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Syrer und Iraker in Schwarz-Rot-Gold

Fußball: Flüchtlings-Auswahl spielte gegen TSV Edemissen Syrer und Iraker in Schwarz-Rot-Gold

Trainer Hasan Nuri kommt aus dem Irak und coacht ein Team aus vielen Nationen. Als es um ein gemeinsames Trikot ging, war sich seine Multi-Kulti-Truppe einig - die Auswahl aus dem Flüchtlingsheim an der Woltorfer Straße wollte in Deutschland-Trikots mit Schwarz-Rot-Gold-Flagge auf der Brust stürmen.

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Kleines Bild: Organisator Maik Düsterhöf (li.) mit Faris aus Syrien, der Maler ist und sich im Peiner Flüchtlingsheim engagiert.

„Die Trikots haben sie sich selber besorgt“, weiß Maik Düsterhöf, der bei der Stadt Peine Leiter der Stabsstelle Flüchtlinge ist. Und weil er in seiner Freizeit für den Fußball-Kreisligisten TSV Edemissen das Offensivspiel ankurbelt, kam es nun zu einem besonderen Trainingsspiel: Peiner Kreisligist gegen Flüchtlingsauswahl.

Maik Düsterhöfs Erkenntnis nach 90 Minuten gelebter Integration: Bunt kickt gut! „Ein paar der Jungs konnten richtig super kicken“, lobte er. Ladji Junior von der Elfenbeinküste etwa habe mit einer „Riesen-Technik“ beeindruckt. Faris aus Syrien habe gezeigt, dass er auch mit 41 noch fit ist und Schiri Majed aus Syrien bewies Top-Regelkunde: „Der pfeift wirklich spitze“, lobte Düsterhöf.

Eine 4:1-Führung hatte sich die Flüchtlingsauswahl zwischenzeitlich sogar schon herausgeschossen. Am Toreschießen hatten sie auch aus einem ganz simplen Grund besonderen Spaß: Regelmäßig organisieren sie Trainingsspiele auf dem Silberkamp-Platz, doch dort hängen dann keine Netze im Tor. „Bei uns schon“, erläuterte Düsterhöf.

Kreisligist Edemissen schaffte auch dank der Treffsicherheit von Stürmer-Neuzugang Pascal Werner (4 Tore) noch den 5:5-Ausgleich. „Am Ende ist unser Gegner dann konditionell etwas eingebrochen“, stellte Maik Düsterhöf fest. Traurig darüber waren die Flüchtlinge nicht. Für sie sei das Trainingsspiel eine willkommene Abwechslung gewesen. 90 Minuten mit Doppelpässen statt Pass-Kontrolle, mit Schüssen, die Freude machen und niemanden töten. „Auf der Hinfahrt im Bus hatte man noch gemerkt, wie nervös die Jungs waren. Ich wurde mehrmals gefragt, in welcher Liga Edemissen spielt“, erzählte Düsterhöf. TSV-Coach Carsten Doliwa war begeistert von der tollen Atmosphäre. „Es war ein sehr respektvoller und höflicher Umgang. Obwohl viele Spieler weder Deutsch noch Englisch sprechen, konnten wir uns ausgezeichnet verständigen.“ Die Fußball-Sprache versteht jeder. Dennoch: Auf der Rückfahrt in den Kleinbussen der Stadt Peine sei bei den Flüchtlingen noch intensiver der Wunsch gereift, eine gemeinsame Sprache zu lernen: Deutsch. „Wenn das bei vielen im Kopf hängen geblieben ist, war die Aktion umso erfolgreicher“, resümierte Maik Düsterhöf.

Die Verantwortungsbürgerin des Kreissportbunds, Angela Flohr, hat sich inzwischen die Namensliste des Flüchtlingsteams geben lassen. Ihr Ziel: Die Spieler aus Krisengebieten wie Syrien, dem Irak oder der Elfenbeinküste in Peiner Vereine integrieren. Willkommen im Fußball!

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