstspannend. „Jeder Schuss ist anders. Gerade zum Ende geht einem die Energie verloren. Dann auch noch gut zielen zu können, das ist die große Kunst“, sagt der 17-Jährige. Und dann noch die äußeren Bedingungen. Wie ist das Licht in der Halle? Von wo kommt der Wind beim Außen-Wettkampf. Vor Turnieren unter freiem Himmel verfolgen Bogenschützen daher schon mal gespannt ab einer halben Woche vorher den Wetterbericht im Internet. „Am schlimmsten finde ich eine Kombination aus Regen und Seitenwind“, erzählt Marvin Wenzel. Bei solchen Bedingungen zielen Bogenschützen auch schon mal absichtlich in den äußeren blauen Ring damit der Pfeil in die goldene Mitte einschlägt.

Marvin trifft häufig ins Gold. Das bescherte dem Juniorenklassen-Schützen nun die Landeskader-Nominierung. Beim FC Pfeil schießt er in der Verbandsliga-A-Mannschaft. Aus 18 Metern zielt er in den goldenen Ring, der gerade einmal einen Durchmesser von vier Zentimetern hat. Die Pfeil-Teamkollegen schätzen Marvin Wenzel für dessen Nervenstärke. Darum schießt er häufig auch an der letzten Position – stets unter Zeitdruck.

„Sich immer gut konzentrieren zu können, ist noch wichtiger als die Kraft“, betont der 17-Jährige, der schon gespannt ist auf das Kadertraining mit den besten Schützen Niedersachsens. „Dort soll es unter anderem Einheiten mit einem Psychologen geben“, schildert der Barbecker, der als Neunjähriger bei einer Ferienaktion seine ersten Pfeile fliegen ließ. Er eiferte seiner älteren Schwester Juliane (23) nach, die bereits Bogensportlerin war. „Ich habe mich sehr für das Mittelalter interessiert, da spielt Bogenschießen eine große Rolle“, erläutert Marvin Wenzel seine Begeisterung. Die Kombination aus Konzentration und Kondition fasziniert ihn bis heute.

Ganz viel Puste beweist der Barbecker übrigens noch bei seinen anderen Hobbys. Er spielt Tenorhorn im Posaunenchor Woltwiesche und irische Flöte. Und wenn er mal eine prima Abwechslung zum Bogensport braucht, dann steigt er auf sein 125er-Motorrad und gibt Gas. „Das ist ein echtes Kontrastprogramm“, sagt er.

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Hightech-Bogen

Nein, mit Robin Hood hat Hochleistungs-Bogensport schon lange nichts mehr zu tun. Marvin Wenzels Recurve-Bogen ist nicht aus Holz geschnitzt, sondern ein Hightech-Gerät aus Aluminium. „Wenn man möchte, kann Bogenschießen zu einem teuren Sport werden“, sagt der 17-Jährige. Spitzenathleten investieren rund 1000 Euro in ihr Sportgerät. Anfänger können sich allerdings auch erst einmal einen Bogen leihen und deutlich günstiger einsteigen.

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