Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Sport, um Struktur in den Alltag zu bekommen

Caritas und Kreissportbund Sport, um Struktur in den Alltag zu bekommen

Rund 20 Personen treffen sich montags am Nachmittag in der Sporthalle der Pestalozzischule. Ein neutraler Beobachter würde feststellen: „Sie haben Spaß am Sport.“ Gerhard Nolte sieht das tiefgründiger: „Es geht darum, Strukturen in den Alltag zu bekommen und die Lust an der Bewegung zu fördern.“

Voriger Artikel
Zwölf Tore für VfB, Falke bereitet Eixe Mühe
Nächster Artikel
100 Euro für Adler - Aus für Lichtenberg

KSB-Sportlehrer Ralf Klemm (Bild oben, vorn) probierte mit den jungen Leuten Kin-Ball, ein Teamwork-Spiel.

Die Sportler sind um die 20 Jahre alt und wurden der Caritas vom Job-Center vermittelt. „Sie haben oder hatten Barrieren im Leben. Und wir als Sozialarbeiter versuchen, die Barrieren zu lösen“, sagt Gunnar Otto, der die Gruppe zusammen mit seiner Kollegin Judith Flemming betreut. Beide arbeiten für die „Jugendwerkstatt“ der Caritas, in der die jungen Leute soweit gebracht werden sollen, dass sie einen Schulabschluss machen können oder für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz vermittelbar sind.

Vormittags gehört deshalb Lernen zum Werkstatt-Programm. „Es geht zum Beispiel auch um Sozialpflege und Hauswirtschaft“, erläutert Judith Flemming. Gefördert wird das Projekt vom Job-Center und vom Land Niedersachsen.

Die Organisation der Sportstunden wiederum hat der Kreissportbund übernommen, der Übungsleiter stellt und von der Caritas eine kleine Entschädigung bekommt. „Zusammen ist das ein gutes Gesamtpaket, das wir anbieten können“, sagt Nolte.

Nach jetzt einem Jahr Laufzeit wollen Caritas und Kreissportbund das Projekt verlängern. „Ich mache gern ein Jahr weiter“, kündigte schonmal der 17-Jährige Dennis Wedde an. „Es hat mir bisher viel Spaß gemacht.“

Dass das Projekt erfolgreich ist, sieht KSB-Chef Wilhelm Laaf auch daran, dass sich sechs der jungen Leute für einen Sportassistenten-Lehrgang des Kreissportbundes angemeldet haben - „und zwar freiwillig“, betont Laaf. Dennis Wedde gehört dazu.

Das ist ein großer Schritt zum Ziel der Jugendwerkstatt: Die Persönlichkeit zu stabilisieren und eine Perspektive zu erarbeiten. Nach einem Jahr gehen immerhin fünf der Werkstatt-Teilnehmer in eine Ausbildung. Auch das Sportangebot dürfte weiterhin bestehen: „Wir können es uns vorstellen, eine Dauereinrichtung daraus werden zu lassen“, sagt Laaf.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport in Peine